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© Grimmevil, sxc.hu

Software für ein Offroad-Navi im Eigenbau

Mit Vollgas ins Gelände

Wer mit dem Offroad-Navi unterwegs ist, braucht spezielles Kartenmaterial. Das erstellen Sie mit den passenden Tools im Handumdrehen.

Serie Offroad-Navigation

Offroad-Navi im Eigenbau LU 12/2013, S. 26 http://www.linux-community.de/31216
Software für das Offroad-Navi LU 01/2014, S. ### http://www.linux-community.de/31231

Wer sich mit einem Fahrzeug abseits der geteerten Straßen bewegt, benötigt ein robustes Betriebssystem, um die Software zu betreiben. Linux qualifiziert sich als solches, und Ubuntu gehört zu den beliebtesten Systemen.

Daher dient es in unserem Beispiel als Betriebssystem-Basis für zwei Computer: den heimischen PC zum Vorbereiten der Karten und das Netbook, das im Kfz die Anzeige und Navigation mittels GPS-Empfänger übernimmt. Die zu installierende Software auf dem PC besteht aus:

  • QLandkarteGT [1] zum Test der Landkarten,
  • Mkgmap und Splitter [4] zur Konvertieren von Kartenmaterial aus dem OSM-Format ins Format von Garmin sowie
  • Merkaator [5] zum Erzeugen eigener OSM-Karten.

Auf dem Netbook brauchen Sie lediglich QLandkarteGT zu installieren. Die Software dient dabei zusammen mit dem GPS-Empfänger zur Anzeige der Landkarten, der berechneten Routen und Tracks, zur Darstellung der eigenen Position sowie zum Aufzeichnen der Strecke.

Damit ist klar, dass das ganze langwierige Vorbereiten einer Offroad-Tour am heimischen PC erfolgt. Die dort präparierten Karten und Tracks gelangen vor Antritt der eigentlichen Fahrt über ein USB-Speichermedium auf das Netbook oder verbleiben auf dem Datenträger, von dem die Software diese liest.

Vorbereitung

Die Installation von Ubuntu auf einem PC gelingt heute in der Regel ohne Probleme. Andere Distributionen als Ubuntu eignen sich in gleicher Weise. Wichtig ist aber, dass für die verwendete Distribution eine aktuelle Version der erwähnten Software bereitsteht: Für QLandkarteGT sollten Sie Version 1.4.0 oder neuer vorfinden, Mkgmap brauchen Sie in Version r2815 oder neuer, das dazugehörige Splitter entsprechend in der Version r311 und von Merkaator mindestens Version 0.17.2. Sowohl Mkgmap als auch Splitter benötigen Java in der Version 7.

Es besteht die Möglichkeit, Karten direkt aus dem OpenStreetMap-Server heraus in einem von QLandkarteGT lesbaren Format (Garmin oder GPX) zu erzeugen. Allerdings setzt das erhebliche Rechenleistung voraus. Im Test arbeiteten sechs CPU-Kerne, denen 8 GByte Hauptspeicher sowie 21 GByte Swap-Speicher zur Seite standen. Der letztlich erfolgreiche Versuch, eine Karte zu speichern, dauerte dennoch rund drei Stunden.

Ein Versuch, mit dem Testsystem eine OSM-Deutschlandkarte mit Mkgmap ins Garmin-Format zu konvertieren, endete nach drei Tagen mit einem Abbruch. In der nächsten Folge erfahren Sie, wie das Konvertieren doch klappt. Wer also an dem Abenteuer teilnehmen möchte, das in Teil 3 der Serie auf Sie wartet, nämlich dem Verarbeiten von Kartenmaterial, der braucht gute Hardware und starke Nerven.

Haben Sie sich an dieser Stelle bereits dazu entschlossen, keine eigenen Karten zu berechnen, dann brauchen Sie Mkgmap, Splitter und Merkaator nicht zu installieren. Einen einfacheren Weg gehen Sie, wenn Sie aus OpenStreetMap-Karten gewonnene Karten für Garmin-Geräte in ein für QLandkarteGT verwendbares Format umwandeln. Dazu benötigen Sie die Programme GMT [2] und Cgsmapper [3].

QLandkarteGT

Als zentraler Teil des Projekts fungiert die Software QLandkarteGT. Zwar findet sich diese in den Repositories der meisten Distributionen, so auch bei Ubuntu, aber meist in einer hoffnungslos veralteten Version. Unter Ubuntu haben Sie den Vorteil, bereits kompilierte neuere Versionen aus sogenannten PPAs ins Software-Center einzubinden. Danach kommen statt der veralteten Version im Ubuntu-Repository diese aktuellen Paketquellen für die Installation zum Zug.

Für QLandkarteGT brauchen Sie zwei zusätzliche Repositories: Eines für die Applikation selbst und eines für die Bibliothek GDAL. Sie fügen beide in einem Terminal mit den Befehlen aus Listing 1 hinzu. Sind beide Repositories auf diese Weise integriert, bringen Sie die Liste der Software auf den neuesten Stand. Am einfachsten gelingt das mit dem jeweiligen Tool für das Paketmanagement. Laden Sie zunächst die Listen der Programme neu, und suchen Sie dann die entsprechenden Einträge. War die Software bereits installiert, zieht das System diese auf die neueste Version hoch.

Listing 1

$ sudo add-apt-repository ppa:ubuntugis/ppa
$ sudo add-apt-repository ppa:mms-prodeia/qlandkarte

Starten Sie nach der Installation QLandkarteGT und verifizieren Sie, dass es in einer Version höher oder gleich 1.4.0 vorliegt. QLandkarteGT bietet die Möglichkeit, sich auf dem heimischen PC Karten anzusehen, Wegpunkte einzutragen, Routen zu berechnen und daraus Tracks zu erstellen. Diese Geodaten speichern Sie auf einem USB-Speicher und lesen sie später vom Netbook aus ein.

Die Arbeit mit QLandkarteGT setzt einen Zugang zum Internet voraus, da die Software auf Karten von OpenStreetMap zugreift. Die Auswahl des Servers erfolgt in der Werkzeugbox im Unterpunkt Stream des Reiters Karten (Abbildung 1). Dort tragen Sie alternativ auch die Daten von Google Maps als Quelle ein. Allerdings empfiehlt sich der Einsatz von OpenStreetMap, da das Projekt den privaten Gebrauch der Karten ausdrücklich erlaubt.

Abbildung 1: In der Werkzeugbox findet sich unter dem Reiter Karten im Reiter Stream der OpenStreetMap-Server. Er bildet die Basis des Projekts.

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