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File System Table bearbeiten mit Addfstab 1.0.1, Stammbaum erfassen mit Gramps 4.1.0, Sqlite-Datenbanken administrieren mit DB Browser for SQLite 3.3.1, Dateien verwalten mit WalCommander 0.17.1

Konfigurationshelfer

Mit Addfstab 1.0.1 vermeiden Sie fehlerhafte Einträge in der Dateisystemtabelle. Das Tool hilft zwar beim Einbinden von Partitionen, schützt aber bei unsachgemäßem Einsatz nicht vor Schaden.

Auf unixoiden Systemen wie Linux legt die Datei /etc/fstab fest, wo das System eine Partition im Verzeichnisbaum einbindet. Erfahrene Anwender bearbeiten deren Inhalt in der Regel mit einem Editor. Schleicht sich dabei ein Fehler ein, bleibt das System im schlimmsten Fall nach dem Neustart ohne komplette Verzeichnishierachie hängen. Das Konsolentool Addfstab unterstützt Sie bei der Pflege der Tabelle und beugt so Fehlern vor. Ohne Parameter aufgerufen, gibt es eine kleine Bedienungsanleitung aus, angefangen von einfachen Beispielen bis hin zu einer Liste aller verfügbaren Funktionen.

Eine Übersicht aller Einträge in /etc/fstab erhalten Sie über die Option -list. Um eine neue Partition einzubinden, rufen Sie das Tool mit dem Pfad zum Gerät, gefolgt von -add und -m Mountpoint auf. Addfstab achtet beim Anlegen der Einträge darauf, keinen Einhängepunkt mehrfach zu belegen. Zudem ersetzt es den Pfad durch die zugehörige UUID, die Addfstab mithilfe von Blkid ermittelt. Erfordert das Einhängen besondere Optionen wie ausschließlichen Lesezugriff, geben Sie diese mit dem Parameter -o an.

Mit -new aufgerufen, löscht Addfstab den Inhalt von /etc/fstab und legt eine neue, leere Datei an. Um eine Partition zu entfernen, rufen Sie Addfstab mit dem Gerätepfad und dem Parameter -R auf. Zum Bearbeiten der Dateisystemtabelle und für den Einsatz von Blkid benötigt Addfstab Administratorrechte.

Addfstab 1.0.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://sourceforge.net/projects/addfstab

Ahnenforscher

Wer seinen Stammbaum digital verwalten will, kommt an Gramps 4.1.0 kaum vorbei. Das Programm bietet zahlreiche Optionen zum Erfassen, Verwalten und Auswerten von Daten zu den Vorfahren.

Wer in seiner Freizeit Ahnenforschung betreibt, für den ist das Tool Gramps genau der richtige Helfer. Das GTK-basierte Programm unterstützt Sie beim Erfassen und Verwalten von Familienbeziehungen. Dabei dürfen Sie zu jedem Ahnen umfangreiche Daten inklusive Informationen zu wichtigen Lebensereignissen hinterlegen. Dabei gestaltet sich das Spektrum recht breit und reicht von der Adoption bis hin zur Volkszählung. Die Wohnorte der Vorfahren fassen Sie im Punkt Adressen zusammen. Auch Quellenangaben oder Verweise ins Internet ordnen Sie bei Bedarf einem Eintrag zu. Zudem dürfen Sie eigene Notizen eintragen oder in der Galerie Bilder der Vorfahren ablegen.

Gramps berücksichtigt Beziehungen unter den Ahnen wie Heiraten oder die Geburt von Nachkommen. Dabei hilft das Programm beim Auswerten der Daten: Wollen Sie wissen, welche Beziehungen eine Person unterhielt, markieren Sie diese in der Personenliste und wechseln dann in die Übersicht der Beziehungen. Hier finden Sie nun eine Aufstellung aller nahen Verwandten dieser Person. Eine bessere Übersicht verschafft ein Schaubild, das einen klassischen Ahnenbaum zeichnet, in dem Sie per Klick navigieren. Über eine Berichtsfunktion erstellen Sie Ahnenbücher, Familiengraphen, Statistiken, schriftliche Berichte und sogar Webseiten, die den kompletten Stammbaum aufführen. Bei den schriftlichen Berichten dürfen Sie zwischen diversen Ausgabeformaten wählen, darunter LaTeX und ODF.

Gramps 4.1.0

Lizenz: GNU Free Documentation License 1.2

Quelle: https://gramps-project.org

Datenbänker

Der DB Browser for SQLite 3.3.1 hilft dabei, SQLite-Datenbanken ohne die zugehörige Anwendung zu bearbeiten. Dank seiner Übersichtlichkeit eignet er sich auch für SQL-Einsteiger.

Die schlanke Datenbank-Engine SQLite erfreut sich großer Beliebtheit. Viele Open-Source-Programme nutzen die Bibliotheken, um Daten abzulegen und mit SQL-Befehlen zu verwalten. Um die Daten ohne die zugehörige Anwendung zu administrieren, musste man bisher auf das entsprechende Konsolenprogramm zurückgreifen. Mit dem Qt-basierten DB Browser for SQLite (früher hieß er kurz Sqlitebrowser) steht nun eine übersichtliche Oberfläche zum Erzeugen und Verwalten solcher Datenbanken bereit.

Öffnen Sie eine bestehende Sqlite-Datenbanken, listet das Tool im Reiter Datenstrukturen übersichtlich in einer Baumstruktur alle darin vorhandenen Objekte auf, wie Tabellen, Views, Indizes und Trigger. Zu jedem Objekt zeigt es den zugehörige SQL-Code. Der Reiter Daten ermöglicht es, einen Blick auf die enthaltenen Daten zu werfen. Im Reiter SQL Ausführen fragen Sie über SQL-Statements enthaltene Daten ab oder legen neue Objekte wie Tabellen an.

Für Anwender, die sich in der SQL-Befehlssyntax nicht heimisch fühlen, stellt das Tool im Ausklappmenü Bearbeiten ein Formular zum Anlegen von Tabellen und Indizes bereit. Hier klicken Sie das Gewünschte mehr oder weniger einfach zusammen. Formulare zum Erstellen von Views oder Triggern bietet der Sqlitebrowser jedoch nicht. Das Ergebnis speichern Sie wahlweise im Sqlite-Format oder exportieren es als CSV-Datei zum Weiterverarbeiten in anderen Programmen. Auch den Export in SQL-Befehle beherrscht das Tool. Neben dem Export bietet der DB Browser for SQLite auch eine Importfunktion für die Formate CSV und SQL. Auf diese Weise übernehmen Sie einfache Datenstrukturen aus anderen Systemen, wie etwa aus MySQL.

DB Browser for SQLite 3.3.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://sqlitebrowser.org

Zweireiher

Der übersichtliche Dateimanager WalCommander 0.17.1 besticht durch seine schnelle Oberfläche. Er bietet alle wichtigen Funktionen und ermöglicht bei Bedarf den Abstieg in die Tiefen der Konsole.

Dateimanager mit Zwei-Spalten-Ansicht erfreuen sich seit den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ungebrochener Beliebtheit. Zu den Vertretern dieser Gattung zählt auch der WalCommander oder kurz WCM, der im Gegensatz zu anderen Norton-Commander-Ablegern auf vielen Plattformen läuft, so auch auf Linux, FreeBSD, Mac OS X und Windows. Die Entwickler versuchen dabei, Erscheinungsbild und Handhabung des Ur-Commanders nachzubilden. Außerdem handelt es sich bei WCM um ein grafisches Tool, das einen X-Server benötigt.

Der Dateimanager beherrscht alle wichtigen Funktionen, wie beispielsweise das Anlegen von Verzeichnissen sowie das Löschen, Kopieren und Verschieben von Dateien. Beim Layout und der Tastenbelegung orientieren sich WCM weitgehend an den klassischen Vorbildern wie dem Norton Commander. Im Gegensatz zum Urvater unterstützt das Programm jedoch virtuelle Dateisysteme und ermöglicht es, auf Netzwerkfreigaben wie SMB- oder FTP-Server zuzugreifen. Unter dem Menüpunkt Laufwerk wechseln haben Sie die Möglichkeit, sofort auf Remote-Systeme zuzugreifen. In SMB-Netzwerken sucht WCM bei Bedarf ebenfalls nach verfügbaren Servern.

Der WalCommander besticht besonders durch seine schnelle Oberfläche und stellt außerdem einen leistungsfähigen Editor mit Syntax-Highlighting bereit. Möchten Sie trotz der flotten Oberfläche nicht auf die gewohnte Shell verzichten, wechseln Sie über [Esc] in die Konsole und geben dann wie gewohnt Befehle ein. Dabei haben Sie über die Funktionstasten auch weiterhin Zugriff auf die wichtigsten Eigenschaften von WCM. Eine Historie der letzten Kommandos verbirgt sich hinter der Schaltfläche mit dem Sanduhr-Symbol in der Menüleiste. (agr)

WalCommander 0.17.1

Lizenz: MIT License

Quelle: http://wcm.linderdaum.com

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