Datenimport

Anders als Lightroom erlaubt AfterShot Pro 2 über den links platzierten Reiter Dateisystem den direkten Zugriff auf die Bilder, auch ohne diese vorher zu importieren. Das bietet den Vorteil, dass Sie Aufnahmen ohne Datenbankeintrag mit dem RAW-Converter bearbeiten können. Die Importfunktion der Corel-Software bezieht sich ausschließlich darauf, EXIF- und IPTC-Metadaten aus den Bildern zu extrahieren und in einer Datenbank zu speichern. Darüber hinaus generiert die Software eine Vorschauansicht jedes Bilds, was das spätere Durchstöbern der Sammlung deutlich beschleunigt. AfterShot Pro 2 unterstützt insgesamt über 260 Kameraprofile, darunter die RAW-Formate aller größeren Kamerahersteller.

Um einen Ordner rekursiv einer AfterShot-Pro-Datenbank hinzuzufügen, klicken Sie in der Auswahl Dateisystem mit der rechten Maustaste auf das gewünschte Verzeichnis und wählen aus dem Kontextmenü Ordner importieren.... Im anschließenden Dialog geben Sie Stichwörter zu den Bildern ein und wählen aus verschiedenen Standardvorgaben aus, in welcher Form AfterShot Pro 2 die Bilder beim Import bearbeiten soll. Nach der Anwahl der gewünschten Datenbank unter Importieren in Katalog genügt ein Klick auf Import starten, um die Fotos einzulesen.

Anders sieht es aus, wenn es darum geht, Bilder aus der Datenbank zu entfernen – etwa, weil Sie die korrespondierende Datei gelöscht haben. Weder zum Entfernen noch zum Aktualisieren von Einträgen bietet AfterShot Pro einen entsprechenden Mechanismus. Ändert sich also die grundlegende Struktur des Bildbestands, gilt es, diesen komplett neu einzulesen. Wurden die Bilder nicht über AfterShot Pro entfernt, sondern über den systemeigenen Dateimanager, führt das zu reproduzierbaren Abstürzen beim Aufruf nicht mehr vorhandener Bilder über die Datenbank. Diesen Fehler kennen wir bereits aus der ersten Version, Corel hat ihn in AfterShot Pro 2 nicht behoben.

Generell scheinen manche RAW-Typen Fehler hervorzurufen. Beim Import unserer Testsuite an RAW-Dateien scheiterte AfterShot Pro 2 reproduzierbar auf mehreren Systemen an einer RAW-Datei von Canon. AfterShot quittiert bei dieser mit der Meldung Es kann kein zusätzlicher Speicher gefunden werden; AfterShot wird jetzt beendet den Dienst. Besonders ungeschickt: Beim Neustart liest das Programm den die Bilder enthaltenden Ordner abermals neu ein, was erneut zum Absturz führt. Erst durch Löschen der Konfiguration in ~/.config/Corel/AfterShot Pro.conf ließ sich AfterShot wieder benutzen.

Der Import von etwa 5000 RAW-Bilddateien dauerte in unserem Test auf einem Rechner mit einer CPU der Core-i5-Klasse von Intel (2,9 GHz, Quad-Core) etwa 40 Minuten. Die Datenbank inklusive der generierten Vorschaubilder benötigte rund 1,3 GByte Plattenplatz. Ein echtes Problem kommt allerdings auf Umsteigewillige zu, die ihre Bilder bislang mit Lightroom bearbeitet und verwaltet haben: Abgesehen von der Verschlagwortung und den Bewertungen übernimmt die Corel-Software nach wie vor keinerlei Informationen aus Lightroom (siehe Kasten Migration).

Migration

Nutzer, die Lightroom schon länger verwenden, scheuen den Umstieg auf ein anderes Produkt, weil sie befürchten, dass damit die ganze bisher über Lightroom eingeflossene Arbeit für die Katz war. Zwar unterstützt AfterShot Pro die Lightroom-Datenbank nicht direkt, dafür bietet die Adobe-Software jedoch die Möglichkeit, Bildparameter aus dem Kontextmenü heraus via Metadaten | Metadaten in Datei exportieren in einer XMP-Datei zu speichern. Die wiederum unterstützt die Corel-Software. Im Test ergab sich jedoch, dass AfterShot Pro lediglich die Verschlagwortung und Bewertung der Bilder übernimmt, nicht jedoch die Bearbeitungshistorie. Entsprechend gehen in Lightroom vorgenommene Änderungen am Bild beim Umstieg auf AfterShot Pro tatsächlich verloren.

Bildverwaltung

Vor allem das Handling umfangreicherer Bildbestände mit einer deutlich fünfstelligen Anzahl von Aufnahmen erfordert in vielfacher Hinsicht eine möglichst gut strukturierte Verwaltung. Einen Eckpfeiler bildet dabei die Verschlagwortung der Aufnahmen: Sie hilft dabei, Bilder anhand von Schlüsselbegriffen später wiederzufinden. Ein weiteres Hilfsmittel stellt die Bewertung dar, mit der Sie Ihren Aufnahmen null bis fünf Sterne geben.

Als weitere Möglichkeiten stellt AfterShot Pro die Markierung mit Farben sowie die Kennzeichnung als Auswahl bereit. Fahren Sie mit dem Mauszeiger über ein Vorschaubild, erscheint rechts unten eine kleine Flagge. Klicken Sie darauf, wird diese grün eingefärbt und das Bild gilt als markiert. Alternativ erledigen Sie dies über die Flaggen-Icons oberhalb der Detailansicht des gerade ausgewählten Bilds. Diese Funktion erweist sich vor allem dann als hilfreich, wenn es darum geht, aus einem großen Datenbestand auf die Schnelle die besten Aufnahmen herauszusuchen. Eine solche Funktion besitzt Lightroom auch: Dort heißt sie Zur Schnellsammlung hinzufügen. Anders als Corels Produkt kann Lightroom diese Schnellsammlung auch in eine reguläre Sammlung transformieren.

Das Konzept virtueller Sammlungen fehlt AfterShot Pro jedoch komplett. Den Dreh- und Angelpunkt der Bildverwaltung bildet bei Corels Programm der Metadaten-Browser (Abbildung 2) in der Rubrik Bibliothek. Er ermöglicht den schnellen Zugriff auf sämtliche Bildinformationen inklusive Bewertungen, Schlagwörter und Aufnahmeparameter. Die Suchfunktion, die Sie über das Trichter-Icon in der Menüleiste aufrufen, erlaubt es Ihnen daneben, mehrere Aspekte in die Suche mit einzubeziehen – so filtern Sie beispielsweise nach einer definierten Bewertung in Verbindung mit einem bestimmten Farbetikett. Eine Volltextsuche beziehungsweise das Verknüpfen der Schlagwortsuche mit anderen Bildparametern fehlt der Software jedoch.

Abbildung 2: Der Metadaten-Browser von AfterShot hilft Ihnen beim Durchsuchen Ihrer Bildersammlung nach bestimmten Aufnahmen.

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