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© Nailia Schwarz, 123RF

Kreative Inkscape-Effekte in der Praxis

Digitale Kunst

Das Vektorzeichenprogramm Inkscape beherrscht nicht nur spröde Bleistift- oder Tuschelinien: Es imitiert bei Bedarf auch die eleganten Pinselschwünge eines Ölgemäldes. Drei leicht nachvollziehbare Beispiele stellen das unter Beweis.

Der erste Artikel dieser zweiteiligen Serie stellte in LU 01/2014 [2] die Effekt-Trickkiste des führenden freien Vektorzeichenprogramms Inkscape vor. Der vorliegende zweite Teil verrät, wie Sie mit den darin vorgestellten Techniken ein paar echte Kunstwerke erschaffen.

Einstieg

Als Erstes erzeugen Sie ein leicht orientalisch anmutendes, goldenes Durchbruchsmuster (Abbildung 1, rechts unten). Das klappt mit Inkscape erstaunlich einfach: Für die verschlungenen Formen sorgt ein Foto eines persischen Wandmosaiks [3] (links oben), das Inkscape mit seinen Bordmitteln vektorisiert (rechts oben). Die in der Bilddatenbank gehostete Datei ist für unsere Zwecke zu groß, weswegen Sie sie vorab via Gimp auf 1000 Pixel Breite eindampfen.

Abbildung 1: Aus einem vektorisierten Foto machen die Filter Fettes Öl und 3d-Mutter der Perlen ein abstrakt wirkendes Goldmuster.

Herausgeschält

Die Vektorisieren-Funktion (Pfad | Bitmap vektorisieren) verwandelt das güldene Arabesken-Muster in wenigen Mausklicks zu einer mit Inkscape bearbeitbaren Vektorform (Abbildung 2). Das Erkennen von Formen auf Fotos ist für den Computer – anders als für das menschliche Gehirn – eine Herausforderung. Bei richtiger Anwendung liefert der Inkscape-Vektorisierer meist dennoch sehr brauchbare Ergebnisse.

Glücklicherweise handelt es sich beim Vorlagenfoto trotz der Feingliedrigkeit der Formen um ein einfach zu konvertierendes Bild, da der Kontrast zwischen dem blauen Hintergrund und dem gelben Muster recht deutlich ausfällt. Den rechenintensiveren Kantenerkennungsalgorithmus (Abbildung 2: zweite, nicht gewählte Option), der die Umrisse in Bildern mit vielen ähnlich gefärbten Elementen herausschält, benötigen Sie daher nicht.

Abbildung 2: Mit diesen Einstellungen von Bitmap vektorisieren gelingt das Tracen des persischen Wandmosaiks.

Der Basis-Vektorisierungsmodus Entlang eines Helligkeitswertes mit einem Schwellwert von 0,45 genügt, um die gelben Mosaikelemente zu erfassen. Der türkis gefärbte Part fällt größtenteils unter den Tisch, doch das passt ganz gut, damit das entstandene Muster (Abbildung 1, rechts oben) nicht zu dicht ausfällt. Dieser Modus des Vektorisierers liefert ein einfarbiges Element. Das Inkscape-Handbuch erläutert, wie Sie mit ihm auch mehrfarbige Ergebnisse generieren [4].

Die Komplexität der beim Vektorisieren entstehenden Pfade stellt eine der Herausforderungen beim Erfassen von Bitmaps dar: Leicht gerät dabei die Zahl der Knoten so groß, dass Inkscape Minuten braucht, um sie anzuzeigen. Dem steuern die Glättungseinstellungen im Reiter Optionen entgegen: Flecken unterdrücken filtert Elemente heraus, die unter der angegebenen Größe liegen. Im Beispiel bewährt sich eine Einstellung von 10 Pixeln.

Bei Ecken glätten und Pfade optimieren wählen Sie für ein möglichst glattes und nicht zu komplexes Resultat die Maximalwerte von 1,34 und 5,00. Dabei fallen noch mehr als genug Details zum Anwenden von Filtereffekten an, die dann die Formen ohnehin abschleifen.

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