Webbasierte Programme

Für das Monitoring komplexer Server-Landschaften stehen mit Munin [14], Cacti [15], Zabbix [16], Zenoss [17], Bloonix [18], Nagios [19] und Splunk [20] eine größere Auswahl webbasierter Werkzeuge bereit. Geht es hingegen um Einzelplatzsysteme und Spezialfälle, kommen Ntop, Bandwidthd und Darkstat ins Spiel.

Der Dienst Ntop sammelt im Hintergrund Daten über die Aktivitäten des Systems. Über Port 3000 erhalten Sie Zugriff auf eine Oberfläche, über die Sie entsprechende Daten abrufen. Diese filtert Ntop wahlweise nach IP-Adresse, Protokoll, Host/Domain oder Transferrate.

Abbildung 4 zeigt die Statistik als Grafik, Abbildung 5 den Durchsatz je besuchten Host. Für jedes Rechnersystem gibt es Zusatzinformationen wie das anhand eines Fingerabdrucks erkannte Betriebssystem. In Abbildung 5 hat das Tool für die URL linux-community.de ein BSD-Unix erkannt.

Abbildung 4: Ntop gibt statistische Daten zum Durchsatz als Grafik aus.
Abbildung 5: Datendurchsatz je besuchter Host plus Zusatzinfo.

Ähnliches wie Ntop leisten Bandwidthd und Darkstat. Nach der Installation des Paketes teilen Sie Bandwithd noch mit, was Sie beobachten möchten – also die zu beobachtenden Subnetze und Netzwerkschnittstellen. Nachdem Sie den Dienst neu gestartet haben, legt der Daemon seine Statistiken unter /var/lib/bandwitdhd/htdocs/ ab, sofern Sie nichts anderes einstellen. Bandwithd liefert Grafiken je nach Subnetz oder Schnittstelle und das jeweils täglich, wöchentlich, monatlich oder jährlich zusammengestellt.

Darkstat erweist sich als klein, portabel und sparsam in Bezug auf die Ressourcen. Es lauscht auf Port 666 und wertet die Daten nicht nur über die Zeit, sondern zusätzlich nach Hosts aus, die Daten empfangen oder zu denen Daten fließen. Abbildung 6 zeigt die Auswertung über die Zeit, die Sie stets über den Webbrowser erhalten. Bislang versteht sich Darkstat allerdings noch nicht auf IPv6.

Abbildung 6: Darkstat zeigt eine Balkengrafik des ein- und ausgehenden Datenverkehrs.

Das Programm startet erst nach erfolgreicher Konfiguration in /etc/darkstat/init.cfg. Hier geben Sie die Schnittstelle an, auf der das Programm lauschen darf, den Adressbereich des lokalen Netzes, sowie die IP-Adresse, an der die Weboberfläche lauscht. Anschließend setzen Sie START_DARKSTAT="yes".

Die Sicherheit

Bei den Weboberflächen ist es sinnvoll, sich vorab zu überlegen, inwiefern Sie einen Zugriff von außen zulassen möchten. Für Ntop finden Sie die Einstellungen bei Debian-basierten Distributionen in der Datei /etc/default/ntop. Als Vorgabe stehen hier die IP-Adresse 127.0.0.1 sowie Port 3000 (GETOPT="-w 127.0.0.1:3000).

Für Darkstat legen Sie die IP-Adresse und den Port via /etc/darkstat/init.cfg fest. Mit dem Wert BINDIP="-b 127.0.0.1" lauscht Darkstat auch hier lokal. Das Programm Bandwidthd bringt keine eigene Weboberfläche mit. Installieren Sie hier für den Zugriff auf die grafische Auswertung einen Webserver wie Apache oder Nginx [21].

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