Probierhäppchen

Möchten Sie SteamOS selbst ausprobieren, gilt es einiges zu beachten. SteamOS verlangt zwingend eine UEFI-Firmware, mindestens 4 GByte RAM, eine möglichst moderne Nvidia-Grafikkarte, eine leere Festplatte ab 500 GByte Speicherplatz und eine 64-Bit-CPU von Intel oder AMD.

Diese Angaben orientieren sich jedoch an den Anforderungen der Spiele sowie der Steam Machine. Tatsächlich läuft SteamOS auf jedem Rechner, auf dem sich auch Debian installieren lässt, lediglich eine UEFI-Firmware ist Pflicht. Somit können Sie SteamOS auch in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox testen. Lediglich Spiele lassen sich dort nicht starten, da VirtualBox keine vollwertige 3D-Grafik ermöglicht. Achten Sie darauf, dass VirtualBox mindestens in der Version 4.3.4 vorliegt, ältere Versionen können Probleme bereiten.

Auf der SteamOS-Downloadseite [6] wenden Sie sich dem Bereich Custom Installation zu und laden über Download the custom SteamOS beta installation das etwa 1 GByte große ZIP-Archiv herunter. Entpacken Sie es in Ihrem Heimatverzeichnis in den Ordner steamos/, öffnen Sie ein Terminal und setzen Sie folgenden Befehl ab:

$ genisoimage -o steamos-1.0-uefi-amd64.iso -r -J ~/steamos/

Das Werkzeug Genisoimage ziehen Sie bei Bedarf über den Paketmanager nach. Starten Sie VirtualBox und klicken Sie auf Neu. Geben Sie der virtuellen Maschine einen beliebigen Namen. Als Typ wählen Sie Linux, die Version setzen Sie auf Debian 64-Bit. Einen Schritt Weiter legen Sie den Speicher auf die Hälfte des tatsächlichen Hauptspeichers fest.

Im nächsten Schritt lassen Sie eine virtuelle Festplatte Erzeugen, die Einstellungen VDI und dynamisch alloziert bestätigen Sie. Als Größe der Festplatte stellen Sie 500 GByte ein und lassen sie Erzeugen. Im Hauptfenster klicken Sie auf der rechten Seite auf System. Setzen Sie einen Haken vor EFI aktivieren (nur spezielle Gäste). Wechseln Sie zur Anzeige, haken Sie 3D-Beschleunigung aktivieren ab und setzen Sie den Grafikspeicher auf den Maximalwert.

Aktivieren Sie die Massenspeicher, markieren Sie den Punkt leer, klicken Sie rechts im Bereich Attribute auf das CD-Symbol, wählen Sie Datei für virtuelles Medium auswählen und suchen Sie die vorhin erzeugte Datei steamos-1.0-uefi-amd64.iso. Alle anderen Einstellungen bleiben auf den Standardwerten. Klicken Sie auf OK und Starten Sie den virtuellen PC. Beim Steam-Logo bestätigen Sie den Punkt Automated Install.

Wechselspiel

Nach der Installation und einem Neustart wählen Sie im Boot-Menü aus Abbildung 2 schnell den Recovery-Modus aus, um SteamOS die Grafiktreiber von VirtualBox unterzuschieben. Der Recovery-Modus startet in eine Kommandozeile mit Root-Rechten und englischer Tastaturbelegung – der im Folgenden benötigte Schrägstrich liegt auf der Minus-Taste.

Abbildung 2: Als Boot-Manager kommt Grub zum Einsatz. Im Recovery-Modus lassen sich SteamOS die VirtualBox-Treiber unterschieben.

Aktivieren Sie im Fenster der virtuellen Maschine den Menüpunkt Geräte | Medium mit Gasterweiterungen einlegen. In SteamOS binden Sie jetzt die CD mit den Treibern ein und installieren diese:

# mount /media/cdrom
# sh /media/cdrom/VBoxLinuxAdditions.run

Entfernen Sie anschließend die CD per umount /media/cdrom und dem Aufruf von Geräte | CD/DVD-Laufwerke | Medium entfernen wieder. Sofern sich VirtualBox beschwert, lassen Sie den Auswurf erzwingen.

Damit Sie sich später anmelden und insbesondere per sudo Software nachinstallieren können, müssen Sie für den von SteamOS eingerichteten Standardnutzer namens desktop noch mit passwd desktop ein Passwort vergeben. Denken Sie dabei daran, dass die englische Tastaturbelegung gilt.

Starten Sie jetzt das System per reboot neu. Im Bootmenü bestätigen Sie einfach den ersten Punkt. Sollten Sie nur an einem EFI-Eingabeprompt landen, tippen Sie dort den folgenden Befehl ein (der Backslash liegt auf [#]):

FS0:\EFI\steamos\grubx64.efi

Im Anmeldebildschirm wählen Sie aus der Ausklappliste den Punkt GNOME, tippen desktop ein, drücken die Eingabetaste und geben dann das zugehörige Passwort preis. Den Steam-Client starten Sie mit einem Doppelklick auf das Symbol Return to Steam.

Passiert dabei nichts oder erhalten Sie eine Fehlermeldung, starten Sie das System einmal neu. Öffnen Sie dann die Activities, tippen terminal ein, bestätigen mit der Eingabetaste und starten dann steam. In jedem Fall sollte sich der Steam-Client zunächst aktualisieren, was ein paar Minuten dauert.

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