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OpenSolaris-Derivat XStreamOS im Test

Anspruchsvoller Exot

Der von der italienischen Firma Sonicle entwickelte OpenSolaris-Ableger XStreamOS versucht, solide Server-Technologie auf den Desktop zu bringen.

Nach der Übernahme von Sun Microsystems durch Oracle und der damit verbundenen Einstellung von OpenSolaris im Jahr 2010 hat sich das Illumos-Projekt der Weiterentwicklung des Betriebssystems verschrieben. Mit XStreamOS hat nun der Mailänder Hersteller Sonicle eine Variante mit Illumos-Kernel für den Desktop herausgegeben, zu der es passend noch ein Server-System und eine Version für Storage-Umgebungen gibt.

Exotisch

Sie erhalten das System als ISO-Image oder als Archiv zur Installation auf USB-Sticks online [1]. Sowohl das ISO als auch das USB-Image finden Sie, sofern Sie die LU-Media-Edition erworben haben, außerdem auf dem beiliegenden Datenträger. Hier stehen auch Erweiterungen für die VirtualBox in Gestalt eines zusätzlichen kleinen ISO-Images bereit, mit dem XStreamOS in einer virtuellen Umgebung läuft.

Nach dem Speichern auf einem bootfähigen Medium startet das Betriebssystem im Textmodus, der keinen Live-Betrieb ermöglicht. Neben einer Option für die Installation ohne grafische Umgebung für den Server-Betrieb finden Sie hier den Eintrag Install Sonicle XStreamOS Desktop. Damit stoßen Sie ein Setup an, das nach der Lokalisierung in ein weiteres, textbasiertes Interface verzweigt, das alle zur dauerhaften Installation benötigten Parameter abfragt. Diese Routine steuern Sie komplett mithilfe der Tastatur, was ein zügiges Durcharbeiten ermöglicht. Anschließend benötigt das System auf schneller Hardware rund eine Stunde, bis der Computer erstmals mit XStreamOS von der Festplatte startet.

Das System nutzt dazu den Legacy-Grub-Bootmanager, den es jedoch bei der Installation ohne jegliche Möglichkeit zur Konfiguration auf die Platte packt. Daher sollten Sie, sofern bereits ein anderes Betriebssystem auf dem Rechner läuft, die alten Grub-Einstellungen sichern. Damit starten Sie das bereits vorhandene System später wieder.

Oberflächliches

Auf dem Desktop macht XStreamOS zunächst eine etwas zurückhaltende Figur: LXDE wirkt dank des animierten Cairo-Docks am unteren Rand und dem Panel in dezenten Farbtönen am oberen Bildschirmrand recht modern. Auf der Arbeitsfläche selbst finden sich keine Starter oder weiteren Bedienelemente. Der Desktop nutzt bereits in den Standardeinstellungen vorhandene Möglichkeiten der 3D-Beschleunigung aus, was zurückhaltend eingesetzte Animationen und 3D-Effekte ermöglicht, sofern die Hardware mitspielt. Dabei arbeitet LXDE selbst auf nicht mehr ganz taufrischen Systemen flüssig.

Der Speicherbedarf des Betriebssystems liegt jedoch signifikant höher als bei Linux: Eine typische Distribution mit Openbox und LXDE begnügt sich in aller Regel mit nicht mehr als 400 MByte RAM; dagegen beansprucht XStreamOS bereits ohne weitere geöffnete Applikationen knapp 1 GByte Arbeitsspeicher. Daher sollte das System über mehrere GByte RAM verfügen, wenn Sie auch bei zahlreich geöffneten Programmen noch flüssig arbeiten wollen.

In der voreingestellten Form bietet das Panel keine Starter für Applikationen – diese offeriert ausschließlich das Cairo-Dock. Lediglich der Cairo Composite Manager findet sich in Gestalt eines mittelblauen Käfer-Symbols oben rechts in der Leiste. Mit seiner Hilfe steuern Sie diverse Effekte und individualisieren so das Erscheinungsbild des Desktops (Abbildung 1).

Abbildung 1: Mit dem Cairo Composite Manager peppen Sie LXDE auf oder fahren die Effekte bei Bedarf wieder zurück.

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