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© Galyna Andrushko, 123RF

Baloo: Dem semantischen Desktop ein Stück näher

Bärige Suche

Die Desktopsuche unter KDE SC 4 verbrauchte bisher zu viele Ressourcen und ließ eine ansprechend gestaltete Suchmaske vermissen. Das Team aus Baloo und Milou will es jetzt besser machen.

Wer große E-Mail- und Datenbestände pflegt, braucht eine Indexierung und Suchmasken, um schnell mittels Stichwörtern bestimmte Datensätze zu finden. Das Problem dabei: Die Daten werden je nach Anwendung in verschiedenen Dateiformaten gespeichert und lassen sich daher nicht sinnvoll verknüpfen. Das soll sich mit dem semantischen Desktop [1] ändern.

KDE SC 4 brachte die Anfänge eines solchen semantischen Desktops mit und setzte dabei auf ein von der europäischen Union gefördertes Projekt namens Nepomuk [2]. Die Abkürzung steht für "Networked Environment for Personalized, Ontology-based Management of Unified Knowledge" und beschreibt ein Framework, das Metadaten mithilfe von Ontologie [3] aus verschiedenen Desktopanwendungen sammelt, strukturiert und vernetzt.

Um diese Daten sinnvoll verknüpft darzustellen, kommt im Hintergrund das Resource Description Framework RDF [4] zum Tragen. Dabei handelt es sich um ein System zur Beschreibung von Ressourcen, welches das Assoziieren von Metadaten über Dateiformate hinweg erlaubt.

Baustellen

Allerdings erweist sich in der Praxis RDF als jene Baustelle, die die Indizierung der Datenbestände zum Geduldsspiel macht. Eine weitere stellt Akonadi [5] dar, das PIM-Daten wie E-Mails und Kontakte zum Indexieren aufbereitet. Beide Anwendungen entwickeln im Zusammenspiel extremen Speicherhunger und duplizieren unnötigerweise sowohl Datenbestände als auch Code.

Zwar wurde Nepomuk in den letzten Versionen von KDE SC 4 schneller und gilt nun als ausentwickelt, dennoch stellt es die Entwickler nicht zufrieden. Der zunächst gestartete Versuch, mit Virtuoso das KDE-eigene RDF-Werkzeug umzuschreiben, führte in eine Sackgasse. Daraus reifte die Erkenntnis, dass RDF zwar das richtige Werkzeug ist, aber auf dem Desktop schlecht skaliert und in seiner Implementation zu mächtig ausfällt.

Neubeginn mit Baloo

Die Neuentwicklung Baloo [6] bündelt die gesamte Funktionalität von Nepomuk, verzichtet dabei jedoch auf RDF. Stattdessen setzt Baloo auf dezentrale, per Plugins implementierte Datenhaltung. Die Basis dazu bilden die drei Dienste Data Stores, Search Stores und Relations. Während Data Stores der permanenten Datenspeicherung dienen, übernehmen Search Stores die Suche und teilen sich dabei in File Search, Email Search und Contact Search auf.

Dabei kümmert sich Baloo nur um Dateien, E-Mails und Kontakte delegiert es weiterhin an Akonadi. Da dieses die Daten aber bereits selbst speichert, genügt dazu je ein Search Store, jeweils über die Suchmaschinen-Bibliothek Xapian [7] realisiert. Die Relations übernehmen beispielsweise die Verknüpfung der Gemeinsamkeiten einer E-Mail mit einer Datei, etwa anhand des Autors.

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