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© Elena Schweitzer, 123RF

E-Book-Reader und Bibliothekar Calibre

Bibliothekar

Wer digitalen Lesestoff nicht nur auf seinem Reader verwaltet, sondern auch auf dem heimischen Rechner, der kommt kaum am freien E-Book-Manager Calibre vorbei.

Ursprünglich zum Verwalten von E-Books entwickelt, gilt Calibre [1] heute als das Werkzeug der Wahl bei fast allen Aufgaben mit diesem Medium. Es kann E-Books nicht nur verwalten, sondern auch deren Inhalte und Metadaten bearbeiten, sie in andere Formate umwandeln und auf einen Reader laden. In den letzten Monaten erschienen in kurzer Folge die Versionen 2.0 bis 2.11, die wir uns hier genauer ansehen.

Installation

Calibre findet sich zwar in den Repositories aller gängigen Distributionen, jedoch zumeist nur in älteren Versionen. Es gibt allerdings gute Gründe, die Software auf das aktuellste Release zu heben. Den Hinweis auf eine neue Version zeigt Calibre am unteren Bildschirmrand an. Ein Mausklick darauf führt Sie zur Download-Seite [2], von wo der vorbereitete Funktionsaufruf ein Installer-Skript herunterlädt (Listing 1), das die Software im Verzeichnis /opt/calibre/ einrichtet. Was sich an den Versionen geändert hat, zeigt das Changelog [3].

Listing 1

$ sudo -v && wget -nv -O- https://raw.githubusercontent.com/kovidgoyal/calibre/master/setup/linux-installer.py | sudo python -c "import sys; main=lambda:sys.stderr.write('Download failed\n'); exec(sys.stdin.read()); main()"

Das Einrichten von Calibre gestaltet sich dann dank des Wizards erfreulich einfach und kurz: Nach der Auswahl der Sprache für die Oberfläche müssen Sie zunächst nur ein leeres Verzeichnis angeben, in dem die Software zukünftig alle E-Books speichert. Für die aufgenommenen E-Books legt sie darin nach Autorennamen benannte Verzeichnisse an, in denen sie wiederum Verzeichnisse mit den Namen der Medientitel erstellt. Dort lagert Calibre die E-Books in unterschiedlichen Formaten ein, sofern Sie das wünschen.

Die oberste Ebene der Verzeichnishierarchie enthält die SQLite-Datenbank metadata.db, in der das Programm die Informationen zu den E-Books verwaltet.

Bücher verwalten

Nach dem Start von Calibre erscheint das dreigeteilte Hauptfenster (Abbildung 1), das mehrere Darstellungen zur Auswahl stellt. Dazu zählen eine sehr technisch gehaltene Listenausgabe, eine Variante mit Icons sowie eine mit Cover-Bildern. Der Aufbau sieht vor, dass Sie links Suchkriterien eingeben, deren Ergebnisse Calibre in der Mitte zeigt. Rechts davon erscheinen Details zu dem aktuell angewählten E-Book.

Abbildung 1: Calibres Oberfläche stellt die erfassten E-Books wahlweise auf eine von mehreren Arten (Cover-Bilder, Icons, Liste) dar. Die Art der Anzeige schalten Sie über die Buttons am unteren Rand um (Pfeil). Tooltipps zeigen Informationen zu dem Medium unter dem Mauszeiger. Calibres grundlegende Funktionen erreichen Sie über die Schalter in der Werkzeugleiste (oben).

Calibre verwaltet neben den klassischen E-Books in den unterschiedlichsten Formaten auch selbst erstellte PDF-Dateien. Auch Quellen aus dem Internet, beispielsweise in ZIP-Archiven gespeicherte HTML-Seiten oder RSS-Feeds, bindet es auf Wunsch ein. Alle wichtigen Funktionen, Actions genannt, finden Sie an zwei Stellen: in der am oberen Fensterrand dargestellten Werkzeugleiste oder im wechselnden Kontextmenü. In der Werkzeugleiste beschreiben Tooltipps die Funktionen, sobald Sie die Einträge mit dem Mauszeiger berühren; dasselbe gilt auch für die E-Book-Liste.

Die Software bietet verschiedene Möglichkeiten an, um ein neues Dokument in die Sammlung aufzunehmen. Der erste Schalter links in der Werkzeugleiste enthält die dafür zuständigen Funktionen (Abbildung 2). Die Option, mehrere Medien aus Verzeichnissen und Unterverzeichnissen automatisch zu importieren, führt in der Praxis des Öfteren zu Problemen: Calibre fügt in diesem Fall alle E-Books, PDFs, aber auch Text- und ZIP-Dateien zur Bibliothek hinzu. Immerhin erkennt das Programm die dabei in der Regel entstehenden Duplikate beim Import und erlaubt, die Dubletten auszuschließen.

Abbildung 2: Den Import von Dokumenten unterstützt Calibre auf vielfältige Art und Weise.

Allerdings untersucht Calibre dabei nicht den Inhalt der Medien, sondern lediglich deren (möglicherweise falsche) Metadaten. Dummerweise funktioniert das aufgrund der fehlenden Volltextsuche nicht zwischen unterschiedlichen Formaten. In diesem Fall nimmt Calibre also alle Formate eines Dokuments auf, was Sie vermutlich anschließend manuell rückgängig machen wollen.

Um E-Books zu löschen, klicken Sie zunächst auf den gewünschten Eintrag; [Strg] erlaubt dabei auch eine Mehrfachauswahl. Danach betätigen Sie das Icon Bücher entfernen aus der Menüleiste. Ein Druck auf [Entf] bewirkt dasselbe.

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