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Blog ohne Grenzen

Übersicht: CMS-Systeme ohne Datenbank

18.06.2014
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Die Begriffe CMS und Blog verbinden viele mit Namen wie Wordpress, Typo3 oder Joomla. Doch für viele Einsatzzwecke genügen weitaus schlankere Systeme.

Ob Bilder, Urlaubsberichte oder Spielbeschreibungen: Content-Management-Systeme (CMS) erlauben das einfache Publizieren und Verwalten von Inhalten im Internet. Doch es müssen nicht immer die großen wie Joomla und Wordpress sein: Häufig erfüllen schlankere und vor allem unkompliziertere Systeme den gleichen Zweck. Unsere Übersicht zeigt Ihnen recht unterschiedliche Systeme, die ohne Datenbankanbindung auskommen und praktisch keinerlei Einrichtung erfordern.

GetSimpleCMS

Als Systemvoraussetzungen nennen die Entwickler von GetSimpleCMS [1] einen Apache-Webserver sowie PHP 5.2 oder höher. Um alle Funktionen zu nutzen, benötigen Sie darüber hinaus die PHP-Module cURL, GD Library und ZipArchive [2]. Auf der Internetseite des Projekts steht die aktuelle GetSimpleCMS-Version 3.3.2 zum Download bereit, Leser der Media-Ausgabe finden sie auch auf der Heft-DVD.

Entpacken Sie das Zip-Archiv und laden dessen Inhalt via FTP auf Ihren Webserver. Möchten Sie das CMS lokal ausprobieren, kopieren Sie die Dateien ins öffentliche Verzeichnis von Apache, je nach Distribution beispielsweise nach /var/www/ oder /srv/www/htdocs/. Mit dem Aufruf der URL http://localhost/admin startet das Setup, das sich auf die Eingabe des Seitennamens, des Nutzernamens und der E-Mail-Adresse beschränkt.

Nach der Installation verschickt das System eine Bestätigungsmail an die angegebene Adresse mit dem Nutzernamen und einem automatisch erzeugten Kennwort. Der tiefere Sinn dieser Mail erschließt sich uns allerdings nicht, da das Setup das generierte Passwort auch auf der Web-Oberfläche anzeigt.

Um das CMS einzudeutschen, laden Sie von der Webseite des Projekts die passende Lokalisierung herunter [3] und platzieren diese im Verzeichnis ~/admin/lang/. Die Auswahl der Sprache erfolgt entweder während der Installation oder über die Settings (Abbildung 1). Navigieren Sie darin zu Language: und wählen aus dem Dropdown-Menü de_DE. Abschließend übernimmt Save settings die Änderung.

Abbildung 1: In den Einstellungen von GetSimpleCMS legen Sie die wichtigsten Parameter fest, darunter die verwendete Lokalisierung und das Admin-Passwort.

Bei GetSimpleCMS handelt es sich nicht um ein Blog-System im herkömmlichen Sinn, sondern um ein einfaches Werkzeug für das Verwalten von Webseiten. Im Admin-Backend finden sich nur wenige Menüpunkte, sodass der Einstieg relativ leichtfällt. Die Beispielseite vermittelt anschaulich die zur Verfügung stehenden Funktionen.

Zum Erstellen einer ersten Testseite steuern Sie den Reiter Seiten an und klicken links auf Neue Seite erstellen. Der WYSIWYG-Editor (Abbildung 2) bietet grundlegende Formatierungsoptionen sowie die Möglichkeit, Bilder und Links in den Text einzufügen. Alternativ bearbeiten Sie den Text auch als Quellcode. Um lokal gespeicherte Bilder in den Text einzubinden, wechseln Sie in die Rubrik Dateien und laden die gewünschten Bilder via Dateien und/oder Grafiken hochladen... auf den Server. Danach stehen diese im Dialog Bild des Seiteneditors zur Verfügung.

Abbildung 2: GetSimpleCMS besitzt nur einen einfachen Editor, der aber ein unkompliziertes Einbinden von Bildern erlaubt.

Damit Sie die neue Seite später erreichen, klicken Sie im Editor auf Optionen+ worauf sich weitere Einstellungsmöglichkeiten öffnen. Aktivieren Sie darin die Checkbox neben Diese Seite im Menü anzeigen, damit die Page im Hauptmenü der Startseite erscheint. Im Eingabefeld menü-text legen Sie den Namen des Menüs fest, mit priorität, an welcher Stelle es erscheint. Beides ändern Sie bei Bedarf im Menü-Manager per Drag & Drop.

Über die Vorlagen, die Sie unter dem gleichnamigen Menüpunkt erreichen, passen Sie das Aussehen der Seite an. Die Homepage von GetSimpleCMS bietet eine große Auswahl entsprechender Themes [4], von der einfachen Textpräsentation bis hin zur bildlastigen Portfolio-Vorlage. Um eine davon zu nutzen, kopieren Sie diese in das Vorlagenverzeichnis ~/theme, worauf sie im Dropdown-Menü der Vorlagenverwaltung erscheint.

GetSimpleCMS stellt darüber hinaus eine Vielzahl an Plugins [5] zum Download bereit, die den Funktionsumfang des CMS beträchtlich erweitern. Dabei reicht die Bandbreite von einer FAQ-Verwaltung über Erweiterungen des Editors bis hin zur Foto-Galerie. Um ein Plugin zu nutzen, genügt es, dieses ins Verzeichnis ~/plugin zu entpacken. Es erscheint dann im Admin-Backend in der Rubrik Plugins.

Hier fällt negativ auf, dass das Projekt in der Grundeinstellung die Erweiterung Send Anonymous Data aktiviert, die in regelmäßigen Abständen Nutzungsdaten an das Projekt weiterleitet. Diese enthalten unter anderem Versionsabfragen von PHP, Apache und dem CMS, aber auch Informationen über die Anzahl verwendeter Plugins, Themes sowie hochgeladener Dateien.

Kirby

Kirby [6] verzichtet auf ein Backend, in dem Sie Ihre Artikel verfassen. Hier genügt ein einfacher Texteditor, um die Seiten beziehungsweise die gesamte Homepage zu pflegen. Im Gegensatz zu den anderen vorgestellten Systemen steht Kirby lediglich zur Installation auf dem lokalen Rechner kostenfrei zur Verfügung. Möchten Sie Ihre Webseite damit betreiben, fällt eine Lizenzgebühr von 30 Euro an.

Zum Einrichten von Kirby genügt es, die Installationsdateien von der Programm-Homepage herunterzuladen und in einem Verzeichnis Ihres Webservers zu entpacken. Rufen Sie die URL dann im Browser auf, erscheint bereits eine einfache Beispielseite.

Das CMS verwendet Plaintext-Dateien als Grundlage, die es mithilfe einer eigenen, sehr simplen und eingängigen Markup-Sprache (Abbildung 3) sowie den Themes in HTML formatiert. Eine Seite besteht im einfachsten Fall lediglich aus einem Titel und dem Fließtext (Listing 1). Links oder Bilder binden Sie über das Tag image: ein, etwa image: 01.jpg.

Abbildung 3: Bei Kirby findet die gesamte Bearbeitung und Verwaltung im Texteditor und einem FTP-Client statt.

Listing 1

Title: Artikeltitel
----
Text: Artikeltext

Um den ganzen Webauftritt in Form zu bringen, setzt Kirby auf verschachtelte Verzeichnisse. Jeder Ordner unterhalb von ~/content entspricht einer einzelnen Seite auf der Homepage. In diesem Ordner befindet sich die Textdatei nach obigem Beispiel. Zusätzlich hinterlegen Sie dort alle zur jeweiligen Seite gehörenden Medien, etwa Bilder, Thumbnails oder Dateien. Die einzelnen Verzeichnisse erhalten eine Nummerierung, die als Links in der entsprechenden Reihenfolge im Menü erscheinen. Nicht nummerierte Verzeichnisse tauchen dort auch nicht auf.

Wer zum ersten Mal eine eigene Webseite aufsetzen möchte, greift besser zu einem System wie GetSimpleCMS statt zu Kirby: Gerade Einsteigern fällt es schwer, sich vorzustellen, wie der Rohtext später als Webseite aussieht.

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Kommentare
Eine Frage sei erlaubt: Und was setzt Ihr ein???
Der Ästhet (unangemeldet), Donnerstag, 26. Juni 2014 11:04:32
Ein/Ausklappen

Währen die Linux Community seit ein paar Tagen endlich halbwegs übersichtlich und lesbar ist, verbleibt die Seite http://www.linux-user.de in grottigem Design und unbenutzbar.

Ihr testet und berichtet sehr engagiert über viele, einfach zu bedienende Contentmanagementsysteme, vernachlässigt dabei die eigene Seite vollkommen.

Sehr sehr schade.

Euer Ästhet


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Re: Eine Frage sei erlaubt: Und was setzt Ihr ein???
Jörg Luther, Freitag, 27. Juni 2014 11:29:48
Ein/Ausklappen

Lieber Ästhet,

ob LinuxUser.de "grottig" ist, liegt im Auge des Betrachters. Es handelt sich allerdings um ein sozusagen historisches Corporate-Identity-Design aus den Anfängen unseres Verlags, das heute so nur noch auf den Websites von EasyLinux und LinuxUser läuft. Die technische Basis ist Zope.

Dem "unbenutzbar" widerspreche ich dagegen entschieden: Schlicht ist die Site wohl und dem heutigen Zeitgeist sicher nicht mehr schön genug, aber hundertprozentig funktionell. Sie dient als Landing Page für den inzwischen bei LinuxCommunity.de gehosteten Heft-Content, als Basis für unsere Community Edition und als Info-Schnittstelle für LUGs und Autoren. Alle diese Aufgaben erfüllt sie nachweislich sehr gut.

Die meisten Sites unseres Verlags laufen inzwischen auf Basis von EZpublish, und das wird vermutlich auch LinuxUser.de irgendwann einmal tun. Da wir bislang aber noch nie eine Notwendigkeit sahen, zu "reparieren", was nicht kaputt ist, genoss und genießt eine solche Umstellung keine Top-Priorität.

Dass das einen Ästheten fuchst, kann ich verstehen -- schöner geht immer. Wir bleiben aber lieber bei "form follows function".

Herzliche Grüße,
Jörg Luther
Chefredakteur LinuxUser


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