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© Nico1, sxc.hu

Gedanken vernetzen

Mindmaps erfassen mit Labyrinth

20.02.2014
Mit dem Mindmapper Labyrinth sammeln Sie Gedanken und Ideen und bringen diese ohne große Umwege zu Papier.

Ideen zu sammeln und zu strukturieren, fällt oft nicht leicht. Vielen hilft ein leeres Blatt Papier, um Gedankengänge und Geistesblitze zu notieren. Doch wenn Sie mit den Produkten des Erdachten spielen möchten oder diese auch in ferner Zukunft noch parat haben wollen, greifen Sie am besten auf Mindmaps zurück (siehe Kasten "Strich um Strich").

Strich um Strich

Hinter Mindmapping verbirgt sich eine kognitive Methode, um Gedanken zu sammeln, Themen zu strukturieren, Vorgänge zu planen oder sich einfach Notizen zu machen.

Vom Prinzip her birgt die Technik keine großen Hürden: Sie nehmen ein Blatt Papier zur Hand und schreiben in dessen Mitte den zentralen Begriff, um den es geht. Danach notieren Sie den nächsten Begriff, der Ihnen dazu in den Sinn kommt, neben dem zentralen Begriff und verbinden beide mit einer Linie.

Alle weiteren Begriffe, die Ihnen anschließend einfallen, schreiben Sie ebenso auf, und verbinden auch diese mit einer Linie mit einem in direkter Beziehung stehenden Begriff, der schon auf dem Papier steht. Auf diese Weise entsteht eine Art Landkarte Ihrer Gedanken zum zentralen Thema: die Mindmap.

Software wie Labyrinth [1] erleichtert das Erstellen von Mindmaps ungemein. Sie hilft beim ersten Sammeln der Ideen und ermöglicht es, die erarbeiteten Strukturen für eine erneute Sitzung abzuspeichern. Bei Bedarf bearbeiten Sie die Grafik, indem Sie einzelne Knoten der Karte einfärben oder Bilder einbinden. Labyrinth ermöglicht es darüber hinaus, die Elemente nahezu beliebig zu verändern, um so ein neues Bild der Gedanken-"Landschaft" zu erhalten.

Installation

Ubuntu führt Labyrinth bereits in seinen Repositories, sodass Sie die Anwendung hier bequem über den grafischen Paketmanager installieren. Noch schneller klappt es mit dem folgenden Befehl auf der Kommandozeile:

$ sudo apt-get install labyrinth

Sofern Sie eine andere Distributionen verwenden und das Programm über deren jeweilige Paketverwaltungswerkzeuge nicht finden, müssen Sie die Anwendung als Quellcode [2] von der Projektwebseite herunterladen und manuell übersetzen.

Labyrinth startet mit einem kleinen Programmfenster, in dem das Tool alle neu angelegten Mindmaps automatisch speichert und auflistet (Abbildung 1). Das Speichern allgemein nimmt Labyrinth Ihnen komfortabel ab; eine entsprechende Funktion finden Sie in den Menüs nicht.

Abbildung 1: Labyrinth sammelt alle von Ihnen angelegten Mindmaps in einem kleinen Programmfenster.

Um eine neue Mindmap anzulegen, klicken Sie einfach auf Neu, woraufhin sich ein weiteres Fenster öffnet. In diesem bearbeiten Sie die Daten. Alle dazu erforderlichen Funktionen stehen über Symbolleisten bereit (Abbildung 2).

Abbildung 2: Eine neue Mindmap erhält in Labyrinth jeweils ein eigenes Fenster, das alle vorhandenen Funktionen übersichtlich bündelt.

In der oberen Leiste finden Sie die Werkzeuge zum Bearbeiten der Mindmap, die Zoom- und die Undo-Funktion. Die Leiste am unteren Fensterrand dagegen bietet Ihnen Formatierungsoptionen für die Schriften und grafischen Elemente.

Um neue Knoten zu zeichnen, aktivieren Sie den Bearbeitungsmodus. Dazu klicken Sie auf die Schaltfläche mit dem Bleistiftsymbol in der oberen Leiste und anschließend auf eine leere Stelle in der Mindmap. Hier erscheint nun die Einfügemarke, und Sie haben die Möglichkeit, einen Text einzugeben. Dieser fällt im Idealfall kurz und prägnant aus.

Sind Sie damit fertig, klicken Sie einfach an eine weitere Stelle, um den nächsten Knoten einzugeben. Die Verbindungslinie zwischen diesen beiden Knoten zeichnet das Programm automatisch.

Sofern Sie von einem bestimmten Knoten ausgehend eine andere Verbindung wünschen als automatisch eingezeichnet, wählen Sie zunächst den Knoten, an dem Sie einen weiteren anhängen möchten, mit der Maus aus, und klicken anschließend an eine freie Stelle.

Über [Strg]+[L] verbinden Sie bislang nicht gekoppelte Knoten miteinander. Das eröffnet auch die Möglichkeit, einen Knoten mit mehreren anderen zu verknüpfen. Sollten Sie eine Verbindung wieder entfernen wollen, wenden Sie dieselbe Tastenkombination einfach erneut an. Haben Sie einige Knoten eingezeichnet, lohnt es sich in vielen Fällen, die Mindmap zu optimieren, indem Sie die einzelnen Gedanken an die passendere Stelle verschieben.

Um Texte nachträglich zu formatieren, klicken Sie zunächst doppelt auf das entsprechende Element, um dies in den entsprechenden Modus umzuschalten. Haben Sie den Text markiert, stehen die Optionen zum Formatieren am unteren Rand bereit.

Um eine gut lesbare Mindmap zu gestalten, dürfen die Texte eines Knotens nicht zu lang ausfallen. Daher bietet es sich für erläuternden Zusatztext an, die Funktion Erweiterte Informationen zu nutzen. Diese aktivieren Sie aus dem Menü Ansicht heraus. Ziehen Sie nun das Fenster mit der Mindmap so weit auf, dass Sie am unteren Fensterrand das Eingabefeld für die zusätzlichen Notizen sehen. Wählen Sie vorher mit der Maus den gewünschten Knoten aus.

Ein wenig Grafik

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Daher ist es durchaus sinnvoll, komplizierte Sachverhalte in einer Mindmap nicht durch Text darzustellen, sondern durch eine aussagekräftige Zeichnung. Labyrinth bietet die Möglichkeit, statt eines Textknotens Grafiken an deren Stelle einzufügen.

Das Hinzufügen von Bildern funktioniert prinzipiell wie das Hinzufügen von Texten. Allerdings wählen Sie zunächst im Menü Modus den Punkt Bild hinzufügen aus, oder Sie klicken auf die Schaltfläche mit dem grünen Plus-Symbol. Anschließend klicken Sie in den leeren Bereich der Mindmap.

Das Programm erlaubt es außerdem, innerhalb der Mindmap kleine Zeichnungen zu erstellen. Sie erreichen die entsprechende Funktion über Modus | Zeichenmodus. Sie fügen ein Zeichenfeld ein, indem Sie auf eine freie Stelle klicken.

Das Zeichenfeld erscheint zunächst nur sehr klein. Sobald Sie aber damit beginnen, die Zeichnung über die Feldgrenzen hinaus fortzusetzen, vergrößert Labyrinth den Rahmen entsprechend. Daher empfiehlt es sich, vorher das Mindmap-Fenster so anzupassen, dass Sie den für die Zeichnung benötigten Platz tatsächlich sehen.

Export

Der bei Weitem umfangreichste Dialog der Applikation widmet sich dem Thema Export. Das Programm erlaubt, die Daten, die es zunächst in einem eigenen Format speichert, nach dem Fertigstellen als Pixel- oder Vektorgrafik zu exportieren. Dazu rufen Sie den entsprechenden Dialog über Datei | Als Bild exportieren auf (Abbildung 3).

Abbildung 3: Labyrinth kann Mindmaps in verschiedene Formate exportieren, um sie in anderen Anwendungen einzubinden.

Zunächst legen Sie fest, was Sie exportieren wollen, standardmäßig gibt es die Option Vollständige Mindmap vor. Alternativ wählen Sie den aktuell sichtbaren Bereich zum Exportieren aus.

Neben den üblichen Optionen zum Speichern, wie dem Dateinamen oder dem Ordner, dürfen Sie zwischen vier verschiedenen Formaten für die Ausgabe wählen. Es stehen die Bitmap-Formate JPEG und PNG bereit, alternativ sichern Sie das Gedankengebäude als verlustfrei skalierbare Vektorgrafik (SVG) oder als PDF-Dokument.

Speicherort

Dass Sie sich bezüglich Speichern und Öffnen um nichts zu kümmern brauchen und das kleine Startfenster Ihnen die meiste Arbeit abnimmt, sorgt einerseits für Komfort. Andererseits erscheint das Fehlen eines gewöhnlichen Öffnen-Dialoges etwas gewöhnungsbedürftig. Außerdem fehlt die Möglichkeit, die Mindmaps in einem Ordner eigener Wahl zu speichern.

Möchten Sie dennoch einmal eine Mindmap per E-Mail verschicken oder anderswo abspeichern, öffnen Sie diese zunächst und legen sie anschließend über Datei | Exportiere Mindmap in den gewünschten Ordner ab. Um eine solche Datei später wieder zu öffnen, importieren Sie sie über das Startfenster, indem Sie die Funktion Datei | Importieren nutzen.

Fazit

Labyrinth präsentiert sich als kleines, übersichtliches Tool für das schnelle Mindmapping ohne viel Drumherum. Das Ideenwerkzeug kommt gleich zum Punkt und beschränkt sich auf das Wesentliche: das Erstellen der Graphen. Diese dürfen allerdings nicht zu umfangreich ausfallen, denn das Bedienkonzept der Software erscheint stellenweise wenig durchdacht und unzeitgemäß.

So erhebt sich etwa die Frage, warum die Anwendung die wenigen Funktionen nicht kompakt in einem übersichtlichen Fenster bündelt. Außerdem fehlt eine Druckfunktion, um die niedergeschriebenen Gedankengänge auch auf Papier zu bannen. So bleibt nur der krude Umweg über einen Export und das Drucken mithilfe eines anderen Programms. Dennoch eignet es Labyrinth bestens, um schnell erste Ideen zu sammeln und zu kartografieren. 

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