Aktuelle Software im Kurztest

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Zwei-Spalten-Dateimanager Emelfm2 0.9.1, Clipboard-Manager Parcellite 1.1.9, Prüfsummengenerator Quick Hash GUI 2.5.2, Texteditor TEA 38.0.0 für Programmierer

Spaltenjongleur

Der ressourcenschonende Dateimanager Emelfm2 0.9.1 bietet in einer intuitiv bedienbaren Oberfläche alle wichtigen Funktionen und lässt sich über Plugins erweitern.

Suchen Sie einen grafischen Dateimanager im Stil des Norton Commander, sollten Sie einen Blick auf Emelfm2 werfen. Das Tool glänzt besonders durch seine intuitive Bedienbarkeit. Es ähnelt in Namen und Funktionsvielfalt dem älteren Emelfm, besitzt jedoch eine wesentlich modernere Benutzeroberfläche und basiert auf den GTK2-Bibliotheken. Standardmäßig bietet Emelfm2 eine zweispaltige Verzeichnisansicht im Stil des Norton Commander, die Sie jedoch bei Bedarf deaktivieren. Die Größe und Aufteilung der Spalten passen Sie im laufenden Betrieb an. Über die Parameter -1 und -2 legen Sie fest, in welchem Modus das Programm startet. Um beim Aufruf von Emelfm2 einen Befehl auszuführen, geben Sie diesen über den Parameter -r an. Die Option -l aktiviert eine umfassende Protokollierung aller Aktionen. Emelfm2 bietet eine sehr flexible Dateitypenbestimmung, die auf der Magictype-Funktion von Linux basiert. Wollen Sie einen Kommandozeilenbefehl nutzen, setzen Sie diesen direkt aus Emelfm2 heraus ab. Die entsprechende Ausgabe erscheint dann unten im Fenster. Alternativ können Sie auch direkt eine Shell öffnen. Über das Schlüssel-Symbol am unteren Fensterrand setzen Sie Befehle mit Root-Rechten ab, wozu Sie das Passwort kennen müssen. Auch das Einbinden neuer Festplatten gelingt über die untere Symbolleiste. Alle wichtigen Funktionen erreichen Sie über Tastenkürzel, die Sie ganz nach Bedarf anpassen dürfen. Mittels Plugins erweitern Sie den Funktionsumfang von Emelfm2. Einige solcher Erweiterungen bringt die Standardinstallation bereits mit, installiert aber nicht alle davon. Hier empfiehlt sich ein Blick in die Konfiguration.

Emelfm2 0.9.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://emelfm2.net

Schnipseltüte

Mit Parcellite 1.1.9 steht Ihnen ein kompaktes Programm zum Verwalten der Zwischenablage zur Verfügung, das eine Verlaufsfunktion mitbringt und erlaubt, den Ablageinhalt zu bearbeiten.

Cut & Paste über die Zwischenablage zählt zu den Kernfunktionen jeder grafischen Benutzeroberfläche. Allerdings behalten die meisten GUIs immer nur einen Eintrag im Clipboard. Parcellite schafft hier Abhilfe und verwaltet für Sie den Inhalt der Zwischenablage. Das schlanke Tool benötigt wenig Arbeitsspeicher und konzentriert sich ganz auf die wesentlichen Funktionen. Für seine grafische Oberfläche nutzt es die GTK2-Bibliotheken. Parcellite integriert sich nach dem Start in die Symbolleiste der jeweiligen Arbeitsoberfläche. Mit dem Parameter -n lässt sich dies falls notwendig unterbinden. Beim Anklicken des Symbols zeigt das Programm den aktuellen Verlauf des Clipboards. So sehen Sie sofort, was in der aktuellen Sitzung schon den Weg in die Zwischenablage gefunden hat. Standardmäßig fügt Parcellite beim Einfügen immer den obersten Eintrag ein. Klicken Sie auf einen anderen Eintrag im Verlauf der Zwischenablage, schiebt das Tool diesen sofort an die oberste Position und fügt ihn beim nächsten Mal ein. Der Menüpunkt Zwischenablage bearbeiten eröffnet die Möglichkeit, diesen Eintrag noch zu verändern. Im Kontextmenü von Parcellite finden Sie die Programmkonfiguration. Hier legen Sie unter anderem Tastenkürzel fest. Außerdem stellen Sie hier ein, wie viele Einträge die Verlaufsliste der Zwischenablage umfassen darf und wie das Programm mit Leerzeichen und Zeilenumbrüchen verfährt.

Parcellite 1.1.9

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://parcellite.sourceforge.net

Dateiprüfer

Selbst für große Mengen von Dateien berechnet das einfach zu bedienende Quick Hash GUI 2.5.1 im Handumdrehen die MD5- oder SHA-Prüfsummen. Bei ausgefallenen Algorithmen wie Whirlpool oder Tiger muss es jedoch passen.

Die übersichtliche Benutzeroberfläche von Quick Hash GUI macht das Erzeugen von Prüfsummen für Textfragmente oder Dateien zum Kinderspiel. Im Gegensatz zu anderen Prüfsummengeneratoren unterstützt das Tool jedoch ausschließlich MD5 sowie die gängigsten drei Algorithmen der SHA-Familie. Über Reiter wählen Sie, für welche Objekte, Textfragmente oder Dateien Quick Hash GUI eine Prüfsumme erzeugen soll; anschließend legen Sie den Algorithmus fest. Um die Prüfsumme für einen Text zu erzeugen, kopieren Sie diesen einfach ins entsprechende Freitextfeld. Bei Dateien treffen Sie über einen Dateidialog oder mittels Drag & Drop eine Wahl. Das Programm erzeugt bei Bedarf auch Prüfsummen für ganze Verzeichnisbäume. Dabei markiert es auf Wunsch doppelte Dateien, ignoriert Unterverzeichnisse und protokolliert seine Aktionen in einer HTML- oder CSV-Datei. Verzeichnisse lassen sich anhand der Prüfsummen der enthaltenen Dateien vergleichen. Auf diesem Weg stellen Sie einfach fest, ob ein Backup vollständig ist. Zu guter Letzt bietet Quick Hash GUI auch eine Kopierfunktion, die beim Duplizieren von Dateien sofort deren Prüfsummen erzeugt. Sie beschränken die Funktion bei Bedarf auf bestimmte Dateitypen. Eine List-Funktion ermöglicht Probeläufe, bei denen das Programm seine Aktionen nur simuliert; auch hier lässt sich das Ergebnis als CSV- oder HTML-Datei speichern. Quick Hash GUI steht auch für andere Betriebssysteme zur Verfügung und kann unter Windows über ein spezielles Hashing-Modul die Prüfsumme einer ganzen Festplatte berechnen. Unter Linux klappt das problemlos über den Reiter Datei, da hier ein Blockgerät auch nur als spezielle Datei gilt.

Quick Hash GUI 2.5.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://sourceforge.net/projects/quickhash/

Textspezialist

Dank umfangreichem Syntax-Highlighting eignet sich der Texteditor Tea 38.0.0 durchaus auch für kleinere Programmierprojekte. Seine Stärke liegt jedoch in der Textverarbeitung.

Wer bei Tea an Earl Grey denkt, liegt falsch: Hinter dem Namen verbirgt sich ein funktionsreicher Texteditor mit einer langen Entwicklungsgeschichte. Neben der dominierenden Variante mit Qt-basierter Oberfläche gibt es auch eine GTK+-Version, die aber seit Längerem nicht mehr gepflegt wird. Zwar speichert Tea Dateien nur als reinen Text, kann aber eine Reihe wichtiger Textverarbeitungsformate lesen. Die Palette reicht von RTF und KWord über ODT bis hin zu Microsofts DOCX. Das Syntax-Highlighting des Editors unterstützt über 25 Programmier- und Satzsprachen; für die Rechtschreibkontrolle greift Tea auf externe Programme wie Aspell. Auf den ersten Blick wirkt die Aufteilung der Benutzeroberfläche ungewöhnlich. Geladene Dateien legt Tea in separaten Reitern ab, sodass Sie schnell zwischen ihnen wechseln können. Am rechten Fensterrand befinden sich weitere Reiter, die einen Wechsel zwischen den Funktionen von Tea erlauben. Neben dem Editor-Modus stehen hier auch ein rudimentärer Dateimanager, ein Kalender, die Bedienungsanleitung sowie die Konfiguration des Editors zur Verfügung. Tea bietet den vollen Funktionsumfang eines guten Editors und ermöglicht darüber hinaus im Ausklappmenü Textauszeichnung den schnellen Zugriff auf HTML-Tags. Das Pulldown-Menü Funktionen wartet hingegen mit zahlreichen interessanten Eigenschaften wie Textstatistiken, Textsortierung und diversen Filteroptionen auf sowie mit der Möglichkeit, aus Text Morse-Code zu generieren. Der Funktionsumfang von Tea ist reichhaltig, hier geht Probieren über Studieren.

Tea 38.0.0

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://sourceforge.net/projects/tea-editor/

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  • Angetestet
    Prüfsummengenerator Checksumcontrol 2.4.2.1, Tabellenkalkulationswerkzeug Dagri 1.3, Protokollanalysesystem Logwatch 7.4.3, plattformübergreifender Passwortverwalter Pkg 22-01-17.
  • Angetestet
    Prüfsummenwerkzeug Hash Checker 4.0.8, Programmiereditor Joe 4.0, Verschlüsselungstool Mlock 0.7, Sane-GUI Simple Scan 3.16.1.1
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