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Multimedia- und Gaming-Plattform Chapeau Linux

15.05.2014
Suchen Sie abseits der ausgetretenen Ubuntu- und Debian-Pfade eine flinke, multimediafähige Distribution mit Gnome-3-Desktop, sollten Sie sich Chapeau Linux genauer ansehen.

Seit Langem gehört Fedora zu den beliebtesten Linux-Distributionen überhaupt. Doch um die auf freie Software eingeschworene Distribution in jeder Situation auf dem Desktop problemlos nutzen zu können, fallen manuelle Nacharbeiten an, wie die Installation von Codecs, unfreier Firmware oder Software von Drittherstellern. Das brandneue Chapeau Linux springt hier in die Bresche und bietet einen topaktuellen Gnome-3-Desktop auf Fedora-Basis zusammen mit allen zusätzlichen Komponenten.

Anforderungsprofil

Chapeau Linux [1] zeigt sich hinsichtlich der Hardware-Anforderungen recht anspruchsvoll: Das ISO-Image [2] eignet sich ausschließlich für aktuelle 64-Bit-Maschinen. Auch bei der Grafikkarte setzt es nicht etwa auf solide Hausmannskost von Intel, sondern auf leistungsstarke dedizierte Grafikkarten von Nvidia und AMD/ATI. Der Grund für diesen Ressourcenhunger: Chapeau Linux möchte neben Freunden multimedialer Inhalte auch Gamer ansprechen, deren Hobby naturgemäß sehr hohe Anforderungen an die Hardware stellt.

Die Entwickler integrieren daher bereits von Haus aus neben Steam auch Play On Linux samt Wine in die Distribution, sodass dem Spielvergnügen nichts im Weg steht. Durch die ebenfalls bereits eingepflegten Codecs für unterschiedlichste Multimedia-Dateiformate sowie der Unterstützung für Video-DVDs und Blu-ray-Medien lässt sich Chapeau auch ohne lästige Modifikationen als Heimkino-Basis nutzen. Außerdem kann man Fremdapplikationen wie den Adobe Flash Player und diverse Cloud-Applikationen "ab Werk" abrufen.

Installation mit Hürden

Nach dem Herunterladen des rund 1,8 GByte großen Images zeigt sich Chapeau zunächst von einer extrem widerspenstigen Seite: Zwar erläutert die Entwickler-Homepage ausführlich, wie man das System auf verschiedenen Wegen auf einen USB-Stick installieren kann [3] – jedoch schlugen unsere entsprechenden Versuche mit zwei unterschiedlichen Flash-Sticks und den Tools Unetbootin, Live USB Creator und livecd-iso-to-disk fehl. Auch unter Anwendung des dd-Befehls ließ sich kein startfähiges System auf dem USB-Stick installieren.

Nach dem Brennen des ISOs auf eine DVD zeigte sich ein weiteres Manko: Auf mehreren Testrechnern mit leistungsschwächeren Intel-Grafikkarten aktueller Bauart ließ sich die Distribution nur im Troubleshooting-Modus booten, bei dem lediglich ein rudimentärer Grafiktreiber maximal XGA-Auflösung (1024 x 768) darstellt. Auf zwei parallel herangezogenen Testsystemen mit Grafikkarten von Nvidia beziehungsweise AMD/ATI gab es dagegen keine Probleme.

Chapeau Linux bootet auf solchen Rechnern zügig in einen Gnome-3-Bildschirm mit den bekannten Bedienelementen, sodass Sie das System im Live-Betrieb ausprobieren können. Möchten Sie Chapeau Linux anschließend auf der Festplatte einrichten, stoßen Sie dazu den von Fedora her bekannten grafischen Installer Anaconda an. Sie erreichen ihn über das Festplatten-Symbol in der Anwendungsleiste am linken Bildschirmrand. Dieses Panel erscheint nach einem Klick oben links am Bildschirm auf die Schaltfläche Activities.

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