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© Elena Elisseeva, 123RF

Alles im Blick

Dateimanager 4Pane optimal anpassen

19.08.2014
Mit einer cleveren Undo-Funktion verleiht der Dateimanager 4Pane Zaghaften zusätzliche Sicherheit. Profis rüsten im Handumdrehen individuelle Funktionen nach.

Dateien verschieben, kopieren oder löschen – das Handwerk eines Dateimanagers fällt im Grund sehr übersichtlich aus. Allerdings treten von Zeit zu Zeit Spezialisten auf den Plan, die mit einem ausgefeilten Set an Zusatzfunktionen selbst komplexe Aktionen auf einen Mausklick reduzieren. Zu diesen Kandidaten gehört 4Pane [1].

Viele Distributionen führen die aktuelle Version von 4Pane bereits in ihren Repositories, sodass Sie das Tool in aller Regel bequem über den Paketmanager installieren. Für eine Installation aus den Quellen richten Sie zunächst das Toolkit WxWidgets [2] ein, laden dann den aktuellen 4Pane-Quelltext herunter und übersetzen ihn anschließend. Das Prozedere ist online gut dokumentiert [3], allerdings gibt es dabei noch eine kleine Hürde zu überwinden (siehe Kasten "Sprachliche Hürden").

Sprachliche Hürden

Bei der aktuellen 4Pane-Version 2.0 – und vermutlich auch bei älteren – gibt es ein Problem mit der deutschen Lokalisierung: Ein Fehler in der Datei 4Pane.mo macht das Anlegen eigener Menüs unmöglich. Mittlerweile stellt der Entwickler eine funktionsfähige Version der Datei bereit, die allerdings nicht vollständig übersetzt ist. Sie finden sie auf der Heft-DVD zu dieser Ausgabe. Kopieren Sie die Datei nach /usr/share/locale/de/LC_MESSAGES/4Pane.mo, um sie zu verwenden. Vermutlich erscheint in Kürze ein Update, das diesen und einen weiteren Fehler korrigiert.

Mit Assistenz

Beim ersten Mal startet 4Pane mit einem Assistenten, der bei der Konfiguration hilft (Abbildung 1). Im Prinzip brauchen Sie hier noch nichts einzustellen. Möchten Sie doch später etwas ändern, bietet das Programm einen entsprechenden Dialog.

Abbildung 1: Beim ersten Start bietet Ihnen 4Pane eine einfache Konfiguration an.

Im Anschluss an diesen Dialog erscheint das Hauptfenster (Abbildung 2). Hier sehen Sie sofort, worin dieser Dateimanager sich hauptsächlich von anderen unterscheidet: Statt der gewohnten zwei gibt es vier Bereiche ("Panes"), von denen jeweils zwei zusammengehören. Wie bei den meisten Aspekten des Programms besteht auch hier die Möglichkeit, das Layout der Panes anzupassen.

Abbildung 2: In der Standardkonfiguration zeigt der Dateimanager zwei Gruppen von zusammengehörenden Bereichen ("Panes").

Dieses Layout bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich: Bei vielen Operationen genügt es nicht, nur ein Quell- und Zielverzeichnis zu sehen. Ein typischer Fall ist das Bearbeiten von Dateien in Unterverzeichnissen, wie beim Kopieren von Fonts oder anderen, in einem Verzeichnis zusammengefassten Dateien.

Darüber hinaus erlaubt es 4Pane, mehrere Reiter gleichzeitig offenzuhalten und mit einem Mausklick dazwischen umzuschalten. Das Menü Tabs fasst die Funktionen zum Verwalten der Reiter zusammen.

Über Bookmarks (im Menü Lesezeichen) speichern Sie jederzeit einen Shortcut für den aktuellen Pfad, bis zu 9000 Lesezeichen kann 4Pane verwalten. Über denselben Menüpunkt greifen Sie später auf die gespeicherten Bookmarks wieder zu.

Praxis

Die wichtigsten Funktionen für die Arbeit mit Dateien finden Sie im Menü Bearbeiten sowie im Kontextmenü bei der Auswahl von Dateien oder Verzeichnissen, das sowohl über dem Quell- als auch dem Zielverzeichnis bereitsteht.

Wie üblich kopiert [Strg]+[C] ausgewählte Dateien, [Strg]+[X] schneidet sie aus, [Strg]+[V] fügt sie wieder ein und [Strg]+[D] dupliziert sie. Mit [F2] benennen Sie Dateien und Verzeichnisse um, bei Bedarf sogar mehrere in einem Rutsch. Für das Löschen von Dateien gibt es drei verschiedene Möglichkeiten: [Entf] verschiebt sie in den Mülleimer, [Umschalt]+[Entf] löscht sie zwar, erlaubt jedoch die Aktion rückgängig zu machen. Die voreingestellt nicht an eine Tastenkombination gebundene Funktion Dauerhaft löschen entsorgt die Daten dagegen endgültig.

Mit der Tastenkombination [Strg]+[Z] machen Sie die letzten Arbeitsschritte einen nach dem anderen wieder rückgängig. [Strg]+[Y] hebt das letzte [Strg]+[Z] wieder auf. Interessant ist die Funktion Als Verzeichnisvorlage einfügen: Sie bewirkt, dass die Software eine zuvor kopierte Verzeichnisstruktur ohne die enthaltenen Dateien ins Zielverzeichnis kopiert.

Für Container, wie Archive oder Pakete von Distributionen, bietet 4Pane einen direkten Zugriff, so als handele es sich dabei um ein normales Verzeichnis. Das Menü Archivieren enthält weitere Funktionen zum Erstellen und Bearbeiten solcher Dateien.

Daneben bietet der Dateimanager als Zusatzfunktion die Möglichkeit, verschiedenste Datenquellen zu mounten. Neben den in /etc/fstab gelisteten Partitionen dürfen Sie auch dort nicht aufgeführte einhängen, auch ISO-Images von Blockgeräten (CD/DVD) und Shares lassen sich einbinden. Der entsprechende Dialog bietet die wichtigsten Mount-Optionen in übersichtlicher Form an (Abbildung 3). Für den schnellen Zugriff auf eingehängte Geräte erzeugt 4Pane Icons in der Werkzeugleiste.

Abbildung 3: Für das Einhängen externer Speicher bietet 4Pane mehrere Möglichkeiten an, die Sie bei Bedarf bis ins Detail konfigurieren.

Im Menü Werkzeuge finden Sie mit Locate und Suchen gleich zwei Möglichkeiten, Dateien anhand ihres Namens aufzuspüren. Dabei bietet Suchen mehr Funktionen: Als Backend dafür dient find, für dessen zahlreiche Optionen die weiteren Reiter Dialoge bereitstellen.

Am unteren Rand der Reiter bietet die Schaltfläche Add to Command String die Möglichkeit, ausgewählte Optionen in die später ausgeführte Befehlszeile zu übernehmen. Da find sehr sensibel auf die richtige Reihenfolge der Optionen reagiert, sollten Sie diese Optionen unbedingt in der Reihenfolge der Reiter angeben.

Die Variante Grep im selben Menü verwendet den gleichnamigen Befehl, der die Inhalte der Dateien im aktuellen Verzeichnis nach einem angegebenen Muster durchsucht. Für viele Aktionen und Bedienelemente bietet [F1] eine Hilfe.

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