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© Alexander Bedrin, 123RF

Insync Plus synchronisiert Google-Drive-Dateien auf dem Desktop

Wolkiger Speicher

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Google Drive bietet reichlich Speicherplatz. Zur echten Cloud-Anwendung fehlt allerdings noch ein Desktop-Client für die automatische Synchronisation. Die Firma Insync schließt nun diese Lücke.

Google bietet mit seinem Speicherdienst Drive [1] 15 GByte kostenlosen Speicher an – deutlich mehr als etwa Dropbox [2], das in der kostenfreien Variante lediglich 2 GByte bereitstellt. Allerdings stellt Dropbox für alle gängigen Plattformen einen Client bereit, der lokale Verzeichnisse mit dem Cloud-Speicher synchronisiert – ein solcher fehlt bei Google.

In diese Bresche springt die Firma Insync [3], die für Linux [4], MAC OS X und Windows einen entsprechenden Client anbietet. Für Linux offeriert Insync DEB-Pakete für Debian und Ubuntu sowie ein RPM für Fedora, das im Test aber auch unter OpenSuse 12.3 problemlos funktionierte.

Allerdings unterliegt die Software einer proprietären Lizenz und kostet in der Plus-Version pro genutztem Google-Account einmalig 15 US-Dollar. Die Pro-Variante schlägt mit jährlich 15 US-Dollar zum Einbinden von drei Accounts zu Buche, für jedes weitere Konto fallen 5 US-Dollar Aufschlag an [5].

Installation

Um die Software unter Ubuntu zu installieren, wählen Sie auf der Downloadseite des Projekts das entsprechende Paket aus und installieren es wie gewohnt via Ubuntu Software Center. Beim anschließenden Setup müssen Sie der Software als Erstes die Erlaubnis erteilen, auf Ihren Google-Drive-Account zuzugreifen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Bei der Installation erwartet die Software die Erlaubnis, auf die Daten Ihres Google-Drive-Kontos zuzugreifen.

Im Advanced Setup geben Sie den lokalen Speicherort vor, aktivieren die Nautilus-Integration und legen fest, welche Dateien und Ordner die Software synchronisieren soll (Abbildung 2). Kurz nach der Installation meldet sich die Insync-Helpline per E-Mail, und bietet Hilfe bei eventuellen Problemen an.

Abbildung 2: Im letzten Schritt des Advanced Setups legen Sie die zu synchronisierenden Ordner und Dateien fest.

Im Betrieb

Nach Abschluss des Setups erfolgt die einmalige Synchronisation vom Server zum Client; in der Kontrollleiste erscheint das Insync-Icon. Von nun an arbeitet die Software im Hintergrund und markiert durch ein grünes Häkchen im Ordner unter Nautilus den erfolgreichen Datenabgleich (Abbildung 3). Während einer Synchronisation erscheint stattdessen das blaue Kreisverkehr-Symbol.

Abbildung 3: Im Dateimanager Nautilus erscheint das Insync genannte Synchronisationsverzeichnis unter Lesezeichen. Die synchronisierten Ordner zeigen ein grünes Häkchen. Ein Rechtsklick mit der Maus fördert das Kontextmenü zutage.

Über das Kontextmenü des jeweiligen Ordners greifen Sie direkt auf Google Drive zu oder teilen den Ordnerinhalt mit anderen Nutzern. Sofern die Dokumente mit Google Docs erstellt wurden, synchronisiert die Software in der Grundeinstellung jedoch nicht diese selbst, sondern legt lediglich Links zu den Originalen an. Offline stehen die Dokumente entsprechend nicht zur Verfügung. Ein Doppelklick auf einen Verweis mit der Endung .gddoc (Dokumente) und .gdsheet (Tabellen) öffnet folglich das entsprechende Dokument im Webbrowser.

Ein Blick in die Settings der Software zeigt aber, dass sich der Eintrag Do not automatically convert Google format files (e.g. Docs) deaktivieren lässt. Dann lädt die Applikation die mit Google Docs erstellten Dateien herunter und konvertiert Textdateien in das ODT-Format, Tabellen nach ODS, Präsentationen nach PPTX und Grafiken ins SVG-Format. Der Versuch, ein derartiges Dokument lokal zu verändern, endete allerdings mit einem Hinweis auf eine gescheiterte Synchronisation. Nach dem Löschen des Online-Pendants löschte die Software im Test auch den konvertierten ODT-Ableger.

Um echte Cloud-Funktionalität zu nutzen, gilt es entsprechend, Dokumente und Bilder auf dem lokalen Rechner zu erzeugen statt via Google Docs. Speichern Sie solche Dateien im Insync-Ordner, erfolgt die automatische Synchronisation mit dem Google-Server. Das erzeugte Dokument lässt sich dann zwar mit Google Docs öffnen, Änderungen landen jedoch nicht im fraglichen Dokument, sondern in einer neuen Google-Docs-Datei.

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