Adobe Flash unter Linux im Griff

Geflasht

PPAPI, NPAPI, Pepper-Flash, Freshplayer – alles nur böhmische Dörfer? Wir fassen die Situation rund um Flash unter Linux zusammen und geben Tipps, wie Sie der Technik die schlimmsten Macken austreiben.

Zwar verliert Adobe Flash dank HTML5 immer weiter an Bedeutung, doch dürfte das viel gescholtene Plugin noch immer die am häufigsten installierte Browser-Erweiterung der Computerwelt sein. Selbst im Linux-Bereich kommt kaum ein Webbrowser ohne Flash daher: Wie unsere Web-Statistiken verraten, haben über 70 Prozent der Nutzer von LinuxCommunity.de Adobe Flash auf dem Rechner.

Nun sorgen gerade die letzten Entwicklungen rund um Flash für viel Verwirrung. Was sind NPAPI- oder PPAPI-Plugins, was hat es mit Pepper-Flash auf sich? Und wie bekomme ich nun Flash auf meinem Linux-System zum Laufen? Dieser Beitrag fasst alle Informationen zusammen.

Gepfeffertes

Adobe hat schon im Februar 2012 die Entwicklung des eigenständigen Flash-Plugins für Linux vollständig eingestellt [1]. Stattdessen macht Adobe mit Google gemeinsame Sache, um die Entwicklung eines sogenannten Pepper-Flash-Plugins voranzutreiben, das die neu geschaffene Pepper-Plugin-API [2] (kurz PPAPI) nutzt. Das alte Plugin nach dem Netscape-Plugin-Application-Programming-Interface (kurz NPAPI) versorgt Adobe nur noch mit den nötigsten Sicherheitsupdates.

Diese Umstellung hat es in sich, denn nicht alle Browser kommen mit den PPAPI-Plugins zurecht. Aktuell unterstützen von den großen Browsern nur Google Chrome, Chromium und die Opera-Developer-Version PPAPI-Plugins – und somit eben auch Pepper-Flash. Zudem bietet Adobe Pepper-Flash nirgendwo offen zum Herunterladen an: Sie bekommen das Plugin nur Huckepack mit Google Chrome. Um Flash unter Linux zu nutzen, müssen Sie also immer den Browser mit in die Fragestellung einbeziehen, denn je Variante gilt es, unterschiedliche Pakete zu installieren.

Chrome samt Flash

Um Flash möglichst stressfrei auf den Linux-Rechner zu bekommen, installieren Sie am besten Googles Chrome-Browser. Adobe arbeitet seit Chrome 35 mit Google Hand in Hand, das Flash-Plugin optimal auf den Browser abzustimmen. Die aktuelle Adobe-Flash-Version gibt es gar nicht mehr als Download, das Plugin vertreibt Adobe nur noch als festen Bestandteil von Chrome.

Chrome bekommen Sie in vielen Distributionen nicht über die Paketquellen, sondern müssen es direkt bei Google herunterladen. Auf der Homepage des Browsers [3] bietet Google dazu 32- und 64-Bit-Pakete im RPM- oder DEB-Format an. Die meisten Distributionen installieren solch ein Paket bei einem Doppelklick auf die Datei über ein grafisches Frontend für die Paketverwaltung, bei Ubuntu etwa via Software-Center.

Flash funktioniert gleich nach der Installation des Browsers, Sie müssen keine weiteren Plugins oder Pakete einspielen. Für einen schnellen Funktionstest rufen Sie Adobes Flash-Testseite auf [4] und prüfen die von dort gemeldete Flash-Version (Abbildung 1). Sie sollte aktuell (Stand: Oktober 2014) bei 15.0.0.xxx liegen. Das aktuelle Pepper-Flash hat gegenüber Adobe Flash 11.2 verschiedene Vorteile: So spielt es etwa besser mit Multimonitor-Setups zusammen, sodass Flash-Videos im Vollbild bei einem Klick auf den zweiten, freien Monitor nicht wieder verschwinden.

Abbildung 1: Googles Chrome-Browser enthält von Haus aus immer die aktuelle Flash-Version.

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