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© John Nyberg, sxc.hu

Rettungssystem für heterogene IT-Umgebungen

Trümmersuche

SystemRescueCD bringt – ohne unnütze Schnörkel – alle zur Datenrettung wichtigen Programme auf einer CD unter.

Distributionen zur Systemrettung gibt es wie Sand am Meer. Meist versuchen sie, alle denkbaren Szenarien mit speziellen Reparaturwerkzeugen abzudecken. Die kleine, auf Gentoo basierende Distribution SystemRescueCD geht einen anderen Weg: Vereint unter einer minimalistischen Oberfläche finden Sie lediglich jene Tools, die man zur Rekonstruktion defekter Datenträger in heterogenen Umgebungen unbedingt braucht.

Erste Schritte

Das lediglich gut 430 MByte große Image [1] der aktuellen Version von SystemRescueCD befördern Sie entweder auf eine CD oder einen USB-Stick. Haben Sie die Media-Edition erworben, verwenden Sie bei Bedarf den beigelegten Datenträger.

Da die Entwickler zur Installation auf einem Flash-Stick eine eigene Routine für die Kommandozeile geschrieben haben, empfiehlt es sich, vor dem Abspeichern des ISO-Images einen Blick in die entsprechende Anleitung [2] zu werfen. Nach der Installation bootet das System zunächst in einen Grub-Bildschirm mit zahlreichen Optionen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Sie haben die Qual der Wahl beim Start von SystemRescueCD.

Als Alternativen stehen dabei nicht nur Parameter für 32- und 64-Bit-Systeme bereit, sondern in Untermenüs zusätzlich spezielle Optionen für den Fall, dass bei den Standardeinstellungen Probleme mit der Hardware auftreten.

Da die SystemRescueCD von Haus aus nach erfolgreichem Start lediglich eine Kommandozeile öffnet, bietet das Bootmenü außerdem eine Option zum Aktivieren der grafischen Oberfläche. Diese erreichen Sie durch Eingabe des Befehls startx am Prompt ohne weitere Anmeldung.

Damit Sie nach dem Booten gleich das korrekte Tastatur-Layout eingestellt haben, fragt die Routine beim Start zudem nach den Präferenzen, wobei etwa zwei Dutzend Alternativen zur Auswahl stehen.

Spartanisch

Den Liebhabern der grafischen Oberfläche bietet SystemRescueCD einen sehr schlicht gehaltenen, wieselflinken XFCE-Desktop an. Er beeindruckt zunächst mit gähnender Leere: Auf dem Desktop findet sich nicht ein einziger Programmstarter. Auf optische Gimmicks jeglicher Art haben die Entwickler ebenfalls verzichtet. Im XFCE-Panel am unteren Bildschirmrand finden Sie jedoch die gewohnten Strukturen vor.

Anders als Allround-Distributionen setzt die SystemRescueCD hier jedoch eher auf exotische Software: Neben dem schnellen Webbrowser Midori, der bei Bedarf im privaten Modus startet, gibt sich der Dateimanager EmelFM und der Editor Geany ein Stelldichein, als Brennprogramm für optische Medien fungiert Xfburn.

Das Menü, das sich hinter der Schaltfläche ganz links im Panel verbirgt, weicht ebenfalls von bekannten Konventionen ab. So finden Sie zwar die üblichen Kategorien Office, Internet und Multimedia, diese beinhalten jedoch nur sehr wenige Einträge. Lediglich die für Datenrettungszwecke unbedingt nötigen Applikationen wurden in das System integriert – Schwergewichte wie LibreOffice, Firefox, VLC oder Gimp suchen Sie vergebens.

Deutlich besser ausgerüstet zeigt sich dagegen das Untermenü System mit den Tools zum Retten von Daten im heterogenen Umfeld. Hier gibt es nicht weniger als drei unterschiedliche Dateimanager: Neben zwei Programmen mit grafischer Oberfläche (SpaceFM und EmelFM2) residiert hier auch der textbasierte Midnight Commander. Er erinnert an DOS-Zeiten, ermöglicht jedoch dank Tastenkombinationen ein flottes Arbeiten.

Um möglichen Defekten der Hardware auf die Spur zu kommen, bietet die Distribution im gleichen Untermenü zusätzlich den Hardware Lister an, der als grafisches Frontend zu Lshw in vier Spalten die vorhandene Hardware analysiert und Informationen dazu anzeigt. So sehen Sie nicht nur schnell, welche Komponenten im System verbaut sind, sondern ermitteln auch fehlerhafte Geräte oder falsche BIOS-Einstellungen.

Für den Fall, dass Prozesse oder Dienste nicht korrekt arbeiten, werfen Sie ohne manuellen Wechsel auf die Kommandozeile mithilfe von Htop oder dem XFCE-Task-Manager einen Blick in die Liste der Prozesse. Der grafische Task-Manager zeigt dabei Ressourcenfresser mittels eines gelben Balkens nahezu in Echtzeit an (Abbildung 2).

Abbildung 2: Über den Task-Manager und Htop behalten Sie Prozesse und Dienste im Auge.

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