Angetestet

Aktuelle Software im Kurztest

20.03.2014

Füllstandszeiger

Möchten Sie den Füllstand einer Partition in eigenen Skripten verarbeiten, bietet die Df-Alternative Di 4.35 dazu alle notwendigen Fähigkeiten.

Die Belegung einer Partition ermitteln erfahrene Anwender mit dem GNU-Tool Df. Will man das Ergebnis aber in Skripten weiterverarbeiten, stellt das Di die bessere Alternative dar. Das Tool besticht durch eine frei formatierbare Ausgabe, die Ihnen aufwendige Nacharbeiten mit Sed, Awk und Co. erspart. So blenden Sie damit beispielsweise die Kopfzeile der Ausgabe über den Parameter -n aus und unterdrücken so die Spaltenbeschriftungen. Der Parameter -t summiert die Werte in jeder Spalte zu einem Gesamtwert auf. Anders als Df stellt Di die ausgegebenen Werte in MByte statt in Byte dar. Darüber hinaus beherrscht es auch eine Darstellung in KByte, GByte oder TByte. Um die Ausgabe nach Ihrem Gusto zu gestalten, geben Sie mit dem Parameter -f eine Ausgabeformatierung vor. Darin definieren Sie, welche Werte Di in welcher Reihenfolge anzeigt. Über den Parameter -I begrenzen Sie die Ausgabe außerdem auf bestimmte Dateisysteme. Dabei unterstützt Di im Gegensatz zu Df auch virtuelle Systeme wie Cgroups oder Sysfs. Um bestimmte Dateisysteme in der Gesamtausgabe zu ignorieren, verwenden Sie den Parameter -x. Benötigen Sie detaillierte Informationen zu den eingehängten Partitionen, lassen Sie Di diese über den Parameter -A ausgeben. Dies geht allerdings zu Lasten der Übersichtlichkeit. Brauchen Sie noch umfangreichere Informationen, schalten Sie Di mittels -X in den Debugging-Modus. Eine umfangreiche Beschreibung aller Parameter sowie einige Anwendungsbeispiele liefert die aussagekräftige Manpage des Tools.

Di 4.35

Lizenz: Zlib/Libpng

Quelle: http://www.gentoo.com/di/

Fernstarter

Mit dem intuitiv bedienbaren Gwakeonlan 0.6 starten Sie per Knopfdruck aus der Ferne einen oder gleich mehrere Rechner.

Bei der Fernadministration von Rechnern bieten Tools wie SSH oder VNC eine echte Hilfe – vorausgesetzt, der Zielrechner läuft auch. Tut er das nicht, müssen Sie ihn erst einmal per Wake-on-LAN (WoL) aus dem Dornröschenschlaf wecken. Genau dazu dient Gwakeonlan. Vor seinem Einsatz müssen Sie die entsprechende Funktion im BIOS des Zielsystems aktivieren. Das in Python geschriebene Gwakeonlan stellt Ihnen eine übersichtliche, GTK-basierte Oberfläche zur Verfügung, in der Sie die zu startenden Rechner verwalten und von dort aus mit "Magic"-Paketen aufwecken. Um neue Rechner einzubinden, fügen Sie entweder per Knopfdruck den aktuellen Inhalt des ARP-Caches hinzu oder tragen die Systeme manuell ein. Jeder Rechnereintrag enthält einen eindeutigen Namen und die MAC-Adresse des Zielsystems. Außerdem legen Sie fest, an welchem UDP-Port Gwakeonlan das "Magic"-Paket senden soll. Normalerweise funktioniert WoL nur im eigenen Netzwerk, einige moderne Router unterstützen jedoch das Einschalten von Rechnern via Internet, indem sie das "Magic"-Paket an das Zielsystem weiterreichen. Dazu müssen Sie in Gwakeonlan den Anfragetyp Internet wählen und die Zieladresse des Routers eingeben. Seine Konfiguration legt das Tool im Verzeichnis ~/.config/ ab. Alle verwalteten Rechner listet Gwakeonlan übersichtlich auf. Sie wählen dann einen oder mehrere Rechner an und lassen das Programm ans Werk gehen. Übersetzen Sie das Tool aus dem Quellcode, müssen Sie beim Installieren den Parameter --prefix=/usr angeben, da Gwakeonlan seine Bibliotheken im Verzeichnis /usr/share/ erwartet.

Gwakeonlan 0.6

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.muflone.com/gwakeonlan/english/

Datenumleiter

Die Fähigkeiten des mächtigen Relay-Tools Socat 1.7.2.2 reichen vom Umleiten der Standardausgabe bis hin zum Aufbau verschlüsselter Verbindungen.

Socket Cat oder kurz Socat ermöglicht das Einrichten beliebiger bidirektionaler Verbindungen zwischen zwei Systemen. Dabei reicht das Anwendungsspektrum von der einfachen Datenübertragung bis hin zum Streamen großer Datenmengen. So eignet sich das Tool beispielsweise für schlichte TCP-Weiterleitungen ebenso wie als Relaying-Lösung zwischen IPv6 und IPv4. Auch als SSL-Wrapper auf Server- oder Client-Seite kommt Socat infrage, wenn der umzuleitende Dienst nicht SSL-fähig ist. In Kombination mit Chroot lassen sich so sichere Umgebungen gestalten. Sowohl die umfangreiche Manpage als auch die Webseite des Projekts bieten dafür inspirierende Beispiele. Der Verbindungsaufbau erfolgt bei Socat in vier Stufen, beginnend mit dem Auswerten der übergebenen Kommandozeilenparameter. Es folgt der eigentliche Verbindungsaufbau, dessen erfolgreichen Abschluss Socat abwartet. Erst dann fährt es mit der Verarbeitung fort. Steht die Verbindung, lassen sich Daten in beide Richtungen übertragen. Sobald eines der Systeme ein EOF-Signal sendet, beendet Socat alle Übertragungen und baut die Verbindung wieder ab. Die gesamte Konfiguration erfolgt über Kommandozeilenparameter, eine Konfigurationsdatei kennt das Tool nicht. Da Sie neben den Verbindungsparametern zahlreiche weitere Einstellungen angeben können, wie etwa Blöckgröße, Timeout oder Debugging, empfiehlt es sich, Socat via Skript aufzurufen.

Socat 1.7.2.2

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.dest-unreach.org/socat/

Virtualisierungshelfer

Dank Virtenv 0.8.8 erstellen und starten Sie virtuelle Maschinen mit LXC im Handumdrehen und bauen so schnell Testumgebungen für kritische Anwendungen auf.

Mit der grafischen Oberfläche Virtenv erzeugen oder starten Sie in wenigen Schritten eine neue LXC-Umgebung. Der Virtenv-Assistent listet dazu nach dem Programmstart alle bereits konfigurierten virtuellen Maschinen auf. Sie klicken lediglich den Namen einer Maschine an, um sie zu starten. Um eine neue VM zu erzeugen, benennen Sie diese erst einmal. Anschließend führt Virtenv Sie in ein kleines Konfigurationsmenü. Hier legen Sie fest, ob und in welcher Auflösung die VM eine grafische Oberfläche bereitstellen soll. Außerdem wählen Sie zwischen einem nur auf dem Host verfügbaren Netz und der Bridged-Variante, die den Zugriff aus der VM auf externe Systeme gestattet. Hier können Sie bis zu vier Netzwerkschnittstellen mit unterschiedlichen IP-Adressen konfigurieren. Damit ist die virtuelle Maschine bereit zum Start. Bei VMs mit grafischer Oberfläche startet Virtenv den Window-Manager Openbox in einer Xephyr-Server-Sitzung. Die Konfiguration der VMS speichert das Programm als Unterverzeichnis von ~/.virtenv/. Beim Start der virtuellen Maschine bindet Virtenv das Root-Verzeichnis des Wirtssystems via Copy-on-Write in das dortige Verzeichnis rootdir/ ein. So ist das Gastsystem sofort ohne Installation lauffähig. Allerdings erfordert dieser Schritt administrative Rechte. Änderungen in der eingebundenen Verzeichnisstruktur gelangen nicht ins Wirtssystem, sondern landen im Verzeichnis rootdiffs/ der VM. Damit trennt Virtenv alle Systeme sauber.

Virtenv 0.8.8

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://virtenv.sourceforge.net/

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