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E-Books mit Calibre organisieren und lesen

Endlich aufgeräumt

Mit Calibre bringen Sie Ordnung in die digitale Bibliothek: Sie heben damit nicht nur die auf der Festplatte verschollene Lektüre, sondern konvertieren die digitalen Bücher bei Bedarf in viele Formate.

Wer viele Bücher liest, der kennt das Problem: Wo ist das gesuchte Buch? Wer keine professionelle Bibliotheksverwaltung sein Eigen nennt, durchwühlt dann schon mal die eigenen vier Wände auf der Suche nach dem gewünschten Papierwuschel.

Bei E-Books sieht das nicht anders aus: Die liegen zwar garantiert innerhalb der vier Blechwände des Computers, aber sie auf der Festplatte zu finden, bereitet bei entsprechender Kapazität und Unordnung kein Vergnügen. Hier kommt Calibre ins Spiel: Das Programm verwaltet E-Books in den verschiedenen Ordnern und zeigt diese auf Wunsch zum Lesen an. Wir haben die brandneue Version 1.11 unter Ubuntu 12.04 LTS unter die Lupe genommen.

Erster Start

Nach dem Aufsetzen der Software (siehe Kasten "Installation") rufen Sie diese entweder über die Kommandozeile oder wie gewohnt über das Programmmenü auf. Beim ersten Start steht lediglich das Handbuch zum Programm als E-Book bereit (Abbildung 1). Um das Buch aufzuschlagen und zu lesen, klicken Sie den Eintrag zu Format unter dem Bild des Buchtitels mit der Maus an. Es öffnet sich dann das Lesefenster, das den Inhalt des Buchs anzeigt (Abbildung 2).

Abbildung 1: Ein Mausklick auf EPUB unter dem Bild des Titels oder ein Doppelklick auf den Eintrag in der Bibliothek startet die Ansicht zum Lesen.
Abbildung 2: Auf der linken Seite der Ansicht zum Lesen finden Sie die Schaltflächen zum Navigieren und für weitere Ansichten.

Mit den Schaltflächen auf der linken Seite des Lesefensters passen Sie im Wesentlichen die Bildschirmanzeige des Buchs den eigenen Lesegewohnheiten an. Etwas widersinnig erscheint dabei die Möglichkeit, das E-Book auszudrucken, denn der eigentliche Sinn des elektronischen Buchs liegt ja genau darin, das zu vermeiden. Immerhin: Es geht.

Installation

Zwar halten die verschiedenen Distributionen Calibre zur Installation vor, allerdings oft in veralteten Versionen. Deshalb bitten die Entwickler auf der Projektseite http://calibre-ebook.com darum, das neueste Release direkt mittels einer kopierbaren Befehlszeile aus einem Terminal heraus zu installieren. Die Voraussetzungen dafür listet die Homepage auf.

Es gibt zwar keinen Uninstaller, aber die Autoren versichern, dass das Löschen des angegebenen Verzeichnisses 99 Prozent aller Projektdateien entfernt. Zudem liefern die Entwickler gleich einen Befehl mit, über den Sie die Software auf eine neuere Version heben oder wieder auf eine frühere zurücksetzen.

Calibre aus den Quellen neu zu kompilieren, stellt angesichts zahlreicher Abhängigkeiten ein komplexes Vorhaben dar, vor dem sogar die Autoren warnen. Immerhin ist das Prozedere auf der Homepage des Projekts dokumentiert.

Eigene Bücher

Eigene Bücher hinzufügen, gehört zu den wichtigsten Funktionen, um Viellesern im Bücherdschungel zur Orientierung zu verhelfen. Sie klicken dazu einfach mit der Maus auf das Buchsymbol ganz links in der Symbolleiste und erhalten einen Auswahldialog.

Der beeindruckt durch die Liste der unterstützten Formate: Neben EPUB, LRF, HTML, LIT, MOBI, Topaz, Text, PDF, SNB und digitalen Comics versteht sich Calibre auch auf Dokumente verschiedener Textverarbeitungen, die es in den diversen Archivversionen direkt einliest. Nach dem erfolgreichem Hinzufügen steht das Buch in der Bibliothek im mittleren Teil des Fensters bereit.

Es lohnt sich, nach dem Import eventuell fehlende Angaben zum Buch zu vervollständigen. Hierzu klicken Sie auf die Schaltfläche Metadaten bearbeiten und wählen das gewünschte Buch aus. Abbildung 3 zeigt den Dialog für ein Buch mit unvollständigen Daten.

Abbildung 3: Bei Bedarf korrigieren und ergänzen Sie die Metadaten der Bücher.

Besonders interessant ist die Möglichkeit, die Metadaten aus dem Internet herunterzuladen. Hierzu klicken Sie zunächst die kleine, leicht zu übersehende Schaltfläche mit den Zahnrädern an und richten die verschiedenen Quellen ein (Abbildung 4). Danach genügt ein Mausklick auf die Schaltfläche Metadaten herunterladen (Abbildung 5). Anschließend sehen Sie die Metadaten für das Buch auch in der Bibliothek.

Abbildung 4: Statt die Metadaten eines Buchs von Hand einzugeben, laden Sie die Daten komfortabel aus verschiedenen Quellen im Netz.
Abbildung 5: Findet Calibre Metadaten zum Buch, trägt es diese auf Mausklick ein.

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