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© AllzweckJack, Photocase.com

Zentyal-Server 3.5

Schaltzentrale

Das Aufsetzen eines Servers mit verschiedenen Diensten entwickelt sich leicht zur Geduldsübung. Der Zentyal-Server erleichtert die Prozedur durch eine eingängige Oberfläche und leichte Bedienbarkeit.

Auch im heimischen Umfeld mit nur wenigen Computern oder im Home Office ergibt der Einsatz eines dedizierten Servers durchaus Sinn. Doch viele Anwender scheuen die umständliche Installation und das Konfigurieren einzelner Dienste per Kommandozeile.

Einfacher geht es mit dem Zentyal-Server (http://www.zentyal.org), dessen Community-Variante kostenlos als etwa 640 MByte großes ISO-Image zum Download bereitsteht. Mithilfe einer webbasierten Oberfläche klappt hier die Serverkonfiguration im Handumdrehen.

Auf die Platte

Der aus Spanien stammende Zentyal-Server ist seit Jahren im Ubuntu-Umfeld kein Unbekannter: Ursprünglich setzte er als reine grafische Oberfläche auf Canonicals Servervariante auf. Inzwischen bietet das Unternehmen den Server als eigenständiges Produkt in 32- und 64-Bit-Varianten an.

Die aktuelle Version 3.5 basiert auf Ubuntu 14.04 LTS, für das Canonical fünf Jahre Updates zusichert. Zentyal eignet sich als Server und Gateway für kleine bis mittlere Unternehmen und SOHO-Anwender, wobei die Software explizit heterogene Umgebungen unterstützt. Dank Samba 4 integriert sich die Distribution auch als Domain-Controller ins Microsoft-Umfeld, zudem bringt sie einen Ersatz für den Exchange-Server mit.

Aus dem Bootmenü des Systems wählen Sie zwischen verschiedenen Optionen. Während der normale Modus das System weitgehend automatisch installiert, erlaubt der expert mode eine bessere Kontrolle der Installation. In beiden Fällen geleiten Sie einige optisch etwas angestaubt wirkende Dialoge durch das Setup.

Da nicht alle Komponenten auf der Zentyal-CD Platz finden, baut bereits der Installer eine Verbindung ins Internet auf. Er lädt dabei eine stattliche Anzahl zusätzlicher Pakete nach und richtet diese vollautomatisch ein. Dazu enthält das ISO-Image proprietäre Firmware-Treiber, die den Betrieb auch unfreier WLAN-Karten gewährleisten sollen. Nach nur wenigen Minuten Zeitaufwand, einem einzigen Warmstart und anschließender automatischer Konfiguration der Kernkomponenten steht das Grundsystem zum Einsatz bereit.

Setup

Zentyal öffnet nach dem Login einen Openbox-Desktop mit minimaler Softwareausstattung und startet Firefox mit einem Authentifizierungsbildschirm, um mit der Administration des Servers zu beginnen. Nach dem Login erscheint eine grafisch aufbereitete Konfigurationsseite.

Im oberen Bereich finden Sie vier Symbole mit den Bezeichnungen Gateway, Infrastructure, Office und Communications, die jeweils Gruppen von Diensten zusammenfassen. Um zu sehen, welche Module sich dahinter verbergen, klicken Sie unter dem jeweiligen Symbol auf More info, was eine Auflistung einblendet.

Unter den Servergruppen im Bereich Modules listet Zentyal einzelne Dienste auf. Ein Klick auf eines der Gruppensymbole oben im Fenster verändert im unteren Segment jeweils die Farbe der zu dieser Gruppe gehörigen Dienste. Die dann mit Grün hinterlegten Buttons zeigen an, dass sie zur Installation vorgesehen sind (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die unterschiedlichen Dienste gliedert Zentyal übersichtlich als Module. Eventuelle Abhängigkeiten zu anderen löst es selbstständig auf.

Zusätzlich zu den Vorgaben der Servergruppen wählen Sie einzelne Dienste per Mausklick an oder ab. Neben Grundmodulen wie der Firewall, einem DHCP-Server sowie Druck- und Dateiservern bietet Zentyal auch spezielle Dienste für größere IT-Infrastrukturen, wie ein Intrusion-Prevention-System, einen Radius-Server zur sicheren Authentifizierung oder ein Modul zum Management unterbrechungsfreier Stromversorgungen. Zu den Sicherheitsdiensten zählen ein Filter für Webinhalte und ein Antivirus-Modul. Um Windows-Rechner nahtlos zu integrieren, stellt die Distribution unter anderem einen Samba-Server bereit. Zu guter Letzt bringt Zentyal ein Backup-Modul mit, das bequeme Datensicherungen gestattet.

Nach Anwahl der gewünschten Module klicken Sie unten rechts auf Installieren. Das System wechselt nun in einen Bestätigungsbildschirm, der nochmals alle zur Installation vorgesehenen Dienste auflistet. Hier erscheinen auch solche, die der Installer als Voraussetzung für andere mitzieht (Abbildung 2).

Abbildung 2: Auch bei der Installation neuer Dienste greift die Distribution dem Anwender mit einer grafischen Oberfläche unter die Arme.

Sie bestätigen die Auswahl mit OK unten rechts. Während des Einrichtens der gewünschten Applikationen informiert ein Fortschrittsbalken über den aktuellen Stand. Nach der Installation konfiguriert das System die neuen Dienste automatisch und graut derweil das Browserfenster aus, sodass keine Navigation möglich ist. Nach Abschluss der Konfiguration finden Sie die neuen Dienste und Module in der Menüspalte links im Browserfenster, nach den verschiedenen Servergruppen unterteilt (Abbildung 3).

Abbildung 3: Das Setup installierter Dienste listet Zentyal in einer Leiste rechts neben dem Hauptfenster auf.

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Kommentare
Zentyal 4.0 erschienen
nur ich. (unangemeldet), Donnerstag, 30. Oktober 2014 16:25:35
Ein/Ausklappen

Heute, 30. Oktober 2014, ist Zentyal 4.0 erschienen!
Sieht gut aus....!



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