Webbrowser Pale Moon als Alternative zu Firefox

Im Mondschein

Ein neuer Browser mit altbekannter Technik: Der entschlackte Firefox-Ableger Pale Moon bleibt mit vielen liebgewonnenen Extensions kompatibel.

Firefox gehört zwar noch immer zu den beliebtesten Webbrowsern, doch stark verkürzte Releasezyklen und eine zunehmende Trägheit selbst auf leistungsstarken Systemen haben dem Ansehen des einstigen Shooting-Stars geschadet. Auch die neue Bedienoberfläche mit einer stark an Chrome angelehnten Optik bewegt so manchen Anwender dazu, sich von der Software abzuwenden.

Doch die Alternativen konnten bislang nicht vollständig überzeugen: Zwar gibt es unter Linux sehr viele schlanke und schnelle Browser mit ausgereiftem Bedienkonzept, doch Firefox hat vor allem aufgrund seiner vielen Erweiterungen in Sachen Datenschutz und Sicherheit unumstritten die Nase vorn. Einige der Addons stehen zwar auch für andere Browser bereit, jedoch längst nicht alle: So bleibt beim Einsatz von Opera, Seamonkey, Midori und Konsorten stets ein ungutes Gefühl.

Das muss nicht sein: Mit Pale Moon [1] geht nun unter Linux ein neuer Browser an den Start, der auf dem Quellcode älterer Firefox-Versionen basiert, den die Entwickler jedoch nachhaltig entschlackt haben. Damit läuft Pale Moon nicht nur schneller als das Original, sondern bleibt weitgehend zu den Firefox-Extensions kompatibel.

Technisches

Das Programm gibt sich in Sachen Hardware wählerisch: So arbeitet der Browser nur auf Prozessoren mit mindestens SSE2-Befehlssatz. Systeme mit älteren Pentium-III-Prozessoren und Athlon-CPUs der ersten Generationen von AMD eignen sich nicht. Da auch Intels Celeron-Prozessoren gewissen technischen Einschränkungen unterliegen, geben die Entwickler eine Übersicht, welche Prozessoren problemlos kooperieren [2].

Um die Lade- und Ausgabegeschwindigkeit von Webseiten gegenüber Firefox zu verbessern, entfernten die Entwickler eine ganze Reihe von Zusatzfunktionen, die Firefox sukzessive fest integriert hat. So gibt es keine automatischen Updates, und das manuelle Update aus der Software heraus wurde komplett deaktiviert. Dafür bringt der Browser wieder einen Download-Manager mit, der bei Firefox aus Gründen der Vereinfachung entfiel. Die Unterschiede der beiden Browser listet das Pale-Moon-Projekt detailliert auf [3].

Pale Moon einrichten

Lediglich PCLinuxOS führt Pale Moon derzeit bereits in den Repositories, unter allen anderen Distributionen nutzen Sie den auf der Projektwebsite zum Herunterladen angebotenen Installer [4]. Nach dem Herunterladen des Archivs entpacken Sie es in ein beliebiges Verzeichnis und starten die Einrichtungsroutine dort mit dem Befehl pminstaller.sh. Das Skript fragt, sofern Sie ohne Root-Rechte angemeldet sind, zunächst Ihr Passwort ab.

Anschließend wählen Sie in der Auswahl die Option Install Pale Moon aus. Daraufhin müssen Sie eingeben, welche Version der Software Sie installieren möchten – aktuell ist das Release 24.7.2. Nun ermittelt die Routine selbstständig, ob ein 32- oder 64-Bit-Linux läuft und welche Fähigkeiten die CPU des Rechners aufweist. Danach lädt der Installer die entsprechende Version aus dem Netz herunter und richtet sie ein (Abbildung 1).

Abbildung 1: Ungewöhnlich, aber einfach: Die Installation von Pale Moon erledigen Sie über ein Shell-Skript.

TIPP

Schneller klappt die Installation, indem Sie die aktuellste Version (auch auf Heft-DVD) als Binärarchiv direkt von der Projektwebsite herunterladen und beispielsweise nach /opt/palemoon/ entpacken. Sie rufen den Browser dann ohne weitere Konfigurationsarbeiten direkt mit /opt/palemoon/palemoon auf.

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