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© Cadaverhan, sxc.hu

Starker Kleber

Systemd als Schaltzentrale für das Linux-System

20.03.2014
Systemd polarisiert die Community – und hat zugleich das Zeug dazu, alte Gräben zu schließen und eine einheitliche Basis für Linux zu bilden.

Systemd ist das Ergebnis der Arbeit einer Vielzahl von Entwicklern. Geht es aber um das Gesicht, dass die Software in der Öffentlichkeit repräsentiert, führt kaum ein Weg an Lennart Poettering vorbei. Der streitbare Entwickler hat auf seiner To-do-Liste bereits einige wichtige Projekte abgehakt, darunter Avahi und das Soundsystem Pulseaudio. Mit Systemd arbeitet er nun seit 2010 daran, zentrale Dienste auf eine moderne, einheitliche Basis zu stellen – ausgehend von einem neuen Ansatz für das Init-System.

Dabei schreckt Poettering vor unbequemen Entscheidungen nicht zurück, was ihm den Ruf eintrug, diktatorische Methoden einzusetzen. Die Entscheidung, Systemd nur für Linux zu entwickeln, brachte ihm zusätzlich Kritik, Häme und Beschimpfungen ein. Für ihn hat die Entscheidung aber klar nachvollziehbare Gründe.

Poettering tritt neben seiner Arbeit an Systemd für eine Vereinheitlichung des Linux-Desktops über Distributionen hinweg ein. Sein neuestes Projekt, das er unter anderem mit Kernel-Guru Greg Kroah-Hartman verfolgt, befasst sich damit, das Nachrichtensystem Dbus als Kdbus im Kernel zu integrieren. Auf seine Ankündigung bei Google Plus [1], dass Systemd zusammen mit Kdbus und allen Userspace-Tools in Fedora einwandfrei startet und somit ein weiterer Meilenstein erreicht sei, hagelte es allerdings wieder postwendend harsche Kritik.

Solche Anfeindungen haben den Red-Hat-Entwickler aber noch nie vom Kurs abgebracht (siehe Kasten "Lennart Poettering im Interview"). Er trägt gern das Herz auf der Zunge (Abbildung 1) und ist ein Freidenker mit genug Rückgrat und Rückhalt, um seine Visionen durchzusetzen und ein paar alte Linux-Zöpfe

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