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Schlüsselmeister

Für alle, die Wert auf schwer zu knackende Schlüssel legen, präsentiert sich Codecrypt 1.6 als Alternative zu gängigen Verschlüsselungslösungen.

Um die eigenen Daten vor unbefugtem Zugriff zu schützen, ist Verschlüsselung das Mittel der Wahl, Tools wie GPG oder PGP zählen heute zum Quasi-Standard. Mit steigender Rechenleistung besteht jedoch die Gefahr, dass künftig auch Privatpersonen in der Lage sein könnten, diese Schlüssel zu knacken. Hier will das Tool Codecrypt, kurz Ccr, Abhilfe schaffen. Zwar behält es das Konzept der asymmetrischen Verschlüsselung bei, greift für seine Schlüsselberechnungen jedoch auf sogenannte quantencomputerresistente Algorithmen zurück, wie das McEliece-Kryptosystem oder den hashbasierten Merkle-Baumalgorithmus. Wie die meisten Verschlüsselungsprogramme arbeitet Ccr als reines Konsolen-Tool, das sich problemlos in eigene Skripte integrieren oder mit anderen Werkzeugen kombinieren lässt. Die Konfiguration erfolgt durch Parameterübergabe beim Aufruf. Dabei übernahmen die Entwickler viele Parameter von Tools wie GPG, wie etwa -e zum Verschlüsseln oder -k zur Anzeige des Schlüsselrings. Dies reduziert den Einarbeitungsaufwand und erleichtert die Integration mit vorhandenen Programmen. Vor dem ersten Einsatz von Ccr erzeugen Sie durch einen Aufruf mit dem Parameter -g, gefolgt vom zu verwendenden Algorithmus, ein Schlüsselpaar aus privatem und öffentlichem Schlüssel. Letzteren verteilen Sie wie gewohnt zur verschlüsselten Kommunikation an Freunde und Kollegen. Eine Übersicht aller unterstützten kryptographischen Verfahren fordern Sie mit dem Parameter -g help an. Weitere Parameter unterstützen Sie beim Verwalten der erzeugten Schlüssel. So haben Sie die Möglichkeit, neue Schlüssel zu importieren, veraltete aus dem Ring zu entfernen oder Keys schlicht umzubenennen. Anwendungsbeispiele und weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Projekts.

Codecrypt 1.6

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://github.com/exaexa/codecrypt

Paketspecht

Durch das Verwenden von SPA-Paketen sichert Fwknop 2.6.1 die Dienste auf einem Rechner gegen Lauscher ab und gewährt nur autorisierten Anwendern Zugriff.

Möchten Sie sich von extern via SSH oder HTTPS mit einem Rechner verbinden, müssen Sie zwangsläufig den Zugriff auf die entsprechenden Dienste zulassen. Dabei halten Sie Unbefugte am besten fern, indem Sie den zugehörigen Port vor normalen Zugriffen verbergen und ihn nur auf ein vereinbartes Klopfzeichen offenbaren. Hier hilft Fwknop hilft und gewährt nur demjenigen Zugang, der das digitale Klopfzeichen kennt. Anders als etwa Knockd reagiert Fwknop nicht auf Folgen von Verbindungsversuchen an verschiedenen Ports. Es nutzt stattdessen die Single Packet Authentification, kurz SPA. Dabei sendet der Client ein verschlüsseltes Datenpaket, das nur einmal genutzt werden kann. Somit besteht keine Missbrauchsgefahr, falls Dritte den Datenverkehr mitschneiden. Zudem nutzt Fwknop bewährte Techniken zur symmetrischen oder asymmetrischen Verschlüsselung des Datenpakets, wie Rijndael und GnuPG. Auf der Server-Seite lauscht der Dienst fwknopd standardmäßig auf dem Port 62201/udp auf SPA-Pakete, wobei er zu deren Identifizierung auf die Libpcap-Bibliotheken zurückgreift. Empfängt der Daemon ein gültiges SPA-Paket, wendet er vordefinierte Iptables-Regeln an, um den jeweiligen Port für den externen Zugriff zu öffnen. Die Iptables-Regeln und weitere Parameter wie Schnittstelle, Port, Logging oder Paketalterung legen Sie in der Konfigurationsdatei fest, die Fwknopd im Verzeichnis /etc/fwknop erwartet. Über die dort hinterlegte Datei access.conf legen Sie außerdem fest, ob die Firewall nur für bestimmte Rechner, Ports oder Protokolle geöffnet werden soll. Daneben enthält das File auch Informationen zur Authentifizierungsart. Um mit einem SPA-Paket bei Fwknopd anzuklopfen, verwenden Sie auf der Client-Seite das Tool fwknop. Über Kommandozeilenparameter legen Sie beim Aufruf fest, an welchem Rechner Sie anklopfen, ob ein Proxy-Server im Spiel ist, und welche Verschlüsselung zum Einsatz kommt. Alle Parameter und zahlreiche Anwendungsbeispiele finden sich in den Manpages von Fwknop.

Fwknop 2.6.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.cipherdyne.org/fwknop/

Entwicklungshelfer

Suchen Sie eine kompakte, semiprofessionelle Entwicklungsumgebung, die mit allen gängigen Programmiersprachen zurechtkommt, liegen Sie mit Geany 1.24 genau richtig.

In seiner fast zehnjährigen Entwicklungsgeschichte mauserte sich Geany vom einfachen Editor zu einer kompakten integrierten Entwicklungsumgebung. Das Syntax-Highlighting des Programms kommt mittlerweile mit gut 45 verschiedene Programmier- und Satzsprachen zurecht, wobei die Palette von Actionscript über HTML, Java und Latex bis hin zu XML reicht. Neben gängigen Sprachen wie C, Perl, Python oder SQL finden auch Veteranen wie Fortan, Haskell oder Assembler Berücksichtigung. Zu den weiteren nützlichen Funktionen zählen Auto-Vervollständigung und Code-Folding. Damit behalten Sie selbst in großen Quelldateien den Überblick. Selbst eine – wenn auch rudimentäre – Projektverwaltung bringt Geany mit. Zur einfachen Orientierung stellt das Programm am linken Fensterrand je einen Navigationsbaum für die geöffneten Dokumente sowie die im Code enthaltenen Symbole und Funktionen dar. So wechseln Sie schnell zwischen den Dateien beziehungsweise den Prozeduren und Klassen im Quelltext. Der Code lässt sich direkt aus der IDE heraus kompilieren und ausführen. Im Fußblock des Fensters erscheinen dann neben der Ausgabe des jeweiligen Compilerlaufs auch Status- und Fehlermeldungen. Ein integriertes Terminalfenster erlaubt das Ausführen von Befehlen direkt auf der Konsole. Über Plugins bauen Sie bei Bedarf den Funktionsumfang der IDE noch aus. Sechs solcher Erweiterungen zählen bereits zum Lieferumfang, darunter ein Dateimanager, eine Exportfunktion und ein Class-Builder. Weitere Informationen zum Funktionsumfang, der Konfiguration und Bedienung von Geany finden Sie auf der Website des Projekts. Die integrierte Hilfe beschränkt sich auf die Tastenkürzel.

Geany 1.24

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.geany.org/

Dateijongleur

Suchen Sie einen leistungsfähigen Dateimanager für die Konsole, liegen Sie mit Pfm 2.12.3 richtig. Das Tool besticht das Tool durch seine Übersichtlichkeit und die Erweiterungsmöglichkeiten.

Der zu DOS-Zeiten als pfm.com beliebte Dateimanager feiert als Personal File Manager Pfm unter Linux jetzt fröhliche Urstände. Das Perl-Programm stellt eine übersichtliche Curses-Oberfläche zum Verwalten von Verzeichnisstrukturen bereit, in der es jedes Element des aktuellen Ordners mit Größenangabe, Zeitstempel und Zugriffsrechten anzeigt. Dabei hebt es Objekte wie Verzeichnisse oder komprimierte Dateien farblich hervor. Am rechten Fensterrand stellt Pfm statistische Informationen dar, wie etwa den verfügbaren oder genutzten Plattenplatz, die Anzahl der enthaltenen Dateien oder symbolische Verlinkungen. Die Menüzeile enthält eine Reihe von Befehlen wie Löschen, Bearbeiten, Umbenennen oder Kopieren, die Sie über das hervorgehobene Tastenkürzel sofort auf der aktuellen oder markierten Datei ausführen. Unterhalb der Menüzeile zeigt das Programm den aktuellen Verzeichnisnamen sowie die aktuelle Partition. So sehen Sie sofort, ob das aktuelle Verzeichnis auf dem lokalen Rechner liegt oder es sich um ein Netzwerklaufwerk handelt. Die Fußzeile von Pfm enthält weitere Tastenkürzel, die beispielsweise auf Wunsch die Ansicht aktualisieren oder das Layout und die Sortierung anpassen. Da der Platz in Fuß- und Menüzeile für die Anzeige aller Tastenkürzel ausreicht, müssen Sie mit [<] und [>] horizontal scrollen, um alle zu sehen. Mit [Y] legen Sie eigene Funktionen an oder binden externe Programme ein. Die nötigen Anpassungen nehmen Sie in der Konfigurationsdatei ~/.pfm/pfmrc vor. Dort gibt es für einige externe Programme wie Vimdiff oder Gunzip bereits Einträge, die als Vorlage für eigene Anpassungen dienen können. Weitere Informationen zu Pfm liefert die Manpage des Tools.

Pfm 2.12.3

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://p-f-m.sourceforge.net/

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