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© Medialinx AG

Pflegeleichtes Debian-Derivat Epidemic Linux

Conforto do Brasil

Das auf Debian aufbauende Epidemic Linux bietet bei gleichem Software-Angebot erheblich mehr Komfort als die Mutterdistribution.

Brasilien gilt bereits seit längerer Zeit als Hochburg freier Software, viele Distributionen haben in dem südamerikanischen Land ihren Ursprung. Schon seit einigen Jahren am Markt und daher entsprechend ausgereift präsentiert sich Epidemic Linux, das mit einigen Innovationen aufwartet.

Pflegeleicht

Das System kommt in einer einzigen Variante für 64-Bit-Prozessoren als etwa 1,5 GByte großes Image [1] daher. Die von den Entwicklern angegebenen Hardware-Anforderungen klingen sehr moderat: Epidemic begnügt sich bereits mit 1 GByte Arbeitsspeicher und 10 GByte Festplattenplatz.

Auch bei der Grafikkarte gibt sich das System wenig wählerisch: Modelle der Hersteller AMD/ATI, Nvidia und Intel unterstützt es problemlos. Aufgrund dieser weit gefassten Anforderungen wollen wir es genauer wissen und installieren das System auf einem Notebook, wo sich aufgrund besonders angepasster Komponenten oft höhere Anforderungen an die Hardware-Erkennung ergeben.

Epidemic empfängt uns dabei auf einem HP Elitebook 2530p mit einem Grub-Menü, das insgesamt fünf Optionen zum Starten der Live-Variante bietet. Die Spielarten unterscheiden sich lediglich in der Lokalisierung, auch eine deutsche Version findet sich darunter. Einen Modus zum Beheben von Problemen mit der Hardware haben sich die Entwickler ebenso gespart wie die Option für eine direkte Installation auf einem Massenspeicher.

Das System bootet ohne Murren in einen Desktop mit KDE 4.8, wobei es die komplette Hardware des Rechners tadellos erkennt, mit Ausnahme des Sensors zum Authentifizieren. Hier scheint die solide Basis Debian durch, welche die Epidemic-Entwickler allerdings noch um Firmware-Pakete ergänzt haben. Auf diese Weise erkennt das System selbst Komponenten wie WLAN-Adapter von Intel direkt.

Der Desktop wirkt aufgeräumt und zeigt zunächst keine Besonderheiten. Erst beim Starten des K-Menüs unten links im Panel treten im Untermenü Favoriten erste Eigenentwicklungen zutage: Hier findet sich als erster Menüpunkt der Epidemic installer, der das System in wenigen Schritten auf den Massenspeicher packt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der eInstaller packt das System schnell auf einen Massenspeicher des PCs.

Von DVD zu USB

Zwar zielt das Standard-ISO-Image auf die Installation via DVD ab, doch besteht auch die Möglichkeit, aus dem Live-Betrieb heraus einen bootfähigen USB-Stick zu generieren. Dabei greift der Installer auf eine eigene Routine namens ePendrive zurück. Um sie zu nutzen, verbinden Sie einen USB-Stick mit mindestens 2 GByte Kapazität mit dem Computer. Achten Sie darauf, den Speicher vorab mit dem Dateisystem Ext2 oder ReiserFS zu formatieren. Anschließend klicken Sie im Menü Favoriten auf den Eintrag Epidemic installer, der den eInstaller startet.

Sie finden oben horizontal nun zwei Reiter mit den im System vorhandenen Massenspeichern – üblicherweise bezeichnet der Reiter sdb den USB-Stick. Im Feld Optionen unten mittig im Fenster setzen Sie nun ein Häkchen vor den Eintrag USB-Livesystem. Danach aktivieren Sie darüber in der grafischen Anzeige der Partitionen das Auswahlfeld root. Mit einem Klick unten rechts auf die Schaltfläche Installieren schließen Sie den Vorgang ab (Abbildung 2).

Abbildung 2: Dank eInstaller erstellen Sie im Handumdrehen einen bootfähigen USB-Stick.

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Kommentare
Grüße vom Epidemic Linux-Team
Ulrich Beckmann (unangemeldet), Mittwoch, 23. Juli 2014 18:27:02
Ein/Ausklappen

Das ist aber mal eine große Überraschung, daß das brasilianische Epidemic Linux es zu einer Rezension in LinuxUser geschafft hat!
Als Teammitglied bin ich leider weniger begeistert, daß die total veraltete Version 4.0 in der Heft-DVD enthalten ist. Ich habe schon lange nicht mehr getestet, ob eine Installation sich auf den aktuellen Stand mit der Systemaktualisierung upgraden läßt. Die Software in eAsychannel oder eMorph sollte ebenfalls seit längerem ungetestet sein. Auch die Entwicklungsversion 4.1, die bei Erscheinen schon ziemlich stabil war, ist jetzt auch nicht viel besser. Zum Anschauen ganz nett, aber für den produktiven Gebrauch nicht mehr geeignet.

James Benedito de Oliveira, der Gründer und Entwickler von Epidemic Linux, hat leider aus persönlichen Gründen eine Pause von über einem Jahr eingelegt. Jetzt hat er aber die Arbeit wieder aufgenommen und implementiert u.a. UEFI/GPT-Unterstützung. James ist hauptberuflich kein Informatiker, sondern Jurist, und hat in ca. 5 Jahren fast 30.000 Codezeilen an Epidemicprogrammen programmiert!

Abraços
Bequimão

Epidemic GNU/Linux


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