In medias res

Genug der technischen Hintergründe – wie funktioniert nun die verbesserte Suche in KDE SC 4.13? Baloo ist standardmäßig aktiviert, fällt aber trotzdem nicht unangenehm auf: Die Indizierung läuft schnell und ressourcenschonend im Hintergrund. In Systemeinstellungen | Desktopsuche finden sich zunächst sehr wenige Möglichkeiten, die Indizierung zu steuern. Hier gibt es lediglich die Option, die Suche zu deaktivieren, sowie eine Maske zum Ausschluss von Ordnern.

Daneben existiert mittlerweile ein alternativer Einstellungsdialog, der mehr zu bieten hat (Abbildung 1). Er findet sich an gleicher Stelle wie der alte, zurzeit sogar noch hinter dem gleichen Icon, und kommt nach der Installation von baloo-kcmadv zum Vorschein. Neben einer Blacklist zum Ausschluss gibt es hier auch eine Whitelist sowie die Möglichkeit, per Datei- und MIME-Filter [8] Dateitypen auszuschließen (Abbildung 2).

Abbildung 1: Der alternative Einstellungsdialog.
Abbildung 2: Dateifilter im Einstellungsdialog zu Baloo.

Welche der beiden Masken künftig den Standard darstellen soll, ist bislang noch unklar.

Vom Suchen und Finden

Die Suche stoßen Sie auch künftig wie gehabt über die Suchmaske im Dateimanager Dolphin an (Abbildung 3). Zusätzlich gibt es aber mit Milou [9] jetzt ein grafisches Werkzeug, das neben der Aufbereitung der Suchergebnisse noch mehr bietet.

Abbildung 3: Die altbekannte Suchmaske in Dolphin gibt es auch weiterhin.

Das als Plasmoid ausgelegte Milou integriert sich in die Kontrollleiste. Der Paketname zur Installation lautet plasma-widget-milou, die meisten Distributionen führen es mittlerweile in ihren Paketbeständen. Nach der Installation fügen Sie das Plasmoid über einen Klick auf Mini-Programme nachinstallieren in die Kontrollleiste ein.

Nach einem Klick auf das neue Icon zeigt sich zunächst lediglich eine Eingabezeile für Suchbegriffe. Bereits während der Eingabe eines oder mehrerer Suchbegriffe klappt eine Liste mit entsprechenden Fundstücken auf. Milou zeigt E-Mail, Bilder, Dokumente, Ordner, Audio- und Videodateien, Anwendungen und Rechner an. Die Reihenfolge dürfen Sie per Rechtsklick verändern, nach dem Entfernen des Häkchens vor einem Dateityp erscheint dieser bei künftigen Suchen nicht mehr.

Milou beherrscht eine Vorschau, die bei der Identifizierung von Fundstücken hilft (Abbildung 4). Derzeit unterstützt die Preview noch nicht alle Dateitypen, für PDF- und ODT-Dokumente etwa erscheinen lediglich Icons. Die Inhalte von E-Mails und Fotos sowie Dateien im TXT-Format stellt die Vorschau dagegen dar.

Bislang kommt Milou nur mit den E-Mail-Beständen von Kmail klar, da nur diese standardmäßig indiziert werden. Thunderbird und andere Mailclients binden Sie bei Bedarf ein, indem Sie ihnen in der Akonadi-Konsole etwa eine Mbox-Ressource zuweisen.

Abbildung 4: Die Suchmaske von Milou mit Vorschau.

Ein Klick auf ein Fundstück öffnet dieses in der zugehörigen Applikation. Somit lässt sich Milou im Stil von Krunner auch als Programmstarter nutzen, indem Sie den Programmnamen in die Suchmaske eingeben. Zudem kann Milou ein wenig rechnen. Die Bibliothek hinter Milou ist ansonsten noch recht beschränkt.

Krunner als Mädchen für alles [10] steht am Ende seines Lebenszyklus. Im Hintergrund steht für Milou allerdings schon eine neue leistungsfähige Bibliothek namens Sprinter bereit, die zukünftig das Applet steuern soll. Weitere Hintergründe dazu liefert ein Blogeintrag von Plasma-Entwickler Aaron Seigo [11].

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