Klonkrieger

Als Alternative zum Erstellen eines Entwicklungszweigs bietet Mercurial an, das komplette Repository zu klonen:

$ hg clone ~/skripte ~/test

Anschließend liegt im Verzeichnis test eine exakte, unabhängige Kopie einschließlich des Repositorys vor. Jetzt können Sie die Skripte in test nach Lust und Laune anpassen, ohne das Originalskript zu verändern. Klonen dürfen Sie übrigens beliebig oft: So bietet es sich etwa an, einen Klon auf einen USB-Stick zu packen und unterwegs daran zu arbeiten.

Gefallen Ihnen die Änderungen im Verzeichnis test, dann können Sie sie mit wenigen Handgriffen in das Originalskript übernehmen. Dazu wechseln Sie zunächst wieder in das Verzeichnis skripte und lassen sich die Unterschiede der beiden Verzeichnisse anzeigen:

$ hg incoming --patch ~/test

TIPP

Erst wenn Sie einen Commit im Verzeichnis test ausgeführt haben, kann hg incoming --patch die Änderungen anzeigen und hg pull sie übernehmen.

Der Parameter --patch holt zusätzlich die Änderungen auf den Schirm. Um diese zu übernehmen, "ziehen" Sie die letzte Revision des Verzeichnisses test in den Ordner skripte:

$ hg pull ~/test

Dieser Befehl gleicht erst einmal nur das Repository ab. Die Dateien im Verzeichnis skripte fasst Mercurial jedoch noch nicht an. Sofern Sie diese Dateien nicht verändert, sondern nur unter test gearbeitet haben, wechseln Sie einfach mit hg update tip zum aktuellen Stand.

Haben Sie hingegen die Dateien in test und skripte verändert, führen Sie per hg merge und hg resolve die Dateien zusammen. Ein abschließendes hg commit vollendet die Arbeit.

Helfershelfer

Sollen andere Autoren mithelfen, erstellen diese sich einfach einen eigenen Klon. Damit besitzen diese ein eigenes Arbeitsverzeichnis, in dem sie Änderungen vornehmen. Die Modifikationen holen Sie dann per pull wieder in Ihr Verzeichnis.

Haben Sie zwischenzeitlich selbst Änderungen vorgenommen, drücken Sie diese übrigens bei Bedarf in einen anderen Klon hinein. Das funktioniert genauso wie ein pull:

$ hg push ~/test

Um Mitstreitern das Klonen einfach zu machen, werfen Sie mit hg serve den in Mercurial integrierten Webserver an. Jetzt besteht die Möglichkeit, mit einem Browser die IP-Adresse des Computers auf Port 8000 anzusteuern, also beispielsweise http://192.168.1.10:8000 aufzurufen. Dort sehen Sie jetzt die komplette Historie (Abbildung 11).

Abbildung 11: Der eingebaute Webserver von Mercurial erlaubt den Zugriff auf die Historie.

Über diese Adresse ziehen Sie dann auch einen Klon und holen Änderungen per Pull ab (Listing 3, erste Zeile). Alternativ greifen Sie via SSH auf entfernte Rechner zu (Listing 3, zweite Zeile).

Listing 3

$ hg clone http://192.168.1.10:8000
$ hg clone ssh://tim@example.com/hg/skripte

Bei Bedarf verschicken Sie Änderungen per Mail. Dazu exportieren Sie alle Änderungen per hg export tip > aenderung.diff. Die erstellte Datei schicken Sie nun an Ihre Mitstreiter, die diese Datei mittels hg import aenderung.diff einfach importieren.

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