Existenzfragen

Als wesentlich nützlicher als readdir() erweist sich die Funktion exists(): Sie prüft, ob eine Datei existiert. Ein Beispiel dafür zeigt Listing 7: Dort testet zunächst exists(), ob die Datei foto1.png im Verzeichnis /home/tim/Fotos/ liegt.

Listing 7

if (exists("/home/tim/Fotos/foto1.png")) {
  println("foto1.png existiert.");
}
else {
  println("foto1.png existiert nicht");
}

Den von exists() zurückgegebenen Wert prüft dann die if-Abfrage: Sofern die Datei vorhanden ist, führt das Skript die Anweisungen zwischen den oberen geschweiften Klammern aus, andernfalls die Anweisungen in den geschweiften Klammern nach dem else.

Den else-Teil können Sie bei Bedarf weglassen. Wie bei while dürfen Sie in den runden Klammern hinter if jeden logischen Ausdruck unterbringen, also etwa auch if (a > b) { ... }.

Allerdings gibt es in Listing 7 ein kleines Problem: Die Pfadangabe /home/tim/Fotos ist auf ein Linux-System zugeschnitten. Der Batsh-Compiler übersetzt sie jedoch in der Batch-Datei nicht in das passende Windows-Pendant, wie Abbildung 5 beweist. Es gibt auch keine Möglichkeit, dies zu ändern; Batsh kann Ihrem Skript noch nicht einmal verraten, ob es unter der Bash oder unter Windows läuft.

Abbildung 5: Die Pfadangabe /home/tim/Fotos übernimmt der Batsh-Compiler einfach in die fertige Batch-Datei.

Es gibt lediglich die eingebaute Funktion bash(), die einfach den ihr übergebenen Bash-Befehl ausführt:

bash("man convert");

Der Batsh-Compiler übersetzt diese Funktion nur dann, wenn Sie ein Bash-Skript erstellen lassen. Der Aufruf man convert taucht folglich nur im Bash-Skript auf, nicht jedoch in der Windows-Batch-Datei. Analog gibt es die Funktion batch(), die eine übergebene Batch-Anweisung absetzt. Der Batsh-Compiler übersetzt diese Funktion nur dann, wenn Sie das Skript für Windows kompilieren.

Oh, ein Kamel!

Sie können Batsh-Programme nicht nur auf der Batsh-Homepage [2] übersetzen lassen: Carbo Kuo stellt den Compiler im Quellcode unter einer MIT-Lizenz auf GitHub zur Verfügung [1].

Batsh wurde vollständig in der funktionalen Programmiersprache Ocaml geschrieben. Um den Compiler installieren zu können, benötigen Sie folglich eine entsprechende Ocaml-Umgebung, die sich jedoch in den Repositories der meisten Distributionen findet. Am einfachsten gelingt die Installation von Batsh über den Ocaml-eigenen Paketmanager OPAM. Unter Ubuntu richten Sie ihn über das Paket opam ein:

$ sudo apt-get install opam m4

Zur Installation einiger von Batsh verwendeter Zusatzbibliotheken benötigen Sie das Paket m4. Sobald diese Voraussetzungen erfüllt sind, spielt der folgende Befehl Batsh ein:

$ opam install batsh

So verspricht es zumindest Carbo Kuo. Auf unserem Testrechner mit Ubuntu 14.10 ließen sich jedoch die Abhängigkeiten von Batsh nicht auflösen.

Aus dem gleichen Grund scheiterte im Test auch das manuelle Übersetzen von Batsh aus dem Quellcode. Dazu sollte es eigentlich ausreichen, Ocaml über den Paketmanager einzurichten, das aktuelle Batsh-Quellcodepaket [3] herunterzuladen, es zu entpacken und dann mittels make und make install zu übersetzen und zu installieren.

Ausgedruckt

Die Batsh-Funktion println() besitzt noch den Bruder print(). Auch er präsentiert den übergebenen Text auf der Kommandozeile, schreibt ihn aber nicht in eine eigene Zeile. Beide Funktionen erlauben beliebig viele Parameter. Das folgende Beispiel gibt also den Text Hallo Welt aus:

a="Welt";
print("Hallo ", a);

Alternativ zu print() können Sie auch das nicht dokumentierte echo() verwenden. print() übersetzt der Batsh-Compiler zu "echo" "-ne", die Funktion echo() hingegen einfach nur zu "echo".

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