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Netzwerkspeicher per Dateimanager einbinden

Synchron

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Webhoster geben Ihnen üblicherweise einen FTP-Zugang, um Daten auf Ihren Online-Speicher zu laden. Unter Linux genügt ein Dateimanager, um auf Netzwerkspeicher zuzugreifen.

Wer von Windows aus auf einen Webserver zugreifen möchte, der muss sich zusätzliche Anwendungen aus dem Netz laden, wie etwa die quelloffenen Programme Filezilla [1] oder WinSCP [2]. Beide beherrschen FTP/FTPS, WinSCP versteht sich obendrein auf SSH/SCP.

Unter Linux dagegen müssen Sie sich nicht groß nach einem netzwerkfähigen Dateimanager umsehen: Die in den großen Desktop-Umgebung integrierten Dateimanager Dolphin und Thunar verstehen sich bestens mit allen gängigen Fileservern im Internet. Selbst das Terminal bietet diverse Werkzeuge, die den Datenabgleich zwischen Ihrem Rechner und einem Server im Internet erleichtern.

Gnome macht's mit Dateien

Was bei Gnome früher Epiphany, Fileroller oder Nautilus hieß, nennt sich nun nur noch schlicht Web oder Internet, Archivmanager und Dateien. Die eingängigeren Namen sollen eine einfachere Bedienung der Programme suggerieren. Über dieses zweifellos hehre Ziel schießen die Entwickler allerdings gern hinaus. Das zeigt sich insbesondere beim Dateimanager: Praktische Funktionen wie etwa den Zwei-Fenster-Modus gab es zwar einmal, Dateien kennt diesen jedoch nicht mehr.

Unverändert unterstützt Dateien jedoch weiter das Einbinden via FTP, SSH, SFTP, WebDAV und SMB mithilfe des Gnome Virtual File System, kurz GVFS. Es integriert die Netzwerkfreigaben dabei transparent ins Dateisystem, sodass die entfernt liegenden Files so erscheinen, als lägen sie lokal vor. So schaffen Sie Ihr Blog direkt mit Dateien ins Netz oder bearbeiten mit Gedit die Files des von Ihnen genutzten CMS, ohne sie erst einmal auf den PC zu kopieren.

Dateien bietet Ihnen dazu im App-Menü unter dem Punkt Mit Server verbinden ... einen Verbindungsmanager an. Unter Serveradresse tragen Sie dort die Netzwerkadresse des von Ihnen genutzten Webservers als URL ein (Abbildung 1). Die zuletzt benutzten Server merkt sich Dateien im Feld darunter. Um dies abzukürzen, tippen Sie einfach [Strg]+[L], um die Adressleiste im Dateimanager zu aktivieren.

Abbildung 1: Gnome-Dateien (vormals Nautilus) bringt einen einfachen Netzwerklaufwerk-Manager mit.

Dateien nimmt nicht nur lokale Pfade entgegen, sondern auch URLs wie ftp://Beispiel.de, gegebenenfalls sogar samt Authentifizierungsdaten und Portadresse:

ftp://User:Passwort@Beispiel.de:port

Wie bei FTP üblich, überträgt Dateien Ihr Passwort dabei im Klartext. Daher nutzen Sie, falls der Anbieter das unterstützt, besser das verschlüsselte Secure File Transfer Protocol SFTP mit ftps://Beispiel.de.

Neben FTP unterstützt Dateien auch SSH mittels ssh://Beispiel.de und WebDAV über einen Aufruf von dav://Beispiel.de beziehungsweise verschlüsselt über davs://.... Im lokalen Netzwerk lassen sich auch Samba-Shares so einbinden (smb://Server/Share). Wie bei FTP nimmt Dateien auch bei SSH, WebDAV und SMB Login, Passwort und Port in der URL-Zeile entgegen. Damit Sie später nicht immer wieder die URL eintippen müssen, legen Sie am besten ein Lesezeichen für Ihren Web-Account an.

TIPP

GVFS bindet Netzwerkfreigaben transparent ins System ein, unter /run/user/uid/gvfs/ftp:host=Beispiel.de/Pfad finden Sie auch im Terminal Ihre Online-Daten. So können Sie CLI-Tools wie Imagemagick, Exiftool oder Ähnliches direkt auf die im Netz gespeicherten Daten loslassen. Um direkt in dieses Verzeichnis zu springen, installieren Sie das Paket nautilus-open-terminal, öffnen das Netzwerklaufwerk und tippen dann mit rechts auf einen freien Bereich im Dateimanager. Der Menüpunkt Im Terminal öffnen startet dann das Terminal mit dem entsprechenden Verzeichnis. Aktuelle Versionen des Gnome-Dateimanagers bringen diese Funktion von Haus aus mit.

Einmal angebunden, nutzen Sie das Netzlaufwerk und die dort gespeicherten Dateien wie gewöhnliche lokale Verzeichnisse. Änderungen an den PHP- oder CSS-Dateien Ihrer Webseite machen Sie mit dem Editor Ihrer Wahl. Bilddateien öffnen Sie direkt aus Dateien heraus mit Gimp, ohne dass Sie die Daten zuvor auf Ihren Rechner kopieren müssen.

Sklaven-Treiber KDE

Wo bei Gnome das GVFS zum Einsatz kommt, da lädt KDE SC seine Input/Output-Slaves oder kurz KIO-Slaves. Die KIO-Slaves realisieren ein asynchrones virtuelles Dateisystem, das entfernte Netzlaufwerke über verschiedene Protokolle für Anwendungsprogramme verfügbar macht. Über Plugins unterstützen die KIO-Slaves FTP, FTPS, SSH, WebDAV und SMB. Daneben beherrschen sie aber auch Aufrufe wie audiocd:/ (Zugriff auf Audio-CDs), http:/ (vollwertiger Webbrowser), man:/ (Manpages lesen) oder settings:/ (Einstellungen des KDE-Kontrollzentrums).

Der Aufruf erfolgt wie beim Gnome-Dateimanager über die Adressleiste: Diese aktivieren Sie über das Menü Ansicht | Adresse | Adresse ändern (Abbildung 2) oder ebenfalls wieder mit [Strg]+[L]. Die Syntax unterscheidet sich nicht, FTP nutzen Sie also mit der schon bei Gnome vorgestellten kurzen oder langen URL-Form. Für den SSH-Zugriff dagegen tippen Sie fish://Beispiel.de.

Abbildung 2: Zwei Panels und Zugriff auf das Netzwerk via KIO-Slaves verwandeln Dolphin in einen vollwertigen FTP-Client.

Beim Jonglieren mit Dateien und Verzeichnissen zwischen verschiedenen Rechnern kommt ein Zwei-Fenster-Modus sehr gelegen. Den bietet Dolphin an, Sie müssen ihn jedoch erst via Ansicht | Teilen oder mit [F3] aktivieren. Für oft genutzte Netzlaufwerke legen Sie am besten Lesezeichen an, wozu Sie einfach einen der Ordner vom Server in die linke Seitenleiste des Dateimanagers ziehen.

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