Der Markdown-Editor Haroopad mit integrierter Live-Vorschau

Ausgezeichnet

Für einfache Dokumente immer gleich zu großen Office-Suiten greifen? Mit dem schlanken Markdown-Editor Haroopad erstellen Sie formatierte Texte im Handumdrehen.

Wer möglichst schnell formatierte Dokumente erstellen möchte, der greift üblicherweise zu einem Textverarbeitungsprogramm aus einer der mächtigen Office-Suiten. Dabei braucht es die vielen Funktionen zum Gestalten von Texten meist gar nicht: Für eigene Notizen oder Rohtexte zum späteren Veröffentlichen im Internet eignen sich in der Markdown-Syntax geschriebene Texte viel besser.

Der Vorteil liegt darin, dass Sie Dokumente in Markdown-Syntax in jedem beliebigen Texteditor bearbeiten können. Egal, ob mit einem PC oder auf dem Smartphone: Bei Markdown-Dokumenten handelt es sich um herkömmliche Textdateien, in denen Sie fett geschriebenen Text mit  zwei Sternen  markieren, den Überschriften zwei ##Rauten voranstellen oder Links mit http://[LU](http://www.linux-user.de) auszeichnen. Eine vollständige Erklärung der Syntax mit zahlreichen Beispielen liefert Ihnen die deutschsprachige Markdown-Homepage [1].

Mithilfe zahlreicher Tools exportieren Sie in Markdown geschriebene Dokumente nach HTML oder PDF. Alternativ gibt es für die meisten CMS Plugins, die entsprechende Quelltexte unverändert aufnehmen und aus der Datenbank heraus in HTML umwandeln. So bleibt der Original-Text mit der Markdown-Syntax erhalten.

Schreiben mit Markdown

Nun ist aber das Schreiben von Dokumenten für Webseiten oder Blogs in einem nackten Texteditor auch nicht jedermanns Sache. Wer das Arbeiten mit WYSIWYG-Programmen gewohnt ist, wie etwa Bürosuiten oder CMS-Online-Editoren, der möchte gleich das Ergebnis seiner Arbeit sehen und sich auch nicht von Codes und Tags im Text ablenken lassen.

Hier spielt nun der Markdown-Editor Haroopad [2] seine Stärken aus. Er arbeitet prinzipbedingt zwar nicht im WYSIWYG-Modus, zeigt aber direkt nach dem Schreiben in einer Live-Ansicht eine Vorschau des gerade eingegebenen Textes an (Abbildung 1). Scrollen Sie im Textdokument, bewegt sich automatisch auch die formatierte Ansicht mit.

Abbildung 1: Der Markdown-Editor Haroopad erlaubt das Einbinden von LaTeX-Formeln und Webinhalten.

Sie finden die sehr junge Anwendung noch nicht in den Paketquellen der großen Distributionen. Die Entwickler bieten Haroopad jedoch auf ihrer Homepage oder auf Bitbucket [3] als DEB-Paket an. Dort finden Sie im Bedarfsfall auch Versionen für Mac OS X und Windows. Der alternativ angebotene Tarball entspricht lediglich dem DEB-Paket mit einer anderen Endung, die Inhalte des Archivs müssten Sie daher von Hand in das Dateisystem einbringen [4]. Anwender von Arch Linux, Manjaro oder einem anderen Arch-Derivat beziehen die aktuelle Version des Programms via AUR [5].

Nach dem ersten Start empfängt Haroopad Sie mit einem leeren Editorfenster. Geben Sie hier etwas ein, erscheint der Text unmittelbar nach den ersten Tastenanschlägen in der weiß hinterlegten Dokumentenansicht. Unformatierter Text macht hier noch nicht viel her, wohl aber die gerenderte Ausgabe, sobald Sie ihr Dokument mit Formatierungen in der Markdown-Syntax gestalten.

Markdown-Editor

Kennen Sie sich mit Markdown noch nicht aus, dann blenden Sie über das Icon links unten neben den statistischen Informationen (Zeilen, Worte, Cursorposition) eine Seitenleiste mit Schnelltipps ein. Durch Klicken der einzelnen Punkte fügen Sie diese in den Text ein. Das Menü Einfügen kennt noch eine Reihe weiterer Syntaxelemente, ebenso liefert Hilfe | Markdown Syntaxhilfe entsprechende Beispiele.

Neben den üblichen Formatierungen beherrscht Haroopad auch das Einbinden von Bildern, Multimedia-Dateien und Webinhalten. Im Text fügen Sie Audiodateien im MP3- und OGG-Format und Videos als MP4, OGV oder WEBM über ![audio](http://pfad/a.mp3) oder ![video](http://pfad/v.webm) ein. Auch Inhalte von Youtube, Flickr, Instagram, Soundcloud oder auch Twitter lassen sich direkt ins Dokument integrieren. Die Online-Hilfe [6] liefert dazu ausführliche Codebeispiele, wenn auch mit koreanischem Begleittext.

Wer wissenschaftliche Texte mit Formeln verfasst, dürfte zudem die Möglichkeit hoch schätzen, in LaTeX geschriebene Formeln direkt ins Markdown-Dokument zu integrieren. Sie aktivieren diese Funktion unter Datei | Einstellungen | Markdown und Verwende mathematische Ausrücke (LaTeX). Danach binden Sie Formeln eingeklammert in zwei Dollar-Zeichen direkt in den Fließtext ein, oder gekapselt mit drei Dollar-Zeichen ($$$E = mc^2$$$) in einen eigenen Formelblock.

Beim Speichern der Dokumente gibt Haroopad die Erweiterungen MD vor. Das Format entspricht herkömmlichen Textdateien. Ist also gerade kein Haroopad zur Hand, genügt ein gewöhnlicher Texteditor zum Weiterarbeiten. Benötigen Sie den Text als HTML-Code, dann generieren Sie diesen über Datei | Exportieren. Zum Erzeugen eines PDF-Dokuments nutzen Sie dagegen die in Cups integrierte Funktion, ein Dokument als PDF-Datei zu drucken.

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