Basissystem

Obwohl Linux und XStreamOS sich naturgemäß in vielem ähneln, bestehen einige gravierende Unterschiede zwischen den beiden. So richtet XStreamOS keine Swap-Partition auf der Festplatte ein, als Standard-Dateisystem kommt das technisch fortschrittliche ZFS zum Einsatz. (Einen ausführlichen Artikel zum Einsatz von ZFS unter Linux finden Sie in dieser Ausgabe ab Seite 82).

Aufgrund von Lizenzproblemen bringt der Linux-Kernel ZFS ab Werk nicht mit. Daher erkennen Applikationen wie GParted es nicht korrekt. Das Bearbeiten solcher Partitionen mit den verschiedene Linux-Tools klappt nur nach manueller Installation entsprechender Kernel-Module [2]. ZFS ermöglicht zwar im direkten Vergleich mit den unter Linux üblichen Dateisystemen Ext3/4 dank 128 Bit breiter Zeiger deutlich höhere Größen für Dateien wie Speicherbereiche, ist jedoch für den Server-Einsatz optimiert und bietet daher auf dem Desktop keine höheren Datenraten.

Der von SunOS 5.11 abgeleitete Illumos-Kernel gehört inzwischen zu den älteren Semestern und unterstützt aktuelle Hardware nur eingeschränkt. Alten Hasen unter Linux dürfte auch das in XStreamOS genutzte Image Packaging System (IPS) ungewöhnlich erscheinen: Es bietet einen ähnlichen Funktionsumfang wie die unter Linux üblichen Systeme, ist jedoch auf das Dateisystem ZFS hin optimiert und kennt keine Pre- und Post-Installationsskripte.

Programme

XStreamOS kommt bereits in der Standardinstallation mit einem Software-Fundus, der ohne zusätzliche Applikationen die meisten Aufgaben am Arbeitsplatz abdeckt. So decken LibreOffice, Firefox, Thunderbird, Filezilla, Gimp und VLC den Office- und Multimedia-Bereich ab.

Die Inhalt der Untermenüs Systemwerkzeuge und Zubehör fällt recht übersichtlich aus. Auch das Menü Einstellungen beschränkt sich auf lediglich fünf vorinstallierte Tools, welche zwar die wesentlichsten Optionen berücksichtigen, jedoch von den Möglichkeiten eines KDE- oder auch XFCE-Desktops weit entfernt bleiben. Ungewöhnlich für ein Desktop-System ist das im Menü Systemwerkzeuge integrierte Programm Wireshark zur Analyse von Netzwerken, das üblicherweise eher auf Server-Distributionen zum Einsatz kommt.

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