Angetestet

Aktuelle Software im Kurztest

18.06.2014

Pegelmessung

Dank Pipe Viewer 1.5.3 sehen Sie sofort, ob der Datenfluss in einer Pipe stockt und wie viel bereits übertragen wurde. Die Buffer-Funktion sorgt dabei für einen kontinuierlichen Datenfluss.

Auf Unix-Systemen leitet man oft die Ausgabe eines Werkzeugs zur Weiterverarbeitung in ein anderes Tool um. Da viele Programme keine oder nur dürftige Auskünfte über den Datenfluss geben, weiß man oft nicht, wie weit die Verarbeitung schon ist. Hier schafft Pipe Viewer, kurz: Pv, Abhilfe: Im Verarbeitungsablauf zwischen Quelle und Ziel platziert, visualisiert es den Datenfluss in der Pipe. Rufen Sie Pv ohne weitere Parameter auf, stellt es dazu lediglich einen Fortschrittsbalken dar und gibt die Übertragungsdauer sowie den Datendurchsatz in MByte/s an. Mit dem Parameter -n ersetzen Sie den Balken durch eine numerische Anzeige. Weitere Parameter begrenzen den maximalen Datendurchsatz in der Pipe (--rate-limit) oder legen die Größe des Datenpuffers fest (--buffer-size). In der Vorgabe umfasst der Puffer 512 KByte. Auch das Aktualisierungsintervall der Anzeige passen Sie nach Bedarf an. Für mehr Übersicht dürfen Sie jeder Pipe mit --name einen eindeutigen Namen zuordnen. Nutzen Sie Programme wie GPG in einer Pipe, dürften Sie den Parameter --wait zu schätzen wissen: Pv wartet mit dem Start der Fortschrittsanzeige, bis die ersten Bytes übertragen wurden, und überschreibt so weder Passwortabfragen noch andere wichtige Ausgaben. Mit weiteren Parametern lassen Sie den Fortschritt in Prozent ausgeben oder passen die Größeneinheit der Anzeige an. Treten Probleme bei der Übertragung auf, bricht Pv diese ab. Mit --skip-errors ignoriert es auf Wunsch alle Lesefehler und überträgt alles, was es erhält.

Pipe Viewer 1.5.3

Lizenz: Artistic License 2.0

Quelle: http://www.ivarch.com/programs/pv.shtml

Aufgemotzt

Für alle Tools ohne Readline-Unterstützung bietet Rlwrap 0.40 eine History samt Suche sowie eine Autovervollständigung.

Wer oft auf der Konsole arbeitet, weiß Funktionen wie die History und den Zeileneditor der Shell zu schätzen. Allerdings bringen nicht alle Werkzeuge diese Eigenschaften von Haus aus mit. Mit Rlwrap, das auf den Readline-Bibliotheken basiert, rüsten Sie diese Funktionen nach, ohne das entsprechende Programm neu zu kompilieren. Das Tool legt sich als Wrapper zwischen die Eingabe und das verarbeitende Programm. Dazu übergeben Sie Letzteres als Parameter beim Start an Rlwrap. Dieses startet das Programm und stattet es mit einer Such- und Verlaufsfunktion aus. Auch eine Autovervollständigung ist möglich, sofern Sie vorher für das auszuführende Programm eine Datei mit Schlüsselbegriffen erzeugen. Spielt die Schreibweise der Begriffe keine Rolle, deaktivieren Sie die Case-Prüfung mit -i. Die Schlüsseldatei muss den Namen des aufzurufenden Programms tragen und in /etc/rlwrap/ liegen. Wählen Sie einen anderen Speicherort, übergeben Sie den Dateinamen mit dem Parameter -f an Rlwrap. Dabei dürfen Sie auch mehrere Schlüsseldateien gleichzeitig angeben. Den Eingabeverlauf eines Programms legt Rlwrap als versteckte Datei, die den Programmnamen als Präfix trägt, im Benutzerverzeichnis ab. Um die Verlaufsdateien anderenorts abzulegen, setzen Sie vorab die Umgebungsvariable RLWRAP_HOME. Die Größe der standardmäßig unbegrenzten Verlaufsdatei limitieren Sie gegebenenfalls mit -s. Der Parameter -D vermeidet doppelte Einträge in der Verlaufsdatei. Weitere Parameter legen die Farbgebung der Eingabezeile fest oder entfernen über Filter Einträge aus der Verlaufsdatei. Ein Blick in die umfassende Manpage lohnt sich.

Rlwrap 0.40

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://utopia.knoware.nl/~hlub/rlwrap/

Chefauswerter

Für eine übersichtliche Nutzungsstatistik setzen Sie einfach den Squid Analyzer 5.4 auf die Protokolle Ihres Proxys an.

Mit dem Squid Analyzer steht Ihnen eine leistungsfähige Perl-Lösung zur Verfügung, um die Protokolle des Proxys Squid komfortabel auszuwerten. Das Tool wertet die in access.log von Squid protokollierten Anfragen aus und generiert eine HTML-basierte Reportstruktur, die Sie entweder in Ihre Webpräsenz integrieren oder einfach via Browser auswerten. Dabei stehen verschiedene Ansichten zur Verfügung. Die Hauptseite enthält eine nach Jahren geordnete, tabellarische Übersicht mit der Summe der übertragenen Bytes und der Auslastung des Proxy-Caches. Sobald Sie ein Jahr zur Analyse auswählen, können Sie über einen Kalender in der oberen rechten Ecke von Squid Analyzer Monate und Tage auswählen, deren Daten Sie sich genauer anschauen möchten. In weiteren Untermenüs listet das Tool die 100 begehrtesten URLs sowie die Top-100 der TLDs. Für beide zeigt es die Anzahl der Abfragen und die übertragene Datenmenge ab. Haben Sie in Squid ein Kostenmodell konfiguriert, berechnet Squid Analyzer auch die entstandenen Kosten. Bei Bedarf schlüsselt es die Nutzungsstatistik auch nach lokalen Netzwerken oder Anwendern auf. Beim Aufschlüsseln nach Netzwerken gibt das Tool nur die IP-Adresse des Rechners aus, der Sie jedoch über eine Alias-Datei eindeutige Namen zuordnen können. Die Alias-Dateien für Netzwerke und Benutzer sowie die Konfigurationsdatei finden Sie in /etc/squidanalyzer/. In der Konfiguration setzen Sie die Pfade zu den Squid-Logs und dem Speicherort für Berichte, binden Alias-Dateien ein und nehmen Anpassungen an der Kostenberechnung oder Diagrammtypen vor. Die Webseite und Manpage von Squid-Analyzer enthalten umfangreiche Anwendungsbeispiele.

Squid Analyzer 5.4

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://squidanalyzer.darold.net/

Dateijongleur

Mit Vimpal 1.4.0 spendieren Sie Gvim einen Dateimanager samt Profilen und Quicklist.

Nach dem Start zeigt Vimpal in seiner auf Qt4 basierenden Oberfläche den Verzeichnisbaum des Anwenderverzeichnisses an. Klicken Sie darin eine Datei an, öffnet das Programm diese als Reiter in Gvim und wechselt den Fokus dorthin. In der Konfiguration des Tools dürfen Sie aber auch weitere externe Programme festlegen, mit denen Vimpal Dateien öffnet. Dabei orientiert es sich an der festgelegten Dateinamenserweiterung, stellt das jeweilige Programm aber lediglich im Kontextmenü Öffnen mit zur Verfügung, das Sie über die rechte Maustaste erreichen. Dort bietet es weitere Dateifunktionen wie Löschen oder Umbenennen an, auch neue Verzeichnisse lassen sich hier anlegen. Das Kopieren oder Verschieben von Dateien beherrscht Vimpal jedoch nicht. Über das Kontextmenü gelangen Sie auch in die sehr überschaubaren Konfigurationseinstellungen: Sie können versteckte Dateien anzeigen lassen, einen dunklen Hintergrund wählen, das Verhalten von Gvim beim Öffnen einer Datei anpassen oder den Editor mit weiteren Kommandozeilenparametern füttern. Arbeiten Sie mit vielen Verzeichnissen, hinterlegen Sie diese am besten als sogenanntes Profil in Vimpal – das Konzept ähnelt den Lesezeichen eines Browsers. Vimpal zeigt das aktuelle Profil in der Fußzeile an. Ein neues erzeugen Sie, indem Sie ins gewünschte Verzeichnis wechseln und auf das Symbol in der Fußzeile klicken. Dies öffnet die Profilübersicht, wo Sie das neue Profil mit einem eindeutigen Namen einfügen. Vimpal speichert bei Programmende das aktuelle Profil und lädt es beim nächsten Start automatisch. So arbeiten Sie dort weiter, wo Sie aufgehört haben. Dateien stellt Vimpal in einer sogenannten Quicklist für den schnellen Zugriff zur Verfügung, die Zuordnung erfolgt über das Kontextmenü der rechten Maustaste.

Vimpal 1.4.0

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://vimpal.sourceforge.net/

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