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© Dejan Krsmanovic, 123RF

Druckvorlagen mit Inkscape und Scribus erstellen

Druckfrisch

Druckereien vermarkten ihre Dienste heute zu Kampfpreisen via Internet. Linux liefert mit Inkscape und Scribus zwei Programme, die zusammen die Grundlage für hochwertige Druckvorlagen liefern.

Die meisten professionellen Printprodukte entstehen in Adobes Programmen Indesign, Illustrator und Photoshop. Doch auch mit den freien Werkzeugen Scribus [1] und Inkscape [2] gelingen technisch einwandfreie Druckvorlagen für eine Offsetdruckerei.

Beispiel CD-Cover

Als handlichstes Vektorgrafikprogramm für Designzwecke gilt nach wie vor Inkscape. Es bringt vielfältige Werkzeuge und Effekte mit, die dem kreativen Fluss freien Raum lassen, und bindet auch externe Bitmaps und Text ein.

Abbildung 1 zeigt den Entwurf eines CD-Covers in Inkscape. Oben sehen Sie die vom Presswerk bereitgestellte Vorlage, die während der Arbeit als Schablone für die Seitengröße dient. Bei dem drei Millimeter breiten roten Rand handelt es sich um die sogenannte Beschnittzugabe, die beim Zuschneiden des Druckbogens wegfällt. Der Toleranzen der Schneidemaschine wegen muss das Design in diesem Bereich dennoch bruchlos weiterlaufen.

Abbildung 1: So entstand das Design in Inkscape: Die Seitengröße folgt der Schablone des Presswerks. Die Lichtkeile unten erscheinen in dieser Bearbeitungsstufe noch ohne die später hinzugefügte starke Unschärfe.

Das durch eine Schraffur hervorgehobene Foto wurde direkt im RGB-Farbformat eingebunden. Das Umwandeln in das für den Druck erforderliche Farbformat CMYK erfolgt beim Export des gesamten Covers. Aus den grünen Polygonen auf der Vorder- und Rückseite macht eine Unschärfe von 90 Prozent in den Einstellungen für die Objektfüllung später weiche Lichtspots.

Bei den Schriften auf der Frontseite sorgt der Effekt Schatten und Lichter | abgesetzter Lichthof für eine sanfte Unschärfe. Der kleine in Magenta hervorgehobene Keil an der linken Kante der ockerfarbenen Umrandungen fügt auf einer Seite Unschärfe hinzu.

TIPP

Das nützliche Inkscape-Handbuch [3] erleichtert den Einstieg in das Mal- und Zeichenprogramm.

Farbecht

Damit die Farben am Bildschirm später nicht zu stark vom Druckerzeugnis abweichen, legen Sie zunächst das für Ihren Monitor passende Farbprofil fest. Dieses suchen Sie im Internet mit den Begriffen icc profile, icm profile oder color profile und der Typenbezeichnung Ihres Monitors.

Manchmal finden Sie die ICC- oder ICM-Datei auch direkt auf der mitgelieferten CD, teilweise aber auch erst nach einer Installation des Bildschirmtreibers unter Windows. Das Iiyama-Monitorprofil des Autors kopierte das Setup unter Windows 7 ins Verzeichnis Spool\Drivers\Color\ in C:\Windows\System32\.

Manche neuere Monitore besitzen einen SRGB-Modus, über den sich die Farbdarstellung dem gleichnamigen verbreiteten Farbprofil anpassen lässt. Dieses und weitere gängige Farbprofile erhalten Sie bei Adobe [4]. Kopieren Sie die ICC- oder ICM-Dateien in den Ordner /usr/share/color/icc/, auf den alle Linux-Anwendungen zugreifen. Manche Distributionen liefern auch ein Paket adobe-profiles oder ähnlich mit.

Inkscape verwaltet die Profile unter Datei | Inkscape-Einstellungen | Farb-Management als Anzeigeprofil und Geräteprofil (Abbildung 2). Das Anzeigeprofil normiert die Farbwiedergabe des Bildschirms, das Geräteprofil simuliert die Farbwiedergabe der Druckmaschine auf dem eigenen Rechner. Aktivieren Sie darin die Druckfarbenvorschau mit Simulieren der Ausgabe auf den Bildschirm.

Setzen Sie auch den Haken bei Schwarzpunktanpassung, um die Helligkeitsdarstellung zu optimieren. Für Anzeigeversatz und Gerätewiedergabe-Bedeutung, beides Übersetzungen des englischen Begriffs "rendering intent", wählen Sie Wahrnehmung. Dann stellt Inkscape die Farben auf dem Bildschirm so dar, dass sie den Druckfarben in der menschlichen Wahrnehmung möglichst nahekommen.

Abbildung 2: Mit den passenden Profilen für den Bildschirm (blau) und für die Druckmaschine (rot) arbeitet das Inkscape-Farbmanagement exakt.

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