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© texelart, 123RF

Allround-Zettelkasten Leo Editor

Merken, planen, programmieren

Programmierer und Webdesigner müssen eine Vielzahl von Informationen zentral verwalten. Der Leo Editor nimmt sich dieses Problems auf pfiffige Weise an.

Auch wenn die Macher auf ihrer Homepage als Beschreibung "IDE, PIM und Outliner" angeben, stellt Leo Editor [1] nicht zwingend eine alleinstehende Entwicklungsumgebung dar. Vielmehr arbeitet die Software auch mit anderen IDEs zusammen, so etwa mit Emacs oder Vim.

Das Programm stellt eine übersichtliche Oberfläche zur Verfügung, die in bis zu vier Bereichen alle Informationen zu einem Projekt präsentiert (Abbildung 1). Links oben residiert die Outline-Ansicht mit allen Dokumenten, die zum Projekt gehören. Rechts daneben befindet sich das Log mit allen Aktionen, die innerhalb von Leo stattfanden. Über die verschiedenen Reiter rufen Sie weitere Funktionen zum Log auf, so etwa die Suche oder eine Anzeige spezifischer Tätigkeiten. Darunter befindet sich die Anzeige für die jeweiligen Inhalte der ausgewählten Dateien. Je nach Art der Datei teilt sich der untere Bereich noch einmal auf und zeigt eine Übersicht der Datei an.

Abbildung 1: Das mit bis zu vier Bereichen versehene Fenster des Leo Editors bietet eine gute Übersicht über ein Projekt, dessen Inhalte und auch die Veränderungen im Log.

Installation

Da es sich beim Leo Editor um ein Python-Programm handelt, benötigt er nicht zwingend eine Installation. Der in der Anleitung auf der Homepage beschriebene Einrichtungsweg führt zum Teil auch ins Leere. Da sich zudem das PPA für Ubuntu nicht mehr auf dem neuesten Stand befindet, schlägt auch eine Installation auf diesem Weg fehl.

Wenigstens über das im Paket enthaltene Script leo-install.py gelingt das Einrichten. Es geht aber auch ohne: Dazu müssen Sie lediglich den Pfad zum Leo-Verzeichnis den Pfadangaben des Systems hinzufügen – Listing 1 zeigt ein Beispiel.

Listing 1

$ PATH=${PATH}:${HOME}/leo-4-11
$ export PATH

Anschließend starten Sie die Software mit dem Aufruf python launchleo.py. Voraussetzung dafür ist eine installierte Python-Umgebung samt PyQt-Paket. Letzteres bringen die meisten Distributionen von Haus aus mit. Fehlt es auf Ihrem System, installieren Sie es wie gewohnt über die Paketverwaltung.

Das komplette Verwalten der Einstellungen realisierte das Projekt im Leo-Format (Abbildung 2). Bei der Konfigurationsdatei handelt es sich also selbst um ein Leo-Projekt, was sehr gut die zugrunde liegende Arbeitsweise veranschaulicht. Immerhin lässt sich Leo durch den direkten Zugriff auf die Python-Daten beliebig erweitern oder anpassen, was sich auch in den Einstellungen manifestiert.

Arbeitsweise

Zunächst einmal sammelt der Editor Texte und speichert diese in einzelnen Textfiles innerhalb einer .leo-Datei. Damit Leo beim Speichern und beim Export weiß, wie er Texte verarbeiten soll, markiert er sie mit Direktiven. Somit unterscheidet sich die Software kaum von anderen Programmierumgebungen, die ähnlich beziehungsweise genauso verfahren. Allerdings greifen Sie bei Leo über Python unter Umständen viel direkter in das Geschehen ein, da Sie die Applikation bei Bedarf an Ihre Wünsche anpassen, während Sie an anderen Projekten arbeiten.

Möchten Sie Leo beispielsweise zusammen mit Ihrem bevorzugten Editor nutzen, etwa weil Ihnen dessen Dateiverwaltung gefällt, steht dem in der Regel nichts im Weg. In Emacs integrieren Sie Leo über ein Pymacs-Script und arbeiten dann innerhalb von Emacs mit von Leo bereitgestellten Daten und Befehlen. Bei Vim läuft es anders herum, da Leo von Haus aus eine Reihe von Vim-Befehlen direkt zur Verfügung stellt.

Andere Programme mit Python-Hintergrund interagieren über das Leobridge-Modul beziehungsweise über die Iphyton-Bridge mit Leo Editor.

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