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© Ivan Mikhaylov, 123RF

Niemals verloren

Wegweiser durch die Einsamkeit, Teil 3: Karten

16.01.2014
Für die Offroad-Tour benötigen Sie auch Offline-Karten, denn im Outback gibt es schließlich kein Internet. Die Wegpunkte, Routen und Tracks planen Sie auf freien Karten aus dem OpenStreetMap-Fundus. Steht kein passendes Material bereit, erzeugen Sie es mit Mkgmap und Splitter einfach selbst.

Vor Ihnen steht der heimische PC, verbunden mit dem Internet. Darauf laufen QLandkarteGT, Mkgmap mit Splitter, Merkaator, GMT und Cgsmapper. Im Offroader ist ein Netbook mit GPS-Empfänger montiert, darauf befinden sich Ubuntu 12.04 LTS sowie QLandkarteGT in der neuesten Version. Nun benötigen Sie Karten, die Sie auf dem Netbook installieren können, denn während der Offroad-Fahrt steht ja kein Internet zur Verfügung. Damit fallen die Streaming-Server von OpenStreetMap, Google und anderen als Quellen aus. Die brennende Frage lautet also: Wie gelangen die Karten, Wegpunkte, Routen und Tracks für QLandkarteGT aufs Netbook?

Abbildung 1 zeigt einen Überblick über das gesamte Projekt. Den zentralen Bestandteil bildet der heimische PC (links) mit QLandkarteGT. Auf ihm berechnen Sie Wegpunkte, Routen und Tracks mithilfe des OpenStreetMap-Servers sowie des MapQuest-Routenservers. Die Maps laden Sie dann entweder als Garmin- oder OSM-Karten herunter und wandeln sie dann in das QLandkarteGT-Format um. Zu guter Letzt speichern Sie dann Karten, Wegpunkte, Routen und Tracks auf einem USB-Stick und lesen sie von diesem auf dem Navi-Netbook im Auto wieder ein. Anschließend können Sie sich dann GPS-geführt auf den Weg machen.

Abbildung 1: Das ganze Offroad-Navi-Projekt auf einen Blick. (Symbole: OpenClipart.org)

Serie Offroad-Navigation

Linux-Offroad-Navi im Eigenbau LU 12/2013, S. 26 http://www.linux-community.de/31216
Software für das Offroad-Navi LU 01/2014, S. 52 http://www.linux-community.de/31231
Karten für das Offroad-Navi LU 02/2013, S. 60 http://www.linux-community.de/31232

Wegpunkte, Routen, Tracks

Als Grundlage für Ihre Karten markieren Sie Wegpunkte auf dem heimischen PC in QLandkarteGT mithilfe eines Ihrer Lieblings-Mapserver. Anhand der markierten Wegpunkte berechnen Sie dann mithilfe des Open-Route-Servers (nur für Europa) oder des MapQuest-Servers die Routen. Über diese erstellen Sie unter Zuhilfenahme des Geonames.org-Servers einen Track mit Höheninformationen. All das konnten Sie bereits im letzten Teil der Serie lesen.

Jetzt geht es ans Eingemachte, das Speichern der Karten auf einem USB-Stick. Dummerweise liefert das OpenStreetMap-Projekt selbst nur kleine Kartenausschnitte im OSM-Format, aber nicht ganze Länder oder gar Kontinente. Die Datenbank der gesamten Welt beispielsweise, planet.osm, nimmt mit mehr als 32 GByte komprimierten Daten nach dem Auspacken locker eine halbe Festplatte ein. Und schließlich kann QLandkarteGT gar keine OSM-Karten einlesen, sondern nur solche im dekomprimierten Garmin-Format.

Wie Abbildung 1 verdeutlicht, gibt es drei verschiedene Wege, um an brauchbare Karten für einen Offroad-Trip zu kommen. Zwei davon setzen das Herunterladen fertiger Karten voraus, entweder im Garmin- oder im OSM-Format. Der dritte Weg ist mühsam: Aus einzelnen Teilen setzen Sie mittels Merkaator Ihre eigene OSM-Karte zusammen.

Freie Karten im Garmin-Format nutzen

Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Ausdruck "Garmin-Karten" bezieht sich in diesem Artikel immer auf freie OSM-Karten im Garmin-Format. Dieses vom Hersteller nicht dokumentierte Format  [1] haben Wissbegierige mittlerweile per Reverse Engineering zumindest teilweise entschlüsselt, auf der Webseite des entsprechenden Projekts bei Sourceforge [2] finden Sie Details der Arbeit.

Freiwillige berechnen aus den Daten von OpenStreetMap-Karten in diesem Format und stellen diese zum Download bereit. Dieses Material wird also von der Firma Garmin weder produziert noch verantwortet. Die eigentliche Karte stammt aus dem OpenStreetMap-Projekt, es kommt lediglich das Garmin-Kartenformat zum Einsatz. Sie dürfen diese Karten frei benutzen, die Autoren erlauben das ausdrücklich. Bitte lesen Sie auch die Nutzungsbedingungen der Autoren freier, auf OSM basierender Karten: Einige der Autoren bitten um Spenden oder bieten besondere Leistungen gegen Entgelt an.

Ein Nachbearbeiten dieser Karten erscheint wegen des damit verbundenen Aufwands (dazu später mehr) wenig empfehlenswert. Möchten Sie die Maps trotzdem modifizieren, verwenden Sie dazu Merkaator in Zusammenspiel mit dem OpenStreetMap-Server und korrigieren von Ihnen im Original entdeckte Fehler (dazu später mehr). Ihre Änderungen fließen dann hoffentlich irgendwann in die OpenStreetMap-Karte im Garmin-Format ein. Ein kritischer Umgang mit OpenStreetMap-Karten ist ganz besonders dann angebracht, wenn Sie sich in gefährlichem oder unwegsamem Gebiet bewegen wollen. Grundsätzlich sollten Sie stets eine gute Landkarte eines renommierten geografischen Verlages sowie einen Kompass dabeihaben und im Zweifelsfall kritisch vergleichen.

Die freien Karten im Garmin-Format verteilen sich über eine Vielzahl von Websites. Eine ausführliche Liste dazu finden Sie im OpenStreetMap-Wiki [3]. Sie laden sie im Regelfall in Form einer komprimierten Datei herunter, deren Größe sich meist im Gigabyte-Bereich bewegt – je nach Region, Land oder gar Kontinent. Dementsprechend langwierig gestaltet, fällt nicht nur der Download aus, sondern auch das Auspacken: Für die Dekompression der Deutschlandkarte OSM_egeneric brauchte ein AMD-Sechskern-Prozessor mit 8 GByte RAM im Test fast zwei Minuten.

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