SymphonyOS mit dem WebKit-basierten Desktop "Mezzo"

Aus der Ecke in die Mitte

Das wiedererweckte SymphonyOS zeigt mit dem Desktop Mezzo eine interessante Alternative zu althergebrachten Umgebungen.

Allmählich bahnt sich unter Linux die Ablösung herkömmlicher Desktop-Bedienkonzepte an. Während die bisherigen Vorreiter Gnome und KDE sich durch verschiedene Modifikationen an Technik und Aussehen sukzessive erneuern, erblicken parallel immer mehr neue Ansätze das Licht der Welt. Diese legen bisherige Konzepte ad acta und stellen stattdessen ergonomische Gesichtspunkte in den Vordergrund.

Hardware, wie Touchscreens oder Displays in den Formaten 16:10 und 16:9, führen nicht nur andere Formfaktoren ein, sondern erfordern neue Wege bei der Interaktion.

SymphonyOS

Das aus den USA stammende SymphonyOS [1] gehört eigentlich zu den älteren Linux-Distributionen. Das System wurde bereits im Jahr 2004 vorgestellt und legte damals den Fokus sowohl auf eine verbesserte Bedienbarkeit als auch auf ein im Vergleich zu bisherigen Lösungen schlankeres Design. Heraus kam dabei der Desktop Mezzo, der bereits in HTML programmiert war und die schnelle Rendering-Engine Gecko nutzte.

Mezzo fiel in der Vergangenheit durch einige Innovationen auf, die inzwischen in mehrere große Desktops eingeflossen sind: So bot die Oberfläche schon sehr früh nicht mehr ein traditionelles Menü für Programme und Aktionen an, sondern Schaltflächen in allen vier Ecken der Oberfläche mit jeweils genau definierten Aufgaben. Ähnliches findet sich heute in KDE. Das zunächst noch verwendete Panel aus IceWM am unteren Rand wich alsbald einem Dock.

Im Frühjahr 2014 gaben die Entwickler nach rund fünf Jahren ohne neues Release nun SymphonyOS 14.0 frei, das mit Mezzo in Version 4 nun statt Gecko WebKit [2] als Renderer einsetzt. Geblieben ist jedoch der extrem schlanke Fenstermanager FVWM [3]. Den Desktop haben die Developer ebenfalls neu entworfen; er wirkt nun – mit der im August erschienenen Version 14.1 – optisch deutlich konservativer als seine früheren Vorgänger.

Aktuell

Die ebenfalls in SymphonyOS 14.1 genutzte Mezzo-Variante wirkt auf den ersten Blick wie Gnome 2: Am oberen und unteren Rand befindet sich jeweils ein Panel; der Desktop bleibt ansonsten frei. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass sich in den Ecken der Leisten Schaltflächen für spezifische Aufgaben befinden, Menüs oder Schnellstarter fehlen.

Lediglich unten rechts findet sich ein kleiner Bereich für Nachrichten mit Anzeige der Uhrzeit und diversen Einstellungen für Geräte. Ein Klick auf eine der Schaltflächen in den Ecken befördert eine stattliche Anzahl von Icons auf die freie Bildschirmfläche.

Obwohl Mezzo ab hier an Gnome 3 erinnert, macht es doch einiges anders: Die Starter sind nach Gruppen sortiert, wobei das System jeweils nur eine angezeigt. Das verhindert den Eindruck eines mit unzähligen Icons überladenen Bildschirms.

Ein weiterer Vorteil, der sofort ins Auge sticht, liegt im Tempo beim Aufbau der Elemente: Selbst umfangreiche Icon-Sammlungen erscheinen ohne Zögern auf dem Display, und das ganze System wirkt flott.

Beim Öffnen von Programmen fällt eine weitere Besonderheit auf: Die einzelnen Applikationen zeigen eine modifizierte Titelleiste, in der der Wiederherstellen-Knopf fehlt (Abbildung 1). Fenster erscheinen stets im Vollbildmodus, sodass keine überlagernden Fenster vorkommen. Demzufolge fallen die entsprechenden Schaltflächen weg.

Abbildung 1: Bei Mezzo öffnen sich Fenster grundsätzlich im Vollbildmodus.

Haben Sie ein Fenster geöffnet, so minimieren Sie dieses über einen Klick auf eine der vier Schaltflächen in den Ecken des Desktops. Mezzo zeigt wieder die Icons der jeweiligen Gruppe an, während die minimierte Applikation im Panel unten als Symbol erscheint.

Haben Sie mehrere Applikationen geöffnet und minimiert, so wechseln Sie also sehr schnell zwischen diesen durch einen Klick auf das jeweilige Symbol, wobei jede Applikation dann erneut den gesamten Bildschirm für sich beansprucht. Die obere Leiste übernimmt dann jeweils die Funktion als Titelleiste des gerade aktiven Programms.

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