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Backup-Lösung Areca für den Linux-Desktop

Sicher verstaut

Viele Backup-Programme unter Linux sind für Netze gedacht und setzen daher einen Server voraus. Areca eignet sich jedoch primär für Desktop-Sicherungen ohne umständliche Konfiguration.

An Lösungen für die Datensicherung mangelt es unter Linux wahrlich nicht. Doch wegen des Erfolgs des freien Betriebssystems auf Servern fokussieren die meisten Backup-Programme auf größere Netzwerke. Entsprechend komplex gestaltet sich die Bedienung – für Desktop-Anwender eignen sich diese Lösungen daher weniger.

Hier springt mit Areca Backup [1] eine ausgewachsene Backup-Lösung mit grafischer Benutzerschnittstelle in die Bresche und sichert jeden Desktop schnell und zuverlässig – auch ohne aufwendige Client/Server-Konfiguration und zeitraubendes Handbuchstudium.

Im Gegensatz zu vielen kleinen Backup-Programmen für den Linux-Desktop bietet Areca den Funktionsumfang eines vollwertigen Sicherungsprogramms. Dazu gehört neben der allgegenwärtigen Datenkomprimierung auch das Verschlüsseln der Sicherungen nach dem AES-Standard, die Unterstützung verschiedenster lokaler und entfernter Sicherungslaufwerke sowie Quellenfilter, inkrementelle, differenzielle und Vollsicherungen.

Als besonderes Schmankerl beherrscht Areca obendrein Delta-Backups, bei denen es lediglich die veränderten Teile von Dateien sichert. Mehrere Archivteile lassen sich zu einem Gesamtarchiv zusammenfassen, eine leistungsfähige Reportfunktion rundet den Umfang der Anwendung ab. Zu guter Letzt eignet sich das Programm auch für Fans der Kommandozeile, denn Areca lässt sich auch ohne GUI im Terminal bedienen.

Das unter der GPLv2 stehende Areca findet sich bereits in den Repositories etlicher Distributionen, sodass Sie es meist komfortabel über den jeweiligen Paketmanager einspielen. Anschließend finden Sie im Menü Applikationen | Werkzeuge | Systemwerkzeuge zwei Areca-Einträge. Einer startet das Programm mit administrativen Rechten, der andere als normaler User.

Führt die von Ihnen genutzte Distribution das Programm noch nicht in ihren Software-Archiven, greifen Sie zum Quellcode (siehe Kasten "Areca manuell einrichten").

Areca manuell einrichten

Auf der Areca-Projektseite finden Sie Tarballs für 32- und 64-Bit-Systeme. Nach dem Herunterladen und Entpacken starten Sie das Programm über den Befehl ./areca.sh. Da es sich bei Areca um eine Java-Applikation handelt, setzt das allerdings eine funktionierende Java-Laufzeitumgebung voraus. Gegebenenfalls prüfen Sie mithilfe des Befehls java -version im Terminal, ob Java auf dem System bereits installiert ist.

Los geht's

Areca startet in einen schnörkellosen Bildschirm, in dem Sie neben verschiedenen Standard-Bedienelementen wie einer Menü- und einer Schalterleiste auch einen großen Anzeigebereich mit horizontal angeordneten Reitern finden (Abbildung 1). Er präsentiert seine Informationen kontextsensitiv.

Abbildung 1: Der Startbildschirm von Areca wirkt sehr übersichtlich.

Areca benötigt zunächst zwei Pfadangaben. Im Arbeitsbereich, den Sie durch einen Mausklick auf den gleichnamigen Menüeintrag oben links im Programmfenster definieren, speichert es Konfigurationsangaben samt Backup-Profilen. Die Software erwartet dazu die Auswahl eines Ordners, in dem sie diese Daten speichern soll. Üblicherweise handelt es sich dabei um einen Ordner im versteckten Verzeichnis ~/.areca/workspace. Durch einen Klick auf OK aktivieren Sie diesen Ordner.

Gruppen

Die unterschiedlichen Backup-Profile – Areca nennt sie Gruppen – definieren die einzelnen Sicherungsoptionen. Dadurch sichern Sie Datenbestände sehr flexibel, indem Sie jeweils nur die gewünschten Gruppen auswählen.

Um eine neue Gruppe anzulegen, klicken Sie oben im Programmfenster auf Bearbeiten | Neue Gruppe .... Die Software erfragt nun einen Namen für diese neue Gruppe, legt diese an und listet sie dann links im Listenbereich auf. Um die Konfigurationsinhalte zu definieren, klicken Sie im Menü Bearbeiten auf Neues Ziel .... Es erscheint ein Konfigurationsfenster, in dem Sie in unterschiedlichen Untergruppen die nötigen Einträge vornehmen. Zunächst definieren Sie einen Namen für das Ziel sowie den zugehörigen Zielordner, in dem die gesicherten Dateien landen. Als Zielordner kommen dabei sowohl lokale als auch entfernte, über FTP oder SFTP anzusprechende Speichermedien infrage (Abbildung 2).

Abbildung 2: Mit wenigen Klicks legen Sie fest, wohin Areca die Daten speichern soll.

Im nächsten Schritt wechseln Sie in das Untermenü Quellen im Gruppenbereich links und geben einen oder mehrere Quellordner an, deren Daten Areca sichern soll. Anschließend wählen Sie links die Untergruppe Kompression und definieren Kompressionsmechanismen und -grade. In der darunter befindlichen Gruppe Erweitert geben Sie Optionen zum Dateimanagement und zur Verschlüsselung an.

Weitere wichtige Einstellungen nehmen Sie danach in der Untergruppe Filter vor. Hier schließen Sie bestimmte Dateiendungen vom Backup aus oder beziehen sie explizit ein. Dasselbe funktioniert auch für Verzeichnisse oder gesperrte Dateien.

Nach dem Abschluss der Zielkonfiguration übernehmen Sie die Angaben durch einen Klick auf die Schaltfläche Sichern unten rechts im Fenster. Areca zeigt nun das Ziel links im Hauptfenster in der Gruppenanzeige an.

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