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© Maksim Kabakou, 123RF

Sicher kommunizieren mit Tox

Skype in sicher

Mit Tox chatten und telefonieren Sie wie mit Skype – aber sicher verschlüsselt und mit Open-Source-Software.

Dank Edward Snowden wissen wir, dass Geheimdienste weltweit private Kommunikation abhören. Die Enthüllungen im Zug der NSA-Affäre führten zwar nicht zu einem Ende des willkürlichen Abzapfens von Kommunikations- und Nutzdaten, aber immerhin stellt sich bei immer mehr Nutzern das Bewusstsein ein, dass jeder etwas dafür tun kann, die eigene Privatsphäre zu schützen. So gelang es zum Beispiel der Whatsapp-Alternative Threema in kurzer Zeit, viele neue Nutzer zu gewinnen, die sich und ihre Kommunikation besser schützen möchten.

Eine weitere Größe in der modernen Kommunikation stellt neben dem Aufsteiger Whatsapp der Klassiker Skype dar, der Microsoft Mitte 2011 stolze 8,5 Milliarden US-Dollar wert war. Während Whatsapp noch als relativ junges Phänomen gilt, steht Skype schon seit Langem in der Kritik, Nutzerdaten heimlich auszulesen und auszuwerten. Bereits 2013 kam die Information an die Öffentlichkeit, dass Microsoft im Allgemeinen und Skype im Besonderen mit dem Prism-Skandal der NSA in Verbindung stehen. Seitdem müssen datenbewusste Anwender davon ausgehen, dass die über Skype transportierten Informationen immer noch ein gefundenes Fressen für Geheimdienste darstellen, die ohne Skrupel Daten ohne Verdacht sammeln und auswerten.

Tox statt Skype

Wie für Whatsapp gibt es mittlerweile auch zu Skype eine Alternative. Sie nennt sich Tox [1] und steht für alle gängigen Plattformen zum Herunterladen bereit [2]. Tox-Clients gibt es nicht nur für Linux, sondern auch für Mac OS X, Windows und mobile Geräte mit Android und iOS [3]. Wie Skype beherrscht auch Tox Chats per Tastatur, VoIP-Anrufe und sogar Videotelefonie. Tox bietet diese Funktionen allerdings mit einem wichtigen Mehrwert an: Alle übertragenen Informationen wandern verschlüsselt durch die Datenleitung.

Meldet sich ein Tox-User mit seinem Client an, verbindet sich dieser nicht mit einem zentralen Server, sondern mit einem verteilten Peer-to-Peer-Netzwerk. Um miteinander zu kommunizieren, müssen Tox-Anwender daher ihre Tox-ID miteinander austauschen. Durch diese identifizieren sie sich im Netz und kommunizieren miteinander. Zwar könnten sie sich diese ID nun gegenseitig per E-Mail zusenden, doch wem das Misstrauen gegenüber unverschlüsselter Kommunikation in Mark und Bein übergegangen ist, der notiert die ID lieber auf ein Blatt Papier und tauscht sie auf analogem Weg aus.

Mehrwert-Client

Unter Linux stehen für Tox verschiedene Clients zur Verfügung: µTox (auch uTox genannt), Venom, qTox und Toxic bieten alle dieselben Funktionen. Sie unterscheiden sich primär nur durch die Umgebung, in der sie idealerweise zum Einsatz kommen (siehe Tabelle "Tox-Clients im Überblick"). Während Venom auf Gtk+ setzt, baut qTox auf Qt auf. Puristen greifen lieber zum Kommandozeilen-Client Toxic.

Im Folgenden stellen wir Ihnen den grafischen Client µTox und das kommandozeilenbasierte Toxic näher vor. Außerdem werfen wir einen Blick auf Antox, dem Tox-Client für Android-Geräte.

Tox-Clients im Überblick

Name Kurzbeschreibung
µTox leichtgewichtiger Client für jeden Desktop
Toxic Tox-Client für die Kommandozeile
qTox mit dem Qt-Toolkit geschriebener Client
Venom mit Vala/Gtk+ entwickelter Client
Toxy Tox-Client für Windows im Metro-Design
Poison Tox-Client für Mac OS X
Antox Tox-Client für Android
Antidote Tox-Client für iOS

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