Software-News 10/2014

Aktuelle Software im Kurztest

Spürnase

Die Entwickler bezeichnen DocFetcher 1.1.11 als Google für die lokale Festplatte. Obwohl dieser Vergleich etwas hinkt, leistet das Tool doch wertvolle Dienste beim Durchstöbern der Daten.

Sucht man in den Hunderten von Dokumenten auf der Festplatte einen Inhalt, hilft oft auch das bewährte Tool Grep nicht weiter. Hier springt Docfetcher in die Bresche: Das Java-Programm durchstöbert Dokumente in 16 Formaten, darunter ODF, PDF, HTML, EPUB, Powerpoint und Visio, nach den gesuchten Inhalten in den gängigsten Dokumentenformaten. Selbst mit Metadaten der Audio-Formate MP3 und Flac kommt das Tool zurecht. Als Java-Programm läuft Docfetcher direkt nach dem Entpacken ohne Installation.

Nach dem Start öffnet es ein übersichtliches Fenster, das sich in vier Bereiche gliedert. Am linken Fensterrand stellen Sie anhand einer Liste der unterstützten Dateitypen ein, welche Dokumente das Tool bei der Suche berücksichtigen soll und legen Grenzwerte für die Dateigröße fest, die den Suchbereich weiter eingrenzen. Unterhalb der Typenübersicht definieren Sie im Suchbereich, welche Verzeichnisse Docfetcher durchstöbert. Hier finden sich Indizes der jeweiligen Verzeichnisbäume, die das Tool durchsucht. Um neue Indexdateien anzulegen oder bestehende zu verwalten, öffnen Sie im Suchbereich via rechte Maustaste das Kontextmenü. Je nach Umfang des Verzeichnisbaums kann das Erstellen oder Aktualisieren eines Index mehrere Minuten in Anspruch nehmen.

Zur Suche wählen Sie einen Index aus und geben den Suchbegriff im Suchfeld am oberen Fensterrand ein. Docfetcher listet anschließend alle Treffer übersichtlich auf. Dabei gibt es nicht nur die Trefferwahrscheinlichkeit an, sondern auch den Dokumententyp und den Pfad zur Originaldatei. Klicken Sie einen Eintrag in der Suchliste an, präsentiert das Tool unten im Fenster eine rudimentäre Vorschau.

Schlüsselmeister

Suchen Sie eine einfache Benutzeroberfläche für das Verschlüsseln auf der Konsole, dann sollten Sie einen Blick auf Luksus 1.6 werfen, das insbesondere mit GnuPG und OpenSSL reibungslos zurechtkommt.

Vielen Verschlüsselungswerkzeugen für die Konsole mangelt es an einer einfachen Benutzeroberfläche. Hier hilft Luksus weiter, indem es via Dialog eine einfache Benutzeroberfläche zur Verfügung stellt und Sie über eine schlichte Assistenzfunktion durch den Verschlüsselungsvorgang führt. Dabei unterstützt es LUKS, Truecrypt, GnuPG und OpenSSL sowie unter FreeBSD auch Geli und greift dazu auf bewährte Konsolenprogramme wie Cryptsetup, Tcplay und Gpg zurück. Luksus besteht aus mehreren Shell-Skripten und Funktionen, die alle im selben Verzeichnis liegen müssen, und erfordert administrative Rechte.

Nach dem Start wählen Sie zwischen den verschiedenen Verschlüsselungsmethoden, für Dateien etwa GnuPG oder OpenSSL. Luksus öffnet dann einen rudimentären Dateidialog, in dem Sie die fragliche Datei auswählen. Anschließend geben Sie das Passwort für das Verschlüsseln an. Dabei irritiert Luksus mit Statusmeldungen, die sich so lesen, als würde auch bei OpenSSL mit GnuPG verschlüsselt – hier hat der Entwickler schlicht vergessen, die Dialoge anzupassen.

Zum Verschlüsseln ganzer Partitionen setzen Sie LUKS oder – aufgrund der Einstellung des Tools nicht mehr ratsam – Truecrypt ein. Fällt die Wahl auf LUKS, führt das Tool Sie durch das Erstellen der verschlüsselten Partition, Dialoge fragen das Passwort, die zu verschlüsselnde Partition und den Einhängepunkt ab. Nach dem Verschlüsseln des Datenträgers binden Sie die fragliche Partition zwecks einfachen Zugriffs über einen Eintrag in der /etc/fstab ins System ein.

Terminplaner

Der schlichte und zuverlässige Personal Information Manager TDJ 3 eignet sich ideal für den Heimgebrauch, mit komplexen Terminplanungen kommt er jedoch nicht zurecht.

Früher verwaltete man Termine, Adressen und Geburtstage in sperrigen Terminkalendern, heute greift man zu einem Personal Information Manager wie The Daily Journal oder kurz TDJ. Es verwaltet in einer übersichtlichen Oberfläche Termine, Kontakte, Geburtstage, Aufgaben und Tagebucheinträge. In der linken oberen Ecke des Programmfensters dominiert ein Kalender, rechts verteilen sich die einzelnen Funktionen auf Reiter. Klicken Sie einen davon an, zeigt TDJ alle enthaltenen Informationen an. Sämtliche Eingaben erfolgen in einem großen Freitextfeld unterhalb der Funktionsreiter.

Zum Verwalten von Kontakten und Listen bietet TDJ einen separaten Navigations- und Verwaltungsbaum unterhalb des Kalenders. Hier legen Sie beispielsweise neue Kontakte an, löschen alte oder fassen vorhandene zu Gruppen zusammen. Die Kontaktdaten geben Sie im Freitextfeld ein, wobei das Tool den Inhalt der ersten Zeile – idealerweise den Kontaktnamen – in der Navigation anzeigt. Um Kontakte zu gruppieren, müssen Sie sich bereits beim Anlegen für eine Gruppe entscheiden, ein nachträgliches Verschieben via Drag & Drop unterstützt TDJ nicht. Gleiches gilt auch für die Verwaltung von Listen.

Welchen Funktionsreiter das Programm beim Start öffnet, legen Sie in der Konfiguration fest. Die weiteren Konfigurationsmöglichkeiten fallen begrenzt aus. TDJ lagert alle erfassten Daten im Verzeichnis ~/.tdj/, die Konfiguration jedoch im Ordner ~/.conf. Mit der jetzt erschienenen dritten Auflage des Tools wechselten die Entwickler für die Oberfläche von FLTK zu Qt 5 und spendierten dem Tool damit einen zeitgemäßen Look.

Plaudertasche

Der leistungsfähige IRC-Client Weechat 1.0 bietet zahlreiche nützliche Funktionen und dank frei definierbarer Tastenkürzel einen gewissen Bedienkomfort.

Wer auch in der Konsole den Komfort eines Jabber- oder ICQ-Clients genießen möchte, dem bietet Weechat eine interessante Alternative: Es stellt via Ncurses eine übersichtliche Benutzeroberfläche auf der Konsole bereit. Beim ersten Programmstart findet sich nur ein Server des Freenode-Netzes auf der Serverliste, weitere fügen Sie mit den gewohnten IRC-Befehlen hinzu. Der Befehl /server kombiniert mit der Option list zeigt alle verfügbaren Server, zusätzliche Verbindungsdetails liefert die Option listfull.

Eine Aufstellung aller unterstützten Kommandos erhalten Sie mit /help, nähere Infos rufen Sie durch Anhängen des Befehlsnamens ab. Verbindung zum IRC-Server bauen Sie mit /connect gefolgt vom Servernamen auf. Mit /join und dem Kanalnamen betreten Sie den Chat Ihrer Wahl. Dabei legt Weechat für jeden betretenen Chat einen eigenen Buffer an, zwischen denen Sie mit [F5] und [F6] wechseln. Eine Übersicht aller Tastenkürzel liefert der Befehl /key, über den Sie gegebenenfalls auch eigene Shortcuts definieren.

Damit Sie bei mehreren aktiven Chats keine Nachricht übersehen, signalisiert Weechat in der Statuszeile in eckigen Klammern, in welchem Channel gerade etwas gesagt wurde. Alternativ splitten Sie die Chat-Buffer horizontal respektive vertikal und behalten so jede Kommunikation im Auge. Eine Buddyliste am rechten Rand führt alle Chat-Teilnehmer auf und markiert Moderatoren oder Channel-Eigentümer mit dem @-Symbol.

Weechat lässt sich durch Plugins in gängigen Skriptsprachen wie Perl, Python oder Lua erweitern. Darüber hinaus greift es bei manchen Funktionen auf externe Programme zurück, so etwa bei der optionalen Rechtschreibprüfung auf Aspell.

Infos

[] Lizenz: Eclipse Public License

[] Quelle: http://docfetcher.sourceforge.net/en/index.html

[] Lizenz: GPLv2

[] Quelle: http://thomasfrivold.github.io/luksus/

[] Lizenz: GPLv2

[] Quelle: http://kpatel.x10host.com/wordpress/?page_id=7

[] Lizenz: GPLv3

[] Quelle: http://weechat.org

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