Angetestet

Aktuelle Software im Kurztest

20.02.2014

Big Brother

Das Tool Beobachter 1.7.8 hilft bei der Analyse von Logdateien und Programmausgaben.

Bei Beobachter ist der Name Programm: Mithilfe des Java-Tools behalten Sie die Protokolldateien des Systems und von Programmen im Auge. So sehen Sie sofort, wenn neue Einträge hinzukommen – ideal bei der Fehlersuche. Um den Inhalt einer oder mehrerer Dateien im Auge zu behalten, öffnen Sie diese in einem Fenster von Beobachter. Die Software verwaltet die Inhalte in separaten Bereichen, zwischen denen Sie über Reiter wechseln. Auf Wunsch ordnet das Programm die Fenster waagerecht oder senkrecht an. Bei zahlreichen überwachten Dateien schränkt dies allerdings den sichtbaren Bereich je Datei erheblich ein. Alle geöffneten Dateien verwaltet die Applikation in einer Sitzung, die Sie bei Bedarf speichern und später erneut laden.

Standardmäßig aktualisiert Beobachter den Inhalt der Fenster drei Mal pro Sekunde, wodurch Sie neue Einträge stets sofort sehen. Dabei behält das Programm in der Voreinstellung je Fenster nur die letzten 256 Zeilen im Puffer, die Puffergröße lässt sich jedoch für jedes Fenster separat einstellen. Die Aktualisierungsintervalle legen Sie im Typ fest und ordnen diesen anschließend dem fraglichen Fenster zu. Auch das permanente Aktualisieren des Inhalts deaktivieren Sie bei Bedarf individuell. Damit Sie in der Fülle von Einträgen die wichtigen Informationen nicht übersehen, bietet Beobachter die Option, bestimmte Einträge farblich hervorzuheben. Welche Einträge es dabei in welcher Farbe anzeigt, definieren Sie über die sogenannten Log-Typen, von denen jeder verschiedene Farbmuster enthält. Auf Wunsch nutzt die Software dabei reguläre Ausdrücke oder ignoriert die Groß/Kleinschreibung.

Beobachter 1.7.8

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://sourceforge.net/projects/beobachter/

Restaurator

Wer alte GW-Basic-Programme reaktivieren will oder muss, für den erweist sich PC-Basic 14.01 als ideales Werkzeug.

In der Heimcomputer-Ära diente auf fast jedem System Basic als Standardsprache, selbst MS-DOS brachte mit GW-Basic einen leistungsfähigen Basic-Interpreter mit. Nun steht mit PC-Basic ein Klon von GW-Basic 3.23 für alle gängigen Betriebssysteme bereit. Finden sich in Ihrer Sammlung noch alte Basic-Programme, können Sie diese nun reaktivieren. Dazu starten Sie PC-Basic mit dem Parameter -r, gefolgt vom Namen der Programmdatei. Es lädt dann den Code und führt ihn sofort in einem Terminal aus. Das Ansteuern serieller und paralleler Schnittstellen klappt ebenso wie die Ausgabe von Grafik und Sound. Störendes Gequäke unterbinden Sie im Zweifelsfall mit dem Parameter --nosound.

Möchten Sie den Programmcode vor dem Ausführen noch bearbeiten, laden Sie ihn mit dem Parameter -l in den integrierten Fullscreen-Editor. Hier arbeiten Sie wie auf einem Apple II oder C64 – nicht sehr komfortabel, aber funktionell, denn alle gängigen Basic-Befehle funktionieren. Einige Funktionen wie load oder save stehen über die Funktionstasten bereit. Sie verlassen den Editor mit dem Befehl system. Der integrierte Editor eignet sich jedoch nur für kleinere Programme oder Anpassungen. Für umfangreiche Projekte empfiehlt es sich, auf einen leistungsfähigen Editor wie Vim oder Emacs zurückzugreifen.

Darüber hinaus bietet PC-Basic Parameter, um GW-Basic-Programme in Textdateien zu konvertieren oder Text-Files in Byte-Code-Dateien. Auch das Debuggen alter Basic-Programme gelingt. In Sachen Dokumentation hält sich PC-Basic jedoch bedeckt: Die Online-Hilfe ist unvollständig, eine Manpage suchen Sie vergebens. Beim Programmieren helfen höchstens Anleitungen zu GW-Basic.

PC-Basic 14.01

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://sourceforge.net/projects/pcbasic/

Umweltzentrale

Die aktuellen Umgebungsvariablen einer Sitzung ermitteln Sie mit Procenv 0.28. Zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten erlauben, die Ausgabe auf gewünschte Informationen zu beschränken.

Zahlreiche Umgebungsvariablen und Parameter beeinflussen das Verhalten von Programmen auf unterschiedlichen Ebenen. Zur Kontrolle der jeweiligen Einstellungen steht ein Sammelsurium an Tools bereit. Mit Procenv haben Sie eine All-in-One-Lösung für die Abfrage aller relevanten Variablen zur Hand. So ermitteln Sie mit dem Parameter -l die aktuellen Systemlimits, während -L die jeweiligen Einstellungen der Locale ausgibt. Weitere Parameter geben Auskunft über den aktuell verwendeten Compiler, geladene Bibliotheken, die Konfiguration des Netzwerks oder Cgroup-Einstellungen. Auch die Thread-Parameter der aktuellen Sitzung finden Sie mit dem Tool heraus.

Standardmäßig gibt Procenv alle ermittelten Informationen in der Konsole aus. Mit dem Schalter --file, gefolgt von einem Dateinamen, leiten Sie die Daten in eine Textdatei um. Mit dem Parameter --format ändern Sie das aber nach JSON oder XML. Procenv kennt zahlreiche Parameter, um alle möglichen Umgebungsvariablen abzufragen. Nähere Informationen dazu sowie Beispiele und Anregungen finden Sie in der Manpage. Alle Parameter lassen sich nach Bedarf kombinieren.

Das Programm eignet sich außerdem zur Fehlersuche in Skripts. An der gewünschten Stelle eingebunden, schreibt es die aktuellen Umgebungsparameter in eine Datei. So stellen Sie problemlos fest, ob sich die Konfiguration verändert hat.

Procenv 0.28

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://launchpad.net/procenv/

Paketschnürer

Mit Rpmerizor 2.7 schnüren Sie aus bereits installierten Dateien mit wenig Aufwand ein RPM-Archiv und binden so von Hand kompilierte Programme nachträglich ins Paketmanagement ein.

Wäre es nicht praktisch, von Hand installierte Dateien oder Konfigurationen in einem Paket abzulegen? Zwar gestaltet sich das Erzeugen eines RPM- oder DEB-Pakets für normale Anwender alles andere als trivial, doch zumindest für RPM schafft Rpmerizor hier Abhilfe und unterstützt Sie beim Erzeugen von Paketen aus Dateien, die Sie bereits im System installiert haben.

Um ein einfaches Archiv zu bauen, rufen Sie die Software mit denjenigen Dateien oder Verzeichnissen als Argumente auf, die Sie verpacken wollen. Rpmerizor ermittelt deren absoluten Pfad, sodass sich die Inhalte bei der Installation wieder in derselben Struktur befinden. Alternativ definieren Sie mittels --rootdir eine Chroot-Umgebung für die zu archivierenden Dateien. Das Tool setzt den Pfad dann relativ zu dieser und versucht, Metadaten wie Namen oder Versionsnummern aus dem Verzeichnisnamen abzuleiten. Die restlichen für das Paket relevanten Meta-Informationen, wie Release oder Beschreibung, fragt Rpmerizor beim Erstellen des Pakets interaktiv ab, sofern Sie sie nicht schon als Parameter übergeben haben.

Einige Daten, wie URL oder Paketgruppe, stehen nur als Parameter bereit. Eine Liste aller verfügbaren Gruppen erhalten Sie über --list_group. Um Dateien nicht ins Paket aufnehmen, schließen Sie diese mit --exclude aus. Es besteht die Möglichkeit, die Pakete mit einem GPG-Schlüssel zu signieren. Die erzeugten Pakete legt das Tool im Unterverzeichnis rpmbuild ab. Hier erzeugt es mit den Verzeichnissen BUILD, BUILDROOT, RPMS, SOURCES, SPECS und SRPMS eine konforme Struktur. Die erzeugten Pakete finden Sie im Verzeichnis RPMS, die zugehörigen Spezifikationen unter SPECS.

Bevor Sie eigene Pakete erzeugen, sollten Sie auf jeden Fall noch einen Blick in die Manpage werfen. Neben einer ausführlichen Beschreibung aller Parameter finden Sie hier nützliche Beispiele. (agr)

Rpmerizor 2.7

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://rpmerizor.sourceforge.net

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