Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Datenbanken bequem verwalten mit Adminer 4.1.0, Dateien schnell durchsuchen mit Find and Replace 1.8, Programme sicher einsperren mit Firejail 0.9.6, Datendurchsatz jederzeit im Blick mit Vnstat 1.12b

Datenbänker

Datenbanken ohne großen Aufwand administrieren? Für Adminer 4.1.0 kein Problem – allerdings läuft die Kommunikation dabei unverschlüsselt über das Netz.

Ursprünglich unter dem Namen PHPMyAdmin gestartet, stellt das Tool eine webbasierte Oberfläche zum Administrieren von Datenbanken bereit. Im Gegensatz zu anderen Ansätzen unterstützt Adminer bis zu neun Datenbankvarianten. Die Palette reicht von MySQL, PostgreSQL, SQLite, Oracle und MS-SQL bis hin zu NoSQL-Datenbanken wie MongoDB oder Amazons SimpleDB, vorausgesetzt die entsprechenden PHP-Module sind im System vorhanden.

Das Tool besteht aus einer einzigen PHP-Datei, die Sie im Document Root des Servers ablegen. Nach der Eingabe der URL im Browser erscheint ein Fenster, in dem Sie die Daten für die jeweilige Datenbank angeben. Neben Benutzerkennung und Passwort benötigt die Software die IP-Adresse, die Angabe zum Datenbanksystem und den Namen der Datenbank.

Die Applikation listet alle Tabellen auf, sodass Sie sofort sehen, wie groß diese oder der Index sind und welche Engine zum Einsatz kommt. Ein Klick auf eine Tabelle offenbart deren Struktur sowie etwaige Trigger oder Indizes. Es besteht die Möglichkeit, die Struktur anzupassen oder neue Indizes hinzuzufügen. Den Inhalt erreichen Sie über den Link zeigen vor dem Namen der Tabelle. Dabei sehen Sie das SQL-Statement, das den Inhalt abfragt.

Über den Link SQL-Query setzen Sie Statements an die Datenbank ab. Direkt daneben finden Sie die Links für den Import und Export der Daten. Welche weiteren Funktionen Adminer bereitstellt, hängt vom Typ der Datenbank ab. Bei den meisten besteht die Möglichkeit, die Prozessliste und die Parameter der Konfiguration abzufragen, bei einigen dürfen Sie Rechte vergeben.

Adminer 4.1.0

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.adminer.org

Dateiwühler

Dateien durchsuchen und bearbeiten im Batch-Betrieb gelingt mit Find and Replace 1.8 im Handumdrehen. Obwohl FAR mit Java 1.5 läuft, empfehlen die Entwickler eine aktuelle Version, um alle Funktionen zu nutzen.

Um Änderungen in vielen Textdateien vorzunehmen, schreiben alte Linux-Hasen in der Regel ein Shell-Skript oder bemühen eine der populären Skriptsprachen. Wer nicht programmieren möchte, der greift zum Java-Tool Find and Replace, kurz FAR. Es kommt als klassische JAR-Datei für alle Betriebssysteme und ist sofort einsatzbereit.

Nach dem Start erscheint eine zweigeteilte Oberfläche. In der linken Hälfte geben Sie die Parameter für das Suchen und Ersetzen an. Die rechte Hälfte zeigt die gefundenen Dateien. Bei der Suche haben Sie die Möglichkeit, diese auf einen bestimmten Verzeichnisbaum zu beschränken sowie auf Dateien, die einem bestimmten Muster entsprechen. Dabei dürfen Sie reguläre Ausdrücke verwenden.

Die Liste der gefundenen Dateien zeigt, wo in welchem Pfad sich die Dateien befinden und welchen Typs sie sind. Um nun wahlweise einen bestimmten Inhalt in ausgewählten Dateien zu ersetzen oder die Dateinamen anzupassen, wählen Sie in der Liste die entsprechenden Einträge aus. Dabei achtet das Programm auf mögliche Konflikte.

Über die Menüs File und Tools besteht außerdem die Möglichkeit, ausgewählte Dateien zu verschieben oder zu kopieren, die Zeichenkodierung zu ändern oder die Zeilenumbrüche anzupassen. Klicken Sie eine Datei an, öffnet sich ein rudimentärer Editor, der den Inhalt zum Betrachten und Bearbeiten lädt.

Find and Replace 1.8

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://findandreplace.sourceforge.net

Softwarebändiger

Mit Firejail 0.9.6 setzen Sie eine Sandbox auf Basis etablierter Linux-Funktionen auf und sperren unsichere Programm so vom Rest des Systems aus.

Aus Sicherheitsgründen empfiehlt es sich manchmal, ein Programm in einer abgeschlossenen Umgebung auszuführen. Um dazu kein zweites System zu installieren, existieren unter Linux schon seit jeher eine Vielzahl von Sandbox-Lösungen. Mit Firejail steht nun eine einfach zu bedienende Variante bereit.

Das Programm simuliert ein eigenes Root-Verzeichnis und einen Netzwerk-Stack. Bei Bedarf vergeben Sie einen anderen Hostnamen. Es enthält außerdem eine separate IPC- und PID-Verwaltung, sodass diese vom Host-System isoliert sind. Dazu nutzt es die Funktionalität bereits etablierter Lösungen wie Linux-Namespaces und das Tool Chroot.

Das auszuführende Programm übergeben Sie beim Aufruf. Ohne Parameter startet eine Bash in der Sandbox. Beim Root-Verzeichnis greift Firejail auf den Verzeichnisbaum des Hostsystems zurück und hängt diesen nur lesbar ein.

Möchten Sie regelmäßig bestimmte Programme in der Sandbox ausführen, so empfiehlt es sich, Profile für jede Applikation zu erstellen. Diese benennen Sie nach dem jeweiligen Programm, hängen aber das Suffix .profile an und legen sie in /etc/firejail ab. Firejail prüft automatisch, ob ein Profil vorliegt, und nutzt es. Über das Profil legen Sie fest, welche Befehle und Verzeichnisse in der Sandbox bereitstehen. Beispiele für Firefox, Evince und Iceweasel sind bereits im Archiv mit dem Quellcode enthalten.

Anpassungen zum IP-Stack und zum Home-Verzeichnis einer Sitzung nehmen Sie über Parameter auf der Kommandozeile vor. Hier legen Sie das Standard-Gateway fest oder vergeben eine IP-Adresse. Fehlt die Adresse, versucht Firejail eine via DHCP zu beziehen. Möchten Sie sich völlig absichern, setzen Sie Sandbox als Login-Shell ein. Die notwendigen Konfigurationsparameter legen Sie unter /etc/firejail/login.users ab.

Firejail 0.9.6

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://l3net.wordpress.com/projects/firejail/

Netzbeobachter

Mit Vnstat 1.12 beta überwachen Sie kontinuierlich den Datendurchsatz im Netzwerk. Auf Wunsch generiert das kleine Tool übersichtliche Berichte.

Stocken der Download oder das Youtube-Video, steckt oft ein Netzwerkproblem dahinter. Um den Datendurchsatz im Netz genau zu ermitteln, greifen Sie dann zu Vnstat. Im Gegensatz zu anderen Monitoring-Tools überwacht es nicht den eigentlichen Datenverkehr, sondern greift auf die vom Kernel gesammelten Statistiken zurück, die in Unterverzeichnissen von /proc und /sys bereitstehen.

Die erfassten Daten verwaltet das Tool in einer eigenen Datenbank im Verzeichnis /var/lib/vnstat. Hier legt es für jede Schnittstelle eine eigene Datei an. Um die Werte aktuell zu halten, empfiehlt es sich, die Software in Intervallen mit dem Parameter -u auszuführen. Es existiert eine Daemon-Version, die als Dienst permanent im Hintergrund aktiv ist.

Die individuellen Einstellungen legen Sie in der Konfigurationsdatei /etc/vnstat.conf oder unter ~/.vnstatrc fest. Hier tragen Sie unter anderem die zu überwachenden Schnittstellen und Intervalle für die Analyse ein.

Die Konfiguration bietet die Möglichkeit, das Layout der Ausgabe anzupassen und die Bandbreite zu beschränken. Bei Bedarf versehen Sie die Schnittstellen mit Labeln wie Extern oder DMZ. Für den schnellen Einsatz steuern Sie die Software über Parameter auf der Kommandozeile.

Um einen schnellen Blick auf den aktuellen Datendurchsatz zu werfen, versetzen Sie das Tool mit dem Parameter -l in den Live-Modus. Eine einfache Statuszeile zeigt die Anzahl der übertragenen Bits. Nach dem Ende der Live-Session erstellt es daraus einen ausführlichen Bericht.

Vnstat 1.12 beta

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://humdi.net/vnstat/

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