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© Danjaeger, sxc.hu

Moderne Struktur

Whisker Menu als Startmenü für XFCE

20.03.2014
Mit Whisker Menu bringen Sie einen modernen Touch ins Startmenü und rufen blitzschnell Programme und Webseiten auf.

Es ist nicht immer leicht, die Übersicht über all die installierten Anwendungen zu behalten, die sich mit der Zeit so auf dem Rechner tummeln. Nutzer von XFCE [1] beziehungsweise Xubuntu [2] schätzen insbesondere die schlanke Oberfläche, andererseits fällt das Standardmenü nicht gerade komfortabel aus. Außer diversen Kategorien für die Programme bietet es kaum Funktionen. Manch einer weiß das zu schätzen, andere wünschen sich mehr.

Hier kommt als Alternative das kleine Programm Whisker Menu ins Spiel [3]. Es bietet neben den Kategorien weitere Funktionen, die zu einem zeitgemäßen Startmenü passen. Dazu gehört unter anderem die Anzeige der zuletzt genutzten Programme, aber auch eine durchdachte Suchfunktion sowie die Möglichkeit, die Tastatur zum Steuern der Funktionen zu verwenden.

Installation

Voraussetzung für die Installation ist eine XFCE-Umgebung. Um das Programm zu installieren und immer die neuesten Versionen zur Hand zu haben, binden Sie mit dem Kommando aus Listing 1, Zeile 1 das entsprechende Repository ein. Anschließend aktualisieren Sie die Paketquellen (Listing 1, Zeile 2) und ziehen die Software herunter (Listing 1, Zeile 3).

Listing 1

$ sudo add-apt-repository ppa:gottcode/gcppa
$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get install xfce4-whiskermenu-plugin

Nach erfolgreicher Installation passiert allerdings erst einmal nichts. Da es sich bei Whisker Menu um eine Erweiterung handelt, müssen Sie diese noch zum Panel hinzufügen. Das erledigen Sie, indem Sie mit der rechten Maustaste auf die Leiste am oberen Bildschirmrand klicken und Leiste | Neue Elemente hinzufügen auswählen, woraufhin sich ein entsprechender Dialog öffnet. In diesem wählen Sie den Eintrag Whisker-Menü aus und klicken auf Hinzufügen.

Das neue Startmenü landet nun – wenig praktisch – an der äußersten rechten Ecke der Leiste. Klicken Sie daher mit der rechten Maustaste auf das Symbol und wählen Sie Verschieben, um es an die gewünschte Position zu verrücken.

Zwei Startmenüs in der Leiste zu haben, wäre aber unnötig. Daher bietet es sich an, das alte Menü zu entfernen. Falls Sie es später wieder brauchen, fügen Sie es wieder ein, indem Sie wie bei dem Hinzufügen von Whisker Menu den Eintrag Anwendungsmenü auswählen.

Wiedersehen

Sofern Sie neben Linux zusätzlich Windows einsetzen, kommt Ihnen die Optik von Whisker Menu vermutlich bekannt vor (Abbildung 1). Sie orientiert sich am Startmenü von Windows 7 und bietet ähnliche Funktionen. In der linken Hälfte zeigt das Menü beim Aufruf alle bevorzugten Anwendungen. Anfangs sind das ein Terminal, ein Dateimanager, ein Browser und ein Mailclient. Falls nötig, fügen Sie andere Anwendungen hinzu.

Abbildung 1: Whisker Menu ist eine Startmenü-Alternative für XFCE im Windows-7-Stil.

Dazu suchen Sie die Programme über die Kategorien oder über die Suchfunktion (Abbildung 2). Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Eintrag, und fügen Sie über Zu Favoriten hinzufügen die Applikation der Liste Ihrer bevorzugten Programme hinzu.

Abbildung 2: Mit der Suchfunktion navigieren Sie direkt zu den Anwendungen Ihrer Wahl.

Klicken Sie sich durch die Kategorien, zeigt Whisker Menu die darin enthaltenen Anwendungen auf der linken Seite an. Fällt eine Kategorie Ihrer Meinung nach zu unübersichtlich aus, verwenden Sie die Suche. Dabei reagiert die Funktion bei jeder Eingabe mit passenden Einträgen.

Schnell gefunden

Allerdings hat die Suchfunktion noch ein bisschen mehr auf dem Kasten, als nur nach Programmen zu suchen. So bietet sie unter anderem die Möglichkeit, Terminalbefehle auszuführen, Webseiten zu öffnen oder einen Begriff in der Wikipedia nachzuschlagen. Falls Ihnen das nicht ausreicht, legen Sie über die Eigenschaften von Whisker Menu eigene Befehle fest.

Um einen Befehl abzusetzen, stellen Sie dem Befehl ein Ausrufezeichen voran, gefolgt von einem Leerzeichen. Nachdem Sie mit [Eingabe] bestätigt haben, führt Whisker Menu den Befehl umgehend in einem Terminal aus und schließt dieses sofort wieder, sofern keine Eingaben erforderlich sind oder der Ablauf des Befehls das verhindert.

Informationen aus der Wikipedia schlagen Sie nach, indem Sie ein !w gefolgt von einem Leerzeichen eingeben und anschließend den Suchbegriff eintippen. Whisker Menu fragt beim ersten Einsatz nach dem bevorzugten Browser, den Sie aus einer Liste auswählen.

Andere URLs rufen Sie bei Bedarf ebenfalls über die Suchfunktion auf, indem Sie die vollständige Adresse inklusive vorangestelltem http:// beziehungsweise https:// eingeben. Wie die Wikipedia-Abfrage öffnet Whisker Menu daraufhin den Browser und ruft die eingegebene Adresse auf.

Um eigene Befehle für die Suchfunktion zu definieren, zum Beispiel um den bevorzugten Webmailer per Kurzbefehl aufzurufen oder eigene Terminalkommandos abzusetzen, rufen Sie die Einstellungen auf, indem Sie mit der rechten Maustaste auf das Menü-Symbol im Panel klicken und Eigenschaften auswählen.

Im sich darauf öffnenden Dialog wechseln Sie auf den Reiter Suchfunktion, in dem Sie die Einträge für die zuvor beschriebenen Funktionen finden. Um einen neuen Befehl hinzuzufügen, klicken Sie auf das grüne Plus-Symbol. Anschließend geben Sie in den Feldern Name, Muster und Befehl die notwendigen Daten ein (Abbildung 3).

Abbildung 3: Dank der definierbaren Suchbefehle machen Sie mehr aus der Suchfunktion.

Unter Name vergeben Sie eine eindeutige Bezeichnung für den Befehl. Dieser erscheint später im Whisker-Menü, sobald Sie das nachfolgende Muster in die Suchfunktion eingeben. Im Feld Muster geben Sie ein Kürzel oder einen Ausdruck ein, über den Sie den nachfolgenden Befehl aufrufen möchten. Wollen Sie zum Beispiel den Webmailer aufrufen, böte sich !m als Kürzel an.

Da es sich in diesem Fall um einen Aufruf des Browsers handelt, müssen Sie dieses entsprechend im Befehl berücksichtigen. Das Kommando aus Listing 2 ruft zum Beispiel Gmail im Browser auf.

Listing 2

exo-open --launch WebBrowser https://mail.google.com

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