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PC-BSD 10 als Desktop-System

Weltenbummler

BSD gilt als Unix-Derivat für Kommandozeilen-Geeks. Dabei gibt das System zumindest in Form von PC-BSD auch auf dem Desktop eine gute Figur ab.

Ist von freien Betriebssystemen die Rede, denken viele an die bekannten Linux-Distributionen wie Mint, Ubuntu, Fedora, Mageia und allen voran Debian. Dabei gab es auch schon vor Linux eine quelloffene Windows-Alternative, die insbesondere im Server-Segment einen geradezu legendären Ruf genießt: Das 1977 vorgestellte BSD ("Berkeley Software Distribution") erhält bis heute ebenfalls in unzähligen Derivaten Pflege und entwickelt sich so stetig weiter. Der wohl bekannteste Abkömmling der BSD-Familie ist Apples Mac OS X, das in Teilen auf FreeBSD basiert.

Die meisten BSD-Derivate wurden ausschließlich für den Einsatz auf Servern konzipiert, auf denen sie eine ähnlich ausgezeichnete Figur abgeben wie Linux. Dabei reicht das Einsatzspektrum vom einfachen Webserver bis hin zu ausfallsicheren NAS-Systemen. Solche Varianten kommen ab Werk ohne X-Window-System und grafische Oberfläche daher. Diese für Kommandozeilen-Geeks paradiesische Philosophie hat bislang jedoch der Verbreitung von BSD auf Desktop-Systemen einen Riegel vorgeschoben.

Desktop-System

Seit 2005 erhebt dagegen PC-BSD [1] den Anspruch, für den Desktop optimiert zu sein. Die im Frühjahr 2014 erschienene, aktuelle Version 10 "Joule" bringt nicht nur einen grafischen Installer mit, sondern zusätzlich mit KDE SC 4 eine vollwertige Desktop-Umgebung. Parallel arbeiten die Entwickler aber an einem Eigenbau-Desktop namens Lumina [2].

Daneben stechen einige weitere Besonderheiten ins Auge: So setzt das System in der aktuellen Version einen 64-Bit-Prozessor voraus und benötigt zur Installation als Arbeitsplatz 50 GByte Festplattenspeicher. Dieser ungewöhnlich hohe Speicherbedarf resultiert aus dem Einsatz des Dateisystems ZFS [3]. Das Betriebssystem erlaubt zudem nur die Installation auf einer primären Partition.

Es empfiehlt sich, die Festplatte bereits vor Beginn der Installation entsprechend vorzubereiten, da PC-BSD von Haus aus kein Werkzeug zum Partitionieren in den Installer integriert. Als Ersatz bietet sich das Programm GParted an, das Sie am einfachsten über ein Live-Linux wie die System Rescue CD nutzen [4]. Die umfangreiche Dokumentation listet außerdem eventuelle Stolpersteine auf und gibt detailliert Auskunft auch zu bestimmten Hardware-Komponenten [5].

Start frei!

Das etwa 3,6 GByte große ISO-Image von PC-BSD 10 steht auf der Website zum Download bereit [6], Sie finden es bootfähig auch auf dem zweiten Datenträger dieser Ausgabe. PC-BSD startet in ein optisch ansprechendes Grub-Menü, das die Installation des Betriebssystems anbietet. Eine Live-Variante gibt es nicht.

Falls Sie nicht sicher sind, ob das Setup mit der Hardware klarkommt, besteht hier die Option, eine Alternative mit sicheren Einstellungen auszuwählen oder die Installation im Textmodus vorzunehmen. Im abgesicherten Modus spricht die Software die im System vorhandene Grafikkarte mit einem VESA-konformen Treiber an, was oft eine niedrige Auflösung nach sich zieht.

Nach Auswahl einer der Optionen geleitet Sie die Routine in einen schlichten, aber funktionalen Bildschirm. Hier stehen nach der Auswahl der Sprache drei Modi für die Einrichtung bereit: Außer einem Desktop-System können Sie auch eine Variante für einen Server auf die Platte packen oder ein Backup zurückspielen. Bei dem zur Auswahl stehenden Server-System namens TrueOS handelt es sich um ein FreeBSD mit einigen PC-BSD-spezifischen Ergänzungen, die dem System mehr Anwenderfreundlichkeit verleihen sollen.

Im zweiten Schritt bietet die Routine die Möglichkeit, die Parameter für das Dateisystem ZFS anzupassen. Da das Installationsprogramm von Haus aus bereits sinnvolle Einstellungen dazu ermittelt und vorschlägt, sollten Sie hier nichts ändern. Anschließend packt der Installer das Betriebssystem auf den Massenspeicher.

Nach abgeschlossener Installation startet der Rechner neu. Danach konfigurieren Sie das System in wenigen Schritten durch Anlegen eines Benutzerkontos, die Vergabe von Zugangsdaten für Administrator und User, und – sofern vorhanden – der Installation des WLAN-Zugangs.

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