Angetestet

Aktuelle Software im Kurztest

19.12.2013

Plaudertasche

Der kompakte IRC-Client F-irc 1.21 für die Konsole glänzt durch eine übersichtliche und gut strukturierte Oberfläche und ein eingängiges Bedienkonzept.

An konsolenbasierten IRC-Programmen besteht unter Linux kein Mangel. Unter diesen sticht F-irc durch seine übersichtliche Oberfläche und ein einfaches Konzept hervor. Zum Gestalten einer strukturierten Oberfläche in der Konsole greift das Tool auf die Ncurses-Bibliotheken zurück. Mit deren Hilfe unterteilt es das Programmfenster in einen Navigationsbereich am rechten Rand und einen großen Chat-Bereich.

Die Eingabe von Text erfolgt wie bei den meisten IRC-Clients in der Fußzeile. Der Navigationsbereich übernimmt mehrere Funktionen und stellt je nach Ebene alle verbundenen Server, die offenen Chat-Räume oder die Liste aller Personen im aktuellen Raum dar. Auch der Inhalt des Chat-Fensters ändert sich je nach Navigationsebene. Nach dem Programmstart enthält der Navigationsbereich eine Liste mit Servern und Chats, mit denen sich die Software automatisch verbindet. Welche dies sind, legen Sie in der Konfigurationsdatei fest.

Über Parameter geben Sie an, mit welchen sich das Tool beim Start verbindet. Mit weiteren übergeben Sie Nicknames oder Zugangsdaten wie Benutzername und Passwort in der Konfiguration hinterlegen. Auch Login- und Exit-Nachrichten legen Sie hier fest. Die Modifikationen an der Konfiguration nehmen wahlweise mit einem Editor in der Datei direkt oder über das Programm vor. Mit [F8] gelangen Sie in die Konfiguration, [F2] speichert die Änderungen.

Im Navigationsbereich blättern Sie mit den Cursor-Tasten durch die Ebenen. Mit [Pfeil rechts] steigen Sie in die tieferen Ebenen, während [Pfeil links] nach oben führt. Wählen Sie einen Chat aus, sehen Sie im Navigationsbereich eine Liste der aktuellen Teilnehmer. Wählen Sie einen der Teilnehmer aus, zeigt F-irc mit [Pfeil rechts] alle Aktionen an, die möglich sind. Hierzu zählt das Anpingen oder ein Kicken des Teilnehmers, vorausgesetzt Sie besitzt die notwendigen Channel-Rechte. Die Manpage beschreibt die Navigation sowie weitere Tastenkombinationen sehr ausführlich.

F-irc 1.21

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.vanheusden.com/f-irc/

Komfort-Wandler

Das Rippen von Audio-CDs wird mit Irongrip 0.4zum Kinderspiel. Haben Sie keine besonderen Anforderungen an Kompression oder Dateinamen, starten Sie quasi sofort durch.

Die Zeiten, in denen das Rippen von Audio-CDs noch mehrere Arbeitsschritte mit verschiedenen Konsolenprogrammen umfasste, sind längst vorbei: Heute unterstützen Tools wie Irongrip Sie mit einer intuitiv bedienbaren Oberfläche beim Konvertieren von Audio-CDs.

Beim Start überprüft das Programm sofort das optische Laufwerk auf enthaltene CDs. Findet es ein Medium, fragt es die CD-Datenbank Freedb.org ab, um Interpret, Album und Tracks zu identifizieren. Ist das Album bekannt, zeigt die Software die Stücke mit ihrem jeweiligen Namen an und markiert diese sofort zum Rippen.

Das Programm legt für jedes Album ein eigenes Verzeichnis mit Namen und Erscheinungsjahr im Verzeichnis ~/Music an. Die einzelnen Stücke selbst benennt es nach der Tracknummer und dem Stücknamen. Möchten Sie einen anderen Speicherort oder eine andere Namenskonvention verwenden, passen Sie dies in den Programmeinstellungen an. Hier legen Sie auch fest, welche Datenbank die Software abfragt und ob dafür ein HTTP-Proxy notwendig ist.

Auf Wunsch erstellt das Tool zusätzlich eine Playlist im M3U-Format und wirft die CD nach dem Rip-Vorgang wieder aus. Wie viele andere Rip-Lösungen greift diese ebenfalls für das eigentliche Auslesen und Umwandeln auf bewährte Drittprogramme wie Cdparanoid und Lame zurück. Die wichtigsten Parameter für diese Tools wie die Bitrate der MP3-Dateien passen Sie über die Einstellungen an.

Irongrip 0.4

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://github.com/LinuxMatt/IronGrip

Code-Former

Der Programmier-Editor Notepas 0.9.14 bietet alle wichtigen Funktionen in einer intuitiv bedienbaren Oberfläche und steht darüber hinaus auch in einer Windows-Version bereit.

Das in Free Pascal geschriebene und mit Lazarus entwickelte Tool Notepas richtet sich vor allem an Programmierer und Entwickler. In der übersichtlichen grafischen Benutzeroberfläche finden Sie sich schnell zurecht, obwohl bislang eine deutsche Lokalisierung fehlt.

Sämtliche Standardfunktionen eines Editors wie Ausschneiden, Einfügen, Suchen, Ersetzen, Wiederherstellen oder Syntax-Highlighting sind vorhanden. Allerdings unterstützt die Highlight-Funktion mit circa 25 Formaten wesentlich weniger Sprachen als andere Editoren. Interessanter ist da schon die Filterfunktion im Tools-Menü. Mit ihr filtern Sie auf einfache Weise alle Zeilen heraus, die einen bestimmten regulären Ausdruck enthalten. So sehen Sie mit einem Blick, ob und wo im Code eine Variable oder Funktion zum Einsatz kommt.

Ein weiteres interessantes Feature ist der Code Shaper: Mit ihm geben Sie dem Quellcode eine einheitliche Form und sorgen für mehr Übersicht, so der Gedanke der Notepas-Entwickler. Allerdings verweigerte die Funktion auf dem Testsystem den Dienst. Ein anderer interessanter Ansatz ist das synchrone Bearbeiten. Dabei markieren Sie einen ausgewählten Bereich über mehrere Zeilen und jede Änderung, die Sie in einer Zeile vornimmt, erfolgt ebenfalls im restlichen markierten Bereich. Im Gegensatz zu anderen Editoren wie Vim ist für die Funktion kein tiefergehendes Verständnis der Programmlogik erforderlich.

Mit weiteren Funktionen ermöglicht die Software das Umwandeln von Tabulatoren in Leerzeichen oder das Kodieren des Texts nach Base64. Wer neugierig geworden ist, sollte einen Blick riskieren.

Notepas 0.9.14

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://code.google.com/p/notepas/

Stechuhr

Hinter Timeit 1.2.5 verbirgt sich ein einfaches Tool zum Erfassen von Arbeitszeiten. Es arbeitet zuverlässig und lässt sich unkompliziert bedienen.

Möchten Sie wissen, wie viel Arbeitszeit in ein Projekt oder eine Aufgabe fließt, brauchen Sie ein Tool wie Timeit. Damit legen Sie Aufgaben an und aktivieren durch Anklicken des Abspielsymbols den Timer für die markierte Aufgabe. Dabei besteht die Möglichkeit, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erfassen. Jede Aufgabe darf darüber hinaus beliebig viele Unteraufgaben enthalten. Dabei schlägt das Programm die Zeit für eine der Unteraufgaben der Hauptaufgabe auf.

Darüber hinaus brauchen Sie die Zeitmessung nicht anzuhalten, wenn Sie kurz den Arbeitsplatz verlassen: Das Tool erkennt, wenn Sie länger als sieben Minuten nicht aktiv sind und reagiert mit einem Auswahlfenster. Hier geben Sie an, ob Sie die erfasste untätige Zeit wieder abziehen und mit dem Ergebnis erneut starten wollen oder ob das Programm mit dem aktuellen Zeitwert weiter arbeitet. Letzteres bietet sich beispielsweise bei längeren dienstlichen Telefonaten an. Die Länge des inaktiven Zeitraums stellen Sie in den Programmeinstellungen ein.

Nach dem Start integriert sich Timeit als Symbol in die Symbolleiste der Arbeitsoberfläche. Durch einfaches Anklicken erscheint oder verschwindet das Hauptfenster und blockiert so keinen Platz auf dem Bildschirm. Über das Kontextmenü des Symbols passen Sie bei Bedarf außerdem die Konfiguration an oder deaktivieren oder aktivieren die Aufgaben.

Ein interessantes Feature, das vielen anderen Zeiterfassungen fehlt, stellt das Tracken einer Aufgabe über die aktive Arbeitsfläche dar. Beim Anlegen einer Aufgabe bestimmen Sie dann, dass das Tool die Zeit immer erfasst, wenn auf einer bestimmten Arbeitsfläche eine Aktion stattfindet. Wechseln Sie die Arbeitsfläche, stoppt das Programm – ideal, wenn Sie zwischen unterschiedlichen Aufgaben permanent hin und her springen. Allerdings funktioniert diese Funktion nicht mit allen grafischen Oberflächen. Während XFCE und Gnome das Feature unterstützen, greift es bei Window-Managern wie Fluxbox nicht.

Timeit 1.2.5

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://hoglet.github.io/TimeIT/

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