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© Kirsty Pargeter, 123RF

Renntrimm

Wie man trotz Widrigkeiten eine Festplatte durch eine SSD ersetzt

15.05.2014
Um Ihrem Rechner so richtig Beine zu machen, tauschen Sie am besten die verbaute Festplatte gegen eine SSD. Allerdings lauern auf dem Migrationsweg etliche Stolperstellen, die es geschickt zu umgehen gilt.

Gerade Consumer-SSDs – die also nicht so viele Schreibzugriffe auszuhalten haben, wie man sie den Enterprise-Kollegen in einem rund um die Uhr beschäftigten Disk-Array zumuten kann – bewegen sich preislich heute bereits auf dem Level guter Festplatten. Das macht den Tausch der HDD gegen eine SSD nicht nur attraktiv, sondern inzwischen auch einigermaßen bezahlbar. Als Lohn winkt eine ums Fünf- bis Siebenfache gesteigerte sequenzielle Schreib/Leseleistung, die sich fast überall deutlich temposteigernd auswirkt: beim Booten, beim Starten von Anwendungen und bei I/O-lastigen Prozessen.

Studieren geht vor Kopieren

Also einfach Daten kopieren und fertig? So einfach klappt das nur im allergünstigsten Fall, in aller Regel steht man schnell vor der einen oder anderen Hürde.

Das beginnt bereits damit, dass bei vergleichbarem Preis eine SSD kleiner ausfällt als die alte Festplatte. Wer den Plattenplatz nicht schon bis zum letzten Byte ausgereizt hat, kann es gut verschmerzen, wenn sich bei 50 GByte weniger Platz auf der SSD der Füllungsgrad gegenüber der Festplatte um ein paar Prozent erhöht. Für die Migration hat das jedoch die Konsequenz, dass für das Kopieren Tools wie Dd oder Partimage (auf dem wiederum Clonezilla beruht) als Werkzeuge ausfallen: Die sichern nur auf mindestens gleich große Partitionen zurück, selbst wenn auf dem Original noch viel Platz frei blieb. Anstelle einer physischen, sektorweisen Kopie braucht man also eine logische, dateibasierte – für die sich beispielsweise Rsync anbietet.

Eine Alternative bestünde theoretisch darin, die Partitionen auf der Quellplatte zuerst so zu verkleinern, dass sie anschließend nicht größer ausfallen als diejenigen, die sich auf der Ziel-SSD ergeben. Das funktioniert aber nicht in allen Fällen: Hatte man sich etwa für das ansonsten leistungsfähige und schnelle Dateisystem XFS entschieden, steht man nun vor der Tatsache, dass das sich zwar vergrößern lässt, aber nicht verkleinern. Auch JFS oder Reiser4 lassen sich nicht schrumpfen [1].

Richtig partitionieren

Bevor Sie aber etwas kopieren können, müssen Sie erst einmal die SSD partitionieren. In einem grafischen Tool wie Gparted tippen Sie dazu schlicht die Größen in MByte in das Formular ein. Allerdings besteht dabei die Gefahr, etwas Wichtiges zu übersehen, was später viel Tempo kosten kann: die richtige Ausrichtung der Partitionen ("Alignment").

SSDs arbeiten anders als normale Festplatten nicht mit 512-Byte-Blöcken, sondern mit solchen von 4 KByte Größe. Beginnt nun eine Partition nicht an einer 4K-Grenze, verursacht das für jeden zu lesenden oder zu schreibenden Block zwei Lese- respektive Schreibzugriffe, weil sich dann der Dateisystemblock über zwei physische Sektoren des Mediums erstreckt. Das kann die Performance um den Faktor 25 drücken. Insbesondere sollte die erste Partition keinesfalls ab Sektor 63 beginnen, dem üblichen Startsektor für Festplatten (Abbildung 1).

Abbildung 1: Passt der in einem Zug zu lesende oder schreibende logische Block des Filesystems nicht in den physischen des Mediums (also hier der SSD), braucht es doppelt so viele Zugriffe.

Nach der Partitionierung können Sie ans Kopieren gehen – und hier lauert der nächste Stolperstein: Egal, ob Sie die Partitionen Sektor für Sektor oder Datei für Datei kopieren, der Klon wird nicht booten. Es fehlt der sogenannte Master Boot Record (MBR), der außerhalb der Partitionen im ersten Sektor der Festplatte lag. Er enthält neben der Partitionstabelle einen Bootloader, also das erste Glied der Ladekette, die letztlich das Betriebssystem in den Speicher befördert und ausführt.

Sie könnten den MBR mithilfe des Befehls aus Listing 1 separat kopieren: Dieses Kommando führte aber nur in die nächste Falle, denn es überschriebe die zuvor mühevoll ausgeklügelte und ausgerichtete Partitionstabelle auf der SSD. Nun ließe sich der MBR als Ausweg auch ohne Disk Signature und ohne Partitionstabelle kopieren (bs=440) – aber wie Sie noch sehen werden, geht es auch einfacher.

Listing 1

# dd if=/dev/Quell-Device of=/dev/Ziel-Device bs=512 count=1

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