AA_qupzilla-start.jpg

© Medialinx AG

Schneller Webbrowser Qupzilla im Test

Rasanter Newcomer

Mit Qupzilla steigt ein neuer Webbrowser für Linux in den Ring, der es in Sachen Schnelligkeit und Ergonomie mit den etablierten Veteranen aufnehmen kann.

Unter Linux existiert neben den Platzhirschen Firefox und Chromium eine schier unüberschaubare Anzahl an Webbrowsern. Einige davon befriedigen eher ungewöhnliche Bedürfnisse wie beispielsweise die reine Textdarstellung, wie etwa Lynx oder ELinks. Finden Sie Firefox zu behäbig, Chromium zu geschwätzig und Opera zu extravagant, dann empfiehlt sich ein Blick auf den Newcomer Qupzilla (http://www.qupzilla.com).

Obwohl das Qupzilla-Projekt erst etwa drei Jahre alt ist, befinden sich Binärpakete bereits in vielen Software-Repositories. So lässt sich der Browser mit wenigen Mausklicks in Mageia, Fedora, OpenSuse, Debian, Ubuntu und Arch Linux aus dem offiziellen Softwarefundus installieren. Die aktuellste Version gibt es bereits vorkompiliert auf der Webseite des Projekts.

Nach erfolgreicher Integration finden Sie im Untermenü Internet einen entsprechenden Eintrag. Qupzilla startet außerordentlich rasant und geleitet Sie in einen unauffälligen, an Firefox erinnernden Einstiegsbildschirm mit der Suchmaschine DuckDuckGo.

Die enorme Geschwindigkeit des Browsers ist der Rendering-Engine Webkit geschuldet, die auch auf leistungsschwächerer Hardware das Surfen angenehm flüssig gestaltet und beim Scrollen Ruckler vermeidet. Das äußere Erscheinungsbild und das Bedienkonzept lehnen sich eng an jenes von Firefox an. Dank der als Grundlage verwendeten Qt-Bibliotheken passt sich Qupzilla nahtlos in die jeweils vorhandene Arbeitsoberfläche ein, sodass Umsteiger keinerlei Einarbeitung benötigen.

Qupzilla integriert und aktiviert den Werbeblocker Adblock, den es in Qupzilla in einem etwas ungewöhnlichen Dialog zu konfigurieren gilt. Zusätzlich stellt der Browser einen privaten Modus bereit. Dabei öffnet sich ein komplett neues Fenster, während das ursprüngliche bestehen bleibt. Außerdem kennt Qupzilla auch die von Opera und Firefox her bekannte Kachelansicht (hier Speed-Dial genannt), die in neuen Tabs die zuletzt besuchten Webseiten verkleinert darstellt und für einen schnellen Aufruf bereithält.

Einstellungen

Qupzilla verwendet trotz aller Ähnlichkeiten in der Gestaltung der Bedienoberfläche ein Einstellungsmenü, das von jenem in Firefox deutlich abweicht. Sie erreichen die Settings in der horizontalen Menüleiste über Bearbeiten | Einstellungen. In einem neuen Fenster finden Sie nun im linken Bereich mehrere Optionsgruppen zum Anpassen des Browsers. Im rechten, größeren Fensterbereich nehmen Sie die jeweilige Konfiguration vor. Teilweise gruppiert Qupzilla die Einstelloptionen im rechten Bereich des Fensters zusätzlich in horizontal angeordneten Reitern (Abbildung 1).

Abbildung 1: Browsereinstellungen nehmen Sie in einem übersichtlichen Fenster vor.

Die Grundeinstellungen des Browsers wie Festlegen der Startseite, Webkonfiguration mit Javascript, Cachegröße, Download- und Passwort-Management sowie Optionen zur Privatsphäre legen Sie in verschiedenen Untergruppen des Einstellungsmenüs fest. Die angebotenen Optionen ähneln weitgehend jenen in Firefox.

Anders als beim großen Vorbild finden Sie jedoch in der Untergruppe Erscheinungsbild eine Auswahl von derzeit fünf Themes, die den Browser ansprechender gestalten. Um eines davon zu aktivieren, klicken Sie es an und bestätigen die Wahl dann über die Schaltfläche Anwenden unten rechts im Fenster. Qupzilla ändert daraufhin sofort und ohne Neustart sein Erscheinungsbild.

Im horizontal angeordneten Reiter Erweiterte Optionen dürfen Sie die Symbol- und Menüleisten weitgehend frei konfigurieren, sodass sich der Browser sogar in einen kioskähnlichen Modus mit nur wenigen Bedienelementen versetzen lässt. Ähnlich frei lassen sich die Tab-Darstellungen und das Verhalten der Adressleiste einstellen, die Sie über die Untergruppe Tabs modifizieren.

Inhalte

Qupzilla ermöglicht es, insbesondere auf schwächeren Rechnersystemen gewisse ressourcenfressende Inhalte auszublenden wie beispielsweise Flash-Animationen. Dazu aktivieren Sie im Fenster Einstellungen | Erweiterungen den Reiter WebKit Plugins und setzen darin ein Häkchen vor Click To Flash erlauben. Im darunterliegenden Feld definieren Sie bei Bedarf zusätzlich eine Whitelist, deren Adressen von der Flash-Blockade ausgenommen sind.

Ähnlich wie beim unter Firefox verbreiteten externen Addon Flashblock zeigt Qupzilla Flash-Filme nun nur noch durch einen Rahmen mit einem Flash-Symbol auf der jeweiligen Webseite an. Um die Inhalte betrachten zu können, klicken Sie im Rahmen auf das entsprechende Symbol. Erst dann lädt Qupzilla die Daten.

Stürzt Qupzilla einmal während einer Sitzung ab, versucht er beim Neustart auf Wunsch alle alten Tabs zu rekonstruiert. Sie erhalten dazu eine Meldung mit einer Liste der zuletzt geöffneten Tabs, aus denen Sie per Checkbox bequem jene wählen, die rekonstruiert werden sollen.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 3 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Linux-Tipps
    In dieser Ausgabe stellen wir den schlanken Browser QupZilla vor und zeigen, wie Sie mit dem VLC Media Player das Bild Ihrer Webcam im lokalen Netzwerk streamen. Außerdem erfahren Sie, wie Sie in Firefox Ihre Tabs in Gruppen organisieren und virtuelle Maschinen im- und exportieren.
  • Open Build Service machts möglich

    Der Open Build Service (OBS) des Open-Suse-Projekts bietet nun eine einfache Möglichkeit, Downloadseiten für bestimmte Pakete zu verlinken oder einzubinden.
  • Siduction mit dem innovativen Desktop Razor-qt
    Der leichtgewichtige, wieselflinke Desktop Razor-qt basiert wie KDE auf dem Qt-Framework. Als Oberfläche des Debian-Sid-Derivats Siduction 12.1 spielt er seine Stärken voll aus.
  • Linux-Tipps
    Wir zeigen, wie Sie Text unter Linux mit nur einem Mausklick kopieren und einfügen. Dank Flashblock weist Firefox lästige Flash-Werbebanner in die Schranken, und Gthumb versammelt Bilder aus mehreren Unterordnern. Wie das geht, zeigen die Linux-Tipps.
  • Browsergiganten
    Der Kampf der Browser auf Linux-Systemen ist längst entschieden: Firefox und Opera dominieren das Geschehen. Was die neue Generation der beiden Protagonisten zu bieten hat, zeigt der Test.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 10/2016: Kryptographie

Digitale Ausgabe: Preis € 0,00
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Probleme mit MPC/MPD
Matthias Göhlen, 27.09.2016 13:39, 0 Antworten
Habe gerade mein erstes Raspi Projekt angefangen, typisches Einsteigerding: Vom Raspi 3B zum Radi...
Soundkarte wird erkannt, aber kein Ton
H A, 25.09.2016 01:37, 6 Antworten
Hallo, Ich weiß, dass es zu diesem Thema sehr oft Fragen gestellt wurden. Aber da ich ein Linu...
Scannen nur schwarz-weiß möglich
Werner Hahn, 20.09.2016 13:21, 2 Antworten
Canon Pixma MG5450S, Dell Latitude E6510, Betriebssyteme Ubuntu 16.04 und Windows 7. Der Canon-D...
Meteorit NB-7 startet nicht
Thomas Helbig, 13.09.2016 02:03, 4 Antworten
Verehrte Community Ich habe vor Kurzem einen Netbook-Oldie geschenkt bekommen. Beim Start ersch...
windows bootloader bei instalation gelöscht
markus Schneider, 12.09.2016 23:03, 1 Antworten
Hallo alle zusammen, ich habe neben meinem Windows 10 ein SL 7.2 Linux installiert und musste...