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© Rajesh Rajendran Nair, 123RF

Schlanker, einfach zu bedienender Server

Modularer Aufbau

Mit der modular aufgebauten Server-Distribution Eisfair-NG konfigurieren und verwalten auch unerfahrene Anwender ohne Schwierigkeiten Systeme und Dienste.

Ursprünglich handelte es sich bei Eisfair um eine komplett eigenständige Distribution. Das erfordert naturgemäß sehr viel Zeit und damit Manpower für das Übersetzen der einzelnen Pakete sowie die Pflege der Paketabhängigkeiten. Daher beschritten die Macher des Projekts mit Eisfair-2 einen anderen Weg und setzten auf fertige Binärdateien.

Die konsequente Fortführung dieser Idee erlaubt den Entwicklern nun beim aktuellen Eisfair-NG, sich voll auf die Kernidee des Projekts zu konzentrieren: die einfache und schnelle Installation sowie Konfiguration des Systems sowie verschiedenster Serverdienste. Als Basis dient dabei AlpineLinux [1], eine sehr schlanke Distribution mit speziellen Security-Features, einem schnellen Paket-Installer und einer Fülle bereits vorhandener Pakete.

Installation und Betrieb von Eisfair-NG setzen keine grundsätzlichen Linux-Kenntnisse voraus und lassen sich mit einfachen und einheitlichen Mitteln erledigen.

Installation

Das Eisfair-Projekt bietet Installations-Images [2] in Versionen für 32- und 64-Bit-PCs an, als Basis dient aktuell AlpineLinux 2.7. Nach dem Booten des Installationsmediums und noch vor der eigentlichen Installation fragt das Setup (Abbildung 1) zunächst die wichtigsten Parameter ab.

Abbildung 1: Das Einrichten des Systems gestaltet sich dank der übersichtlichen Ncurses-Oberfläche auch für weniger Linux-versierte Zeitgenossen zum Kinderspiel.

Dazu zählen beispielsweise die zu verwendende Festplatte (02_Eisfair-NG_DriveSelection), Netzwerk-Einstellungen, falls kein DHCP verwendet werden soll (03_Eisfair-NG_IP), sowie das Root-Passwort. Bei den meisten Abfragen erscheinen bereits sinnvolle Vorgaben, die keiner weiteren Eingaben bedürfen.

Danach startet die Installation des Systems, die – je nach Größe der verwendeten Festplatte – nur wenige Minuten dauert. Nach einem abschließenden Neustart steht das Basis-System zum Einsatz bereit. Jetzt geht es darum, es mit den gewünschten Funktionen zu bestücken.

Server einrichten

Die gesamte Konfiguration erfolgt über ein auf Ncurses basierendes Konfigurationstool, das Sie auf der Kommandozeile via setup starten und mit den Pfeiltasten bedienen. Insbesondere die Navigation in die Untermenüs hinein und wieder heraus geht mit den Pfeiltasten sehr einfach von der Hand. Rein optisch blieb das bewährte Interface der Vorgängerversion in Eisfair-NG vollumfänglich erhalten, lediglich die rein textbasierte Konfiguration fiel weg.

Via 4 User administration öffnen Sie das Administrationsmenü zum Bearbeiten von Benutzern und Gruppen. Dort legen Sie diese mit den Funktionstasten sehr einfach an, bearbeiten und löschen sie. Benötigt ein Paket einen speziellen User-Account, legt das entsprechende Konfigurationspaket diesen automatisch an. Somit müssen Sie sich in der Regel nur um die Benutzerkonten echter Anwender kümmern, die sich am System anmelden möchten.

Die Eisfair-NG-Pakete unterscheiden sich rein technisch nicht von den ursprünglichen AlpineLinux-Paketen, teilen sich jedoch in Funktions- und Konfigurationspakete auf. Konfigurationspakete tragen grundsätzlich Namen mit dem Präfix cui-, beispielsweise cui-apache2, cui-mysql oder cui-ssmtp. Solche Pakete integrieren sich nahtlos in die Eisfair-NG-Konfigurationsschicht.

Unter dem Menüpunkt 2 Package administration (Abbildung 2) finden Sie die Optionen zum Einrichten und Entfernen von Paketen. CUI Eisfair packages listet die speziellen Eisfair-NG-Konfigurationspakete auf, All packages zeigt die Liste aller derzeit 4200 verfügbaren Pakete an.

Abbildung 2: Die Konfigurationsoberfläche erlaubt auch das Verwalten der Software. Derzeit stehen über 4200 Pakete zur Installation bereit. Allerdings liefert das Projekt nur für eine Handvoll davon grafische Einstellungsoberflächen mit.

Darüber hinaus gibt die Liste auch Auskunft darüber, ob neuere Versionen bereits installierter Pakete zur Verfügung stehen. Möchten Sie das komplette System auf den aktuellen Stand bringen, tippen Sie auf der Kommandozeile folgenden Befehl:

# apk update && apk upgrade

Das erste Kommando aktualisiert die Indizes der verwendeten Paket-Repositories, das zweite bringt alle installierten Pakete auf den neuesten Stand. Egal, ob Sie nun via CUI Eisfair packages oder All packages ein Paket installieren: Sämtliche Abhängigkeiten löst das System dabei automatisch auf. Die korrespondierenden CUI-Pakete von Eisfair richtet eine Installation des zugehörigen Servers allerdings nicht automatisch mit ein. Das müssen Sie in einem separaten Schritt erledigen. Bei der Deinstallation eines Pakets entfernt das System die bei der Einrichtung mitinstallierten Pakete ebenfalls wieder, sofern nicht ein anderes Paket diese benötigt.

Die große Vielfalt des AlpineLinux-Paket-Pools bietet die Möglichkeit, vielfältige Dienste zu installieren und zu betreiben, auch wenn dafür noch keine Eisfair-Konfiguration existiert. Allerdings nehmen Sie damit in Kauf, die Konfiguration dieses Dienstes von Hand vornehmen zu müssen. Hier ist das Eisfair-Team dankbar für jede Unterstützung, auf diese Art und Weise gelangte ein Großteil der Entwickler zum Projekt.

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