Umzugshelfer

Bei der Installation von oder der Aktualisierung auf KDE SC 4.13 werden bestehende Nepomuk-Datenbanken meist automatisch konvertiert. Das zeigt sich in der Datei ~/.kde4/share/config/nepomukserverrc, an deren Kopf dann der Eintrag [Baloo] migrated=true steht. Fehlt er, so können Sie das Umwandeln auch manuell anschieben. Dazu verwenden Sie das im Paket nepomuk-core-runtime enthaltene Skript nepomukbaloomigrator.

Zuerst prüfen Sie mittels des Befehls nepomukctl status, ob Nepomuk läuft. Als Ergebnis sollte zumindest die Zeile Nepomuk Server is running erscheinen. Ist das nicht der Fall, starten Sie den Server per nepomukctl start. Danach besorgt der Befehl nepomukbaloomigrator das Umwandeln der Daten ins Baloo-Format. Anschließend liegen die umgewandelten Daten je nach Distribution unter ~/.kde/share/apps/baloo oder ~/.local/share/baloo.

Fazit und Ausblick

Baloo löst das ein, was Nepomuk einst versprach: Eine Indexierung, die im Hintergrund abläuft, dank Milou kombiniert mit einer komfortablen Suche in den Datenbeständen. Derzeit profitieren die PIM-Suite Kontact, Dolphin und Gwenview bereits von der semantischen Suche. Digikam arbeitet ebenfalls bereits mit Baloo zusammen, wenn auch noch nicht alle Distributionspakete von Nepomuk auf Baloo umgestellt sind. Amarok dagegen bleibt derzeit noch außen vor.

Insgesamt kann sich auf Dauer der Arbeitsfluss mehr an Activities [12] ausrichten, wenn sich ab KDE SC 4.14 wieder Dateien mit Aktivitäten verknüpfen lassen. Die Verknüpfung von verschiedenen Dateitypen im Index erleichtert die tägliche Arbeit – etwa indem zu einem Kontakt im Adressbuch das Gesicht aus der Fotosammlung erscheint, dazu der E-Mail-Verkehr und weitere Dokumente.

Kurz vor dem Eintritt in den fünften Zyklus der KDE SC wird damit aus einem bislang oft unbenutzbaren Werkzeug ein brauchbarer Dienst, der unbemerkt im Hintergrund seine Arbeit verrichtet. Die übersichtliche grafische Präsentation der Suchergebnisse in Milou dürfte zukünftig, mit einer neuen Bibliothek im Hintergrund, noch neue Tricks erlernen. Somit spricht alles dafür, dass kommende KDE-Releases dem Begriff Semantik mehr Leben einhauchen. 

Der Autor

Ferdinand Thommes lebt und arbeitet als Linux-Entwickler, freier Autor und Stadtführer in Berlin.

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