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© Vlad_Kochelaevskiy, 123RF

E-Books und Lerneinheiten mit der Office-Erweiterung eLAIX erstellen

Buchmacher

Die Extension eLAIX verbindet das Erstellen und Bearbeiten von Dokumenten in Open/LibreOffice nahtlos mit dem anschließenden Umwandeln in ein E-Book.

Die Geschichte von eLAIX [1] geht weit zurück bis ins Jahr 2001, als das vom Bund geförderte Projekt INGMEDIA das damals recht neue Konzept des E-Learning bei der Ausbildung von Ingenieuren im Bereich wissenschaftlicher Laborpraktika an Hochschulen etablieren sollte.

Im Rahmen von INGMEDIA entstand auch die Lernplattform ILIAS [2] für die Verwaltung der Lerninhalte. Mit dem "Integrierten Lern-, Informations- und Arbeitskooperations-System" lassen sich sowohl internetbasierte Lehr- und Lernmaterialien in Form von Kursen erstellen und verfügbar machen, als auch die Kommunikation und Kooperation unter den Lehrenden und Lernenden abwickeln.

Wie sich jedoch herausstellte, war es sehr aufwendig und zeitintensiv, Lerneinheiten mit dem ILIAS-Editor zu erstellen, der zudem nicht in der Lage war, bereits bestehende, außerhalb von ILIAS erzeugte Daten zu importieren. Hier hilft das seit 2006 in der jetzigen Form bestehende eLAIX, die Daten in ein Format zu überführen, das ILIAS als komplette Lerneinheit einlesen kann.

Vorbereitung und Installation

Die Office-Erweiterung eLAIX verhält sich unter Apache OpenOffice und LibreOffice gleich. Nach der Installation bietet sie eine zusätzliche Werkzeugleiste sowie einen eigenen Menüpunkt an, über die Sie jeweils sämtliche Funktionen steuern.

Installation und Handhabung der Erweiterung gestalten sich genauso wie bei anderen Extensions. Allerdings müssen Sie für eLAIX zuerst das Sicherheitslevel anpassen, das die Ausführung von Makros regelt. Dazu setzen Sie in LibreOffice unter Extras | Optionen | LibreOffice | Sicherheit das Level für das Ausführen von Makros von Hoch auf Mittel, damit eLAIX als nicht natives Makro ausgeführt werden darf.

Anschließend laden Sie die neueste Version des Programms von der Webseite des Entwicklers herunter [3] und entpacken das ZIP-Archiv. Daraufhin starten Sie den Erweiterungsassistenten über den Menüpunkt Extras | Extension-Manager und navigieren nach einem Klick auf Hinzufügen zum Inhalt der entpackten ZIP-Datei. Ein Klick auf eLAIX-Version.oxt installiert die Anwendung, die nach einem anschließenden Neustart von LibreOffice zur Verfügung steht.

Nach dem Start der Writer-Komponente der Office-Suite erscheint zum einen der neue Menüpunkt eLAIX in der Menüleiste, zum anderen gibt es auch eine neue Werkzeugleiste, die Sie beliebig platzieren (Abbildung 1). Positionieren Sie Letztere rechts oder links, weisen am unteren Ende der Leiste zwei nach unten gerichtete kleine Pfeile auf weitere, versteckte Menüpunkte hin.

Abbildung 1: Die beiden Bedienmöglichkeiten für eLAIX: links die Leiste, oben das Menü.

Auf kleineren Bildschirmen empfiehlt es sich, die Leiste zu entfernen, da alle Funktionen auch via Menü zur Verfügung stehen. Zum Ausblenden wählen Sie im Menü unter Ansicht | Symbolleisten den Haken bei eLAIX ab. Die Aktion lässt sich später jederzeit umkehren.

Ein erster Test

Die vier obersten Icons in der eLAIX-Werkzeugleiste steuern die Hauptfunktionen der Erweiterung an. Mit ihrer Hilfe im- und exportieren Sie ILIAS-Lerneinheiten und schreiben E-Books. Der vierte Eintrag prüft die jeweiligen Dokumente vor dem Export auf Kompatibilität und warnt, falls er Elemente findet, die sich nicht sauber exportieren lassen. Die restlichen rund 30 Menüpunkte dienen alle der Formatierung der Dokumente. Im Folgenden werden wir als Beispiel ein E-Book im EPUB3-Format erstellen – der Weg zu einer ILIAS-Lerneinheit gestaltet sich prinzipiell gleich, auch wenn einige der abgefragten Punkte während der Erstellung leicht abweichen.

Geht es um das Verwalten von E-Books, heißt der Platzhirsch dafür zweifellos Calibre [4]. Dieses Programm bietet auch die Option, E-Books aus verschiedenen Formaten zu erstellen, darunter auch aus normalen Textdokumenten. Die Vielfalt an Optionen, die es hier für ein gutes Ergebnis zu beherrschen gilt, erschlägt Einsteiger in die Materie allerdings schnell. Von daher ist es auch für Texte, die Sie nicht mit LibreOffice erstellt haben, durchaus sinnvoll, den Weg über eLAIX zu testen.

Als Basis-Dokument zur Umwandlung in ein E-Book oder eine ILIAS-Lerneinheit eignen sich alle Formate, welche die Writer-Komponente der Office-Suite öffnen kann. Dazu zählen neben den nativen Formaten von LibreOffice auch Texte, die mit Microsoft Word in den Versionen 97/2000/XP/2003, 2003 XML, 2007/2010 XML sowie als DocBook, HTML, Plain Text oder Rich Text verfasst wurden. Das EPUB-Format hat im E-Book-Markt neben Amazons Kindle-Format Mobi weite Verbreitung gefunden. Bei einem EPUB handelt es sich prinzipiell um nichts anderes als um ein ZIP-Archiv mit HTML-, CSS- und XML-Dateien.

Sobald Sie den Text in LibreOffice erstellt oder importiert haben, bietet eLAIX vielfältige Bearbeitungsoptionen für dessen Gestaltung und Ausschmückung. Das reicht von der Seitengestaltung mit Überschriften, Absätzen, Kapitelnummerierung, Fußnoten und vielem anderem bis zum Import von Medien wie Fotos, Musik und Video. Alle diese Komponenten lassen sich vielfältig manipulieren. Bietet eLAIX selbst dabei einmal nicht das Gewünschte, so dürfen Sie beispielsweise ein eingefügtes Bild auch mit den Funktionen von LibreOffice weiter bearbeitet, ohne dass dies eLAIX aus dem Tritt bringt.

Sieht das Dokument dann so aus, wie Sie es erwarten, wenden Sie in jedem Fall als Erstes das Icon mit dem stilisierten Besen an. Im nun erscheinenden Dialog (Abbildung 2) haken Sie alle vier bereitgestellten Optionen an und starten einen Durchlauf. Als wichtigste Option fungiert jene zum Überprüfen der Struktur des Werks: Hier beschwert sich eLAIX, wenn Sie das Dokument nicht mit formatierten Überschriften in Absätze untergliedert haben. Das würde im resultierenden E-Book einen unschönen, endlos fortlaufenden Text ergeben.

Abbildung 2: Die Prüfung durch eLAIX hat keinerlei Strukturfehler im Dokument gefunden.

Zeigt die Prüfung durch eLAIX an dieser Stelle keine Fehler mehr an, geht es an das Erstellen des E-Books. Ansonsten bricht das Programm mit einem Fehler dessen Generierung ab.

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