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© Loopall, 123RF

Dateien rekonstruieren mit Magicrescue

Magischer Rettungsring

Fehlerhaftes Aushängen beschädigt bei SD-Karten und USB-Sticks schnell das Dateisystem. Mit Magicrescue gelangen Sie trotzdem noch an Ihre Daten.

Flash-Speichermedien haben CDs und DVDs als Datenträger weitgehend abgelöst. Doch die weit verbreiteten USB-Sticks und SD-Karten bringen auch Nachteile mit sich: Entfernt man sie einfach aus dem Computer, ohne das Dateisystem vorher sauber auszuhängen, treten schnell Inkonsistenzen auf, die das Medium unlesbar machen. Mit Linux und dem Tool Magicrescue können Sie Ihre Daten jedoch in vielen Fällen retten.

Magische Nummern

Im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Werkzeugen verlässt sich Magicrescue bei seiner Arbeit nicht auf die Zuordnungstabellen des Dateisystems, sondern auf die "Magic Numbers" der unterschiedlichen Dateitypen. Daher arbeitet die Software auch dann, wenn Partitionen beschädigte Dateizuordnungstabellen aufweisen und sich deshalb nicht mehr mit Sicherheit rekonstruieren lassen.

Die sogenannten Magic Numbers, die Magicrescue zur Datenwiederherstellung nutzt, finden sich in den Headern nahezu aller Dateien vor den Nutzdaten und kennzeichnen in standardisierter Form den Dateityp. Über die jeweilige Magic Number identifizieren die meisten Applikationsprogramme den Typ der Datei und entscheiden anschließend, ob sie die Datei öffnen können oder den Typ nicht unterstützen. Das funktioniert unabhängig von der Dateinamenserweiterung.

Funktionsweise

Magicrescue hilft daher auch in Fällen weiter, in denen eine beschädigte Partition den direkten Zugriff auf das Speichermedium vereitelt: Die Software liest sämtliche Sektoren eines Blockgerätes aus und vergleicht die so ermittelten Daten mit den Magic Numbers der gesuchten Dateitypen. Findet Magicrescue dabei übereinstimmende Ergebnisse, so kopiert es den betreffenden Sektor sowie dessen Folgesektoren auf ein anderes Speichermedium und stellt auf diesem Weg die Datei wieder her.

Magicrescue unterstützt dabei eine Vielzahl von Dateitypen, die Palette reicht von AVI-Dateien über MP3-Audio bis hin zu ZIP-Archiven. Dabei kann die Software auch Metadaten in den Suchvorgang mit einbeziehen: So können Sie JPEG-Dateien, die Exif-Metadaten einer Digitalkamera enthalten, ebenso als Suchkriterium festlegen wie JPEG-Dateien ohne Exif-Informationen.

Die unterschiedlichen Dateiformattypen entnimmt Magicrescue sogenannten Recipes, die als Vorlage dienen und Parameter für die Befehlseingabe im Terminal darstellen. Unter Ubuntu liegen diese Wiederherstellungsrezepte beispielsweise im Verzeichnis magicrescue/recipes/ unterhalb von /usr/share/. Da es sich bei den Recipes um einfache Textdateien handelt, legen Sie im Bedarfsfall in jedem beliebigen Texteditor ein neues Recipe an (Abbildung 1).

Abbildung 1: Ein einfaches Rezept zur Rekonstruktion von PNG-Dateien.

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