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© James Steidl, 123RF

Digitale Audio-Workstation Tracktion 5

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In Version 4 war das kommerzielle Musikstudio Tracktion 4 für Linux noch eher ein Experiment, wenn auch ein hochinteressantes. Tracktion 5 präsentiert sich jetzt voll feldtauglich.

Digitale Audio Workstations (DAW) gehören zu den Anwendungen, für die auch überzeugte Linux-Nutzer lange eine Windows-Partition behielten. In den letzten zwei Jahren entwickelte sich das freie Ardour zu einer echten Alternative zum Multiboot mit Windows plus Cubase und Konsorten. Aber auch proprietäre Anbieter machen inzwischen Angebote für Musiker unter Linux. Die Firma Tracktion Software Corporation (TSC) bietet seit Version 4 ihre DAW-Lösung auch für Linux an [1]. Das gilt – im Gegensatz zu auf einigen Webseiten verbreiteten Meldungen – auch für deren brandneuen Nachfolger Tracktion 5 (Abbildung  1).

Abbildung 1: Tracktion 5 zeigt sich in jeder Hinsicht vollständiger und ausgereifter als Tracktion 4 – und sieht auch so aus.

Der Download von Tracktion für Linux setzt eine Registrierung auf Tracktion.com voraus. Wie für die Vorgängerversion fordert TSC auch für Tracktion 5 keine Zahlung, die DAW bleibt also proprietäre Freeware. Wie der Konkurrent Bitwig bietet TSC ein DEB-Paket zur Installation an, das offiziell für Ubuntu 13.04 oder neuer gebaut ist. Im Netz kursieren auch Berichte von erfolgreichen Installationen dieses Pakets unter Debian, Mint und anderen Debian-Varianten. Auch Benutzer RPM-basierter Distributionen wie OpenSuse und Fedora melden erfolgreiche Installationen mithilfe von Konvertierungswerkzeugen für DEB-Pakete.

Beim ersten Start verlangt Tracktion eine Anmeldung mit den auf der Webseite registrierten Authentifizierungsdaten. Im Test schlug dies unter Ubuntu fehl: Tracktion meldet, es könne sich nicht mit dem Tracktion.com-Server verbinden. Erst nach dem Download eines Offline-Schlüssels ließ sich das Programm starten (siehe Kasten "Kleine Hindernisse"). Der Schlüssel registriert die Software dauerhaft für den Computer, auf dem sie läuft, sodass die Installation auch funktioniert, wenn der Rechner offline ist.

Kleine Hindernisse

Bei Tracktion 5 handelt es sich um proprietäre Software. Eine Lizenz für Windows oder Mac OS X kostet knapp 60 US-Dollar und erlaubt die gleichzeitige Installation und Nutzung auf drei Computern. Tracktion belastet seine Nutzer jedoch nicht mit nervigen Kopierschutztechniken wie den unter Mac OS X und Windows verbreiteten USB-Dongles. Nach der Installation fragt es nach dem registrierten Nutzernamen und dem Passwort des Kunden und verifiziert die Eingaben via Internet. Wer im Proberaum keinen Internetanschluss besitzt, der kann auf der Tracktion-Webseite [2] einen Computer für die Offline-Benutzung registrieren. Die dazu notwendige Machine-ID finden Sie mit Klick auf den Schalter About links unten im Programm, das Sie dazu im Demo-Modus benutzen können.

Für das Upgrade auf Tracktion 5 war der Download eines Offline-Schlüssels allerdings auch die einzige funktionierende Methode zum Freischalten des Programms: Die Anwendung erklärte, sie könne sich nicht mit dem Tracktion.com-Server verbinden. Auf Nachfrage nannte der Anbieter TSC das Fehlen eines nicht näher bezeichneten Sicherheitsprotokolls in unserer Linux-Installation als Ursache. Auch andere Funktionen mit Internetzugriff verweigerten den Dienst. Ansonsten lief Tracktion 5 aber problemlos, nachdem wir den heruntergeladenen Offline-Schlüssel einfach aus KDEs Dateimanager Dolphin auf das Programmfenster gezogen hatten. Im Gegensatz zu Tracktion 4 fragte der Nachfolger nach dem Abwurf der Key-Datei auf sein Fenster nie wieder nach irgendwelchen Nutzernamen oder Passwörtern.

Testumgebung

Für den Test von Tracktion 5 kam die schon für Tracktion 4 benutzte Rechnerkonfiguration [3] zum Einsatz. Wir richteten das Programm auf dem SSD-Laufwerk eines Lenovo-U410-Laptops mit 8 GByte Arbeitsspeicher und Intel-Core-i5-CPU ein. Als Audiogerät diente eine MAudio MobilePre über Alsas generischen USB-Audiotreiber. Der Low-Latency-Kernel von KXStudio-Layer steht auf Version 3.8.0-35 und treibt ein Ubuntu 13.04 mit allen aktuellen Updates an (Abbildung 2). Damit passt unsere Installation genau auf die von TSC angegebenen Systemvoraussetzungen [1].

Die Projekte aus dem Tracktion-4-Test verursachten in der neuen Version zum Teil Schwierigkeiten. Einige Plugins funktionierten nicht korrekt, was in einem Fall auch zu einem Absturz führte. Der Beta-Status von Tracktion 4 zeigte sich so nachträglich noch mal sehr deutlich. Zusätzlich legten wir einige neue Projekte an. Die neuen Funktionen wie Folder-Spuren und Edit Tracks ließen sich auch in die mit Tracktion 4 erzeugten Projekte einbauen und funktionierten in beiden Projektgenerationen tadellos. Das Testsystem musste mit Edits mit bis zu 32 Spuren und 40 Plugin-Instanzen zurechtkommen.

Die Audioports von Jack sowie die Midi-Anschlüsse von Alsa erkennt und konfiguriert das Programm automatisch, wenn diese bereits beim Start von Tracktion existieren. Das automatische Einbinden von während der Session neu hinzukommenden Jack-Programmen, wie man es von Ardour kennt, beherrscht Tracktion 5 noch nicht. Zudem funktionierte im Test das Einbinden von Stereoquellen nicht wie gewünscht. Die Option Treat as stereo pair im Audio-Teil der Settings legte zwar einen zweiten Kanal an, versagte aber dabei, auch das Signal des zweiten Kanals des Jack-Ports an diesen anzuschließen.

So ließ sich vom Gitarrenverstärker Guitarix nur der linke Kanal aufnehmen, die Aufnahmen von diesem Port enthielten im rechten Kanal Stille. Das Problem lässt sich umgehen, indem man Jack-Anwendungen wie Guitarix oder Alsa Modular Synth per Hand in Qjackctl mit der JUCE-Schnittstelle von Tracktion verdrahtet.

Abbildung 2: Nur sieben weniger schwere Xrun-Aussetzer nach zwei Stunden im Alsa-Backend bei ehrgeizigen Jack-Einstellungen: Das ist für ein Projekt mit 32 Spuren auf normaler Hardware eine überdurchschnittliche Leistung.

Anders auf den ersten Blick

Moderne DAWs setzen meist auf ein Konzept, bei dem alle Arbeiten in nur einem Fenster stattfinden. Tracktion geht dabei besonders radikal vor: Außer externen Plugins und Rack-Filtern öffnet keine Funktion im Programm ein neues Fenster. Bei einer derart komplexen Software wie einer DAW kommen jedoch auch die Tracktion-Designer nicht umhin, logisch nicht zusammengehörige Funktionen auch optisch zu trennen. Das geschieht wie in modernen Webbrowsern auch in Tracktion mittels Reitern.

Tracktion begrüßt Sie mit zwei solcher fensterfüllenden Tabs. Der erste namens Projects zeigt eine Übersicht einer einfachen mitgelieferten Projektvorlage. Der zweite zeichnet für die globalen Einstellungen am Programm zuständig. Die Oberfläche reagiert schnell, selbst rechenintensive Aktionen verursachen keine Aussetzer im auf 8 Millisekunden Verzögerung eingestellten Jack-Audiosystem. In Qjackctl erzeugt dazu das von Tracktion verwendete JUCE-Framework 4 neue Audioports.

Ein wenig unschön ist, dass auch Tracktion 5 nur in Englisch verfügbar ist. Zwar lassen sich Übersetzungen der Oberfläche unter Settings | General Behaviour auswählen, doch der Download der deutschen Version scheitert am gleichen Problem wie schon die Online-Anmeldung. Dem Vernehmen nach ist das aber auch kein großer Verlust: Einige Rezensenten schwören, dass die alternativen Sprachen mit einem automatischen Übersetzer erzeugt und entsprechender surrealistischer Qualität seien.

Das Fenstermanagement funktioniert gut, jedoch verhindert Tracktion die Nutzung aller Möglichkeiten virtueller Arbeitsflächen. Zieht man beispielsweise das Fenster eines externen Plugins auf einen anderen Desktop, springt es sofort wieder auf den Desktop von Tracktion zurück, sobald man es in der neuen Position zu verwenden versucht. Hingegen lassen sich die Register aus dem Fenster von Tracktion ablösen und mit dem Pager als selbstständige Fenster nutzen.

Insgesamt integriert sich Tracktion sehr ordentlich in Linux. Das DEB-Paket installiert einen Menüeintrag und ein Desktop-Icon. Aus dem Terminal rufen Sie Tracktion einfach mit seinem Namen (inklusive großem T) auf. Der Paketinhalt landet übrigens nicht, wie bei Bitwig [4] oder Ardour [5], in /opt, sondern ganz konventionell in /usr.

JUCE: Leicht und vitaminreich

Tracktion verwendet keine der von den meisten anderen Linux-Programmen verwendeten Framework-Bibliotheken. Statt auf Qt, GTK, Tcl oder Java setzt Tracktion auf JUCE, die Jules' Utility Class Extensions [6]. Dabei steht "Jules" für Jules Storer, den Gründer und Hauptentwickler von Tracktion. Als Storer 2001 mit der Arbeit an einer neuen Musiksoftware begann, wollte er eine Basisbibliothek, die auf möglichst vielen Betriebssystemen laufen und dabei besonders schlank sein sollte. Eine solche setzte er kurzerhand in der Programmiersprache C++ um.

An Tracktion kann man live erleben, dass Storer sein Ziel erreicht hat – aber das ist nur ein Beispiel für die Leistungsfähigkeit von JUCE. Die unter der GPL frei lizenzierte Bibliothek wird von zahlreichen anderen Softwareprojekten eingesetzt. Darunter finden sich klangvolle Namen wie M-Audio, Korg oder Sonalksis. Die Firma Codex Digital baut auf Basis von JUCE ein Gerät, das die Datenspeicherung von Hunderten großen Filmproduktionen übernommen hat. Außer den gängigen Desktopbetriebssystemen unterstützt JUCE auch iOS und Android, weshalb auch etliche Apps für Smartphones und Tablets damit arbeiten.

Da Jules Storer der einzige Entwickler von JUCE ist und bleiben möchte, pflegen einige andere Entwickler mit seiner Zustimmung eine Variante der Bibliothek unter dem Namen Juced [7]. Für Linux existieren schon seit einigen Jahren mit beiden Varianten umgesetzte Softwarepakete. Die bekanntesten davon sind wie Tracktion Musikprogramme (Abbildung 3). So war der Plugin-Host Jost eine der ersten freien Linux-Anwendungen, die nativ für Linux gebaute VST-Module laden konnte.

Abbildung 3: Die kommerziellen Synthesizer von Loomer sind als native Linux VST erhältlich und bauen auf JUCE auf.

Eigenwillige Evolution

Der Dateibrowser des Projects-Tabs funktioniert in Version 5 deutlich besser als im Vorgänger. Die Tabelle zeigt in allen Feldern sinnvolle und korrekte Informationen zu den Komponenten des Projekts. Allerdings verschwinden auf Displays mit weniger als 1200 Pixeln Breite die Spalten rechts. Da es keinen seitlichen Scrollbalken gibt, kann das bedeuten, dass diese Infos bei niedriger Horizontalauflösung unsichtbar bleiben. Alle wirklich wichtigen Dinge spielen sich allerdings ohnehin auf der linken Fensterseite ab.

Auch der zweite standardmäßig geöffnete Reiter, Settings, leidet ein wenig unter fehlenden Scrollbalken. Ist das Fenster zu niedrig, verschwinden die letzten Listeneinträge unten. In all diesen Fällen hilft ein alter Linux-Trick: Bei gedrücktem [Alt] lässt sich jedes Fenster mit der Maus auch über den Rand des Bildschirms verschieben und anschließend mit den normalen Fensterwerkzeugen größer als die Bildschirmauflösung aufziehen.

Verkleinern Sie das Fenster, schrumpfen Beschriftungen und Werkzeugknöpfe dynamisch mit. In den für die Arbeit wichtigsten Edit-Tabs verschwindet dabei aber nichts, sodass sich Tracktion durchaus auch mit einem "antiken" 1024er-Monitor benutzen lässt. Die dann nicht mehr erreichbaren globalen Einstellungen braucht man ohnehin nur selten, zudem lassen sie sich im Zweifelsfall mit dem schon erwähnten [Alt]-Trick wieder hervorzaubern.

Die Karteikarte Edit zeigt alles an, was Sie bei Aufnahmen und zum Komponieren benötigen. Es gibt weder ein zusätzliches Mixerfenster noch einen separaten Editor für Midi- oder Audio-Clips. Tracktion 5 verhält sich damit wie sein Vorgänger, bringt aber einige wichtige Neuerungen mit, die die Grenzen des Einfensterkonzepts deutlich weniger eng erscheinen lassen. (Abbildung 4).

Abbildung 4: Tracktion 5 legt das Einfenster-Dogma sehr liberal aus: Wer mag, lässt ganze Edits in eigenen Fenstern laufen.

Manche Anwender werden einen richtigen Mixer vermissen, doch dafür behält man in Tracktion 5 beim Mixen direkt am Spurende immer das gespielte Material direkt im Blick. Dagegen weist in einem klassischen Mixer nur die Beschriftung des Kanals auf dessen Inhalt hin, die Navigation in einem längeren Stück gestaltet sich viel weniger intuitiv. Daher bieten auch andere DAWs, wie etwa Ardour, die gleiche Arbeitsweise. Anzeigen und Regler des Kanalzugs lassen sich auch dort im Editor einblenden. Tracktion aber blendet diese Elemente an der Stelle ein, an der sie tatsächlich im Signalfluss stehen: also am rechten Ende der wie überall von links nach rechts laufenden Spuren.

Bei den Reglern und Anzeigen von Pegel und Panorama handelt es sich um einzelne Plugin-Module, die nur standardmäßig zusammen angelegt werden. Das ermöglicht, mehrere Lautstärkeregler und vor allem Levelmeter in einem Kanalzug zu haben. Besonders bei komplexen Effektketten ist das eine äußerst nützliche Angelegenheit. Man findet sehr schnell heraus, an welcher Stelle der Kette ein Plugin zu starke Ausschläge verursacht.

Dennoch würde man sich für Tracktions Mixing-Werkzeuge noch ein paar Erweiterungen wünschen. Insbesondere fehlt eine Möglichkeit, den Solo-Modus für einzelne Kanäle global ein- und auszuschalten. Möchten Sie beispielsweise nur den Bass und die Bassdrum in einem Stück hören, müssen Sie beide Spuren auf Solo schalten und später auch einzeln in den normalen Modus zurücksetzen, um das Stück wieder komplett zu hören. Bei 10 bis 12 Spuren wird das schnell sehr umständlich.

Das Problem lässt sich mit jenem Konzept reduzieren, das Tracktion 5 Folder Tracks nennt. Ein Folder darf beliebig viele einzelne Spuren enthalten und bietet einen Ausgang wie normale Einzelspuren. Dieser Ausgang lässt sich auf Solo oder stumm schalten, was dann alle enthaltenen Quellen betrifft. So könnten Sie zum Beispiel in einer Band-Produktion mit vier Musikern für jeden davon einen Folder anlegen, in dem dann das jeweilige Instrument auf Dutzenden Spuren aufgenommen wird. Arbeiten Sie an einem anderen Instrument, verbessern Sie dann die Übersichtlichkeit erheblich, indem Sie den nicht benötigten Folder einklappen. Außerdem lässt sich der Folder "einfrieren" oder als neue Spur rendern, wodurch Sie eine Art Submix erhalten.

Dieses Konzept des Zusammenfassens von Spuren führt Tracktion 5 mit seinen Edit Clips noch einen Schritt weiter. Bei einem solchen Edit Clip handelt es sich im Grunde genommen um einen Edit, den Sie als einzelne Spur in einen anderen Edit einfügen. So lässt sich etwa in einem eigenen Projekt ein ganzes Kammerorchester aufnehmen und mixen, das Sie dann als einzelne Spur in einem Song nutzen können.

An sich ist das nichts Neues: In jeder zeitgemäßen DAW lassen sich fertige Mixe vieler Spuren als WAV-Datei exportieren, die man dann schnell in ein anderes Stück importiert. Genau das tut Tracktion mit einem Edit Clip auch – aber der so erzeugte Clip ist kein Endprodukt, sondern ein Resultat eines nach wie vor voll bearbeitbaren anderen Edits, zu dem Tracktion ständig die Verbindung aufrechterhält. Sobald Sie im Quell-Edit eine Einstellung ändern, rendert Tracktion den Edit Clip neu an allen Stellen, an denen Sie ihn eingefügt haben. So bleibt der Import einer Session in eine andere Session immer genauso detailliert editier- und erweiterbar wie der Quell-Edit selbst.

Das Anlegen der Edit Clips funktioniert wie fast alles in Tracktion mittels Drag & Drop. Innerhalb eines Projekts lassen sich die Reiter eines beliebigen Edits mit gehaltenem Linksklick ablösen und im gerade im Vordergrund laufenden Edit in eine Spur einfügen. Dazu mussten im Test im Quell-Edit mindestens zwei Spuren Tonmaterial enthalten sein, zudem sollten Sie den Quell-Edit vor der Aktion im Menü links unten speichern. In der Zielspur rendert Tracktion den Master-Ausgang des eingefügten Edits als Edit Clip.

Mehr als nur Plugins

Neben den mitgelieferten Modulen unterstützt Tracktion unter Linux die klassischen LADSPA-Effekte sowie nativ für Linux gebaute VST-Module. Die nativen Formate LV2 und DSSI kennt Tracktion 5 nicht, und auch der Einsatz von als DLL für Windows gebauten VST-Plugins ist nicht vorgesehen.

Plugins liest Tracktion beim Start aus einer in Settings | Plugins konfigurierbaren Liste von Verzeichnissen. Theoretisch findet das Programm auch im laufenden Betrieb neu installierte Plugins. Im Test versagte der in Settings | Plugins angestoßene Scan der Plugin-Verzeichnisse und verursachte einen Absturz, bei dem auch ungespeicherte Edits geschlossen wurden. Die Rettungsfunktion Open Temporary brachte allerdings den aktuellen Arbeitsstand zurück.

Neben einzelnen Plugins bietet Tracktion Rack Filter genannte Zusammenstellungen mehrerer Module (Abbildung 5). Dabei handelt es sich im Grund um kleine Modularsynthesizer, in denen sich Klangerzeuger und Plugins nach Bedarf verdrahten lassen. Abgesehen von einem Rack, das den eingebauten Sampler enthält, hat Tracktion 5 nur Effektzusammenstellungen an Bord.

Ein laufender Rack-Filter lässt sich allerdings nach Bedarf verändern und unter einem neuen Namen speichern. Mit der Vorlage Create Empty Rack können Sie dabei auch bei null anfangen. Auf diese Weise bauen Sie in Tracktion auch eigene, nicht handelsübliche Instrumente. Die LADSPA-Effekte von Fons Adriaensen eignen sich für solche Modularprojekte ganz besonders. Die ausgereifte und auf saubere Qualität hin entwickelte Sammlung enthält diverse einzelne Filter, Oszillatoren und andere Elemente, die in Synthesizern gebraucht werden.

Ein Rack-Filter bleibt immer mit allen Instanzen verbunden, die Sie von ihm einsetzen. Bearbeiten Sie ein Rack, das Sie in einer Spur eingefügt haben, wirken sich die Änderungen auch auf Instanzen des gleichen Racks in anderen Spuren aus. Möchten Sie unabhängige Racks benutzen, dann legen Sie einfach ein neues Rack auf Basis eines bestehenden an.

Auch Standardelemente einer DAW sind in Tracktion als Plugins umgesetzt. Neben den schon erwähnten Pegelanzeigen und Reglern gilt das auch für Auxiliar-Ports. Ziehen Sie den Filterknopf von rechts oben auf ein Spurende und wählen Sie Aux Return aus der Liste der Tracktion Plugins, so wird die Spur zu einem Aux-Bus. In diesen können Sie zum Beispiel Effekte einfügen, die ein oder mehrere andere Spuren benutzen sollen. Das Plugin Aux Send schließt eine Spur dann an den so erzeugten Bus an und bietet auch einen praktischen Pegelregler.

Abbildung 5: Ein Rack-Filter-Effektnetzwerk in Aktion: Wir haben dem Phased Delay noch einen LADSPA-Flanger spendiert.

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